04.06.2010, 08:11 Uhr
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen ist Top-Favoritin für die Köhler-Nachfolge (Foto: Reuters)
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen ist für eine Mehrheit der Deutschen die beste Kandidatin für die Nachfolge Horst Köhlers als Bundespräsident. Das ergab eine Umfrage des Kölner Instituts YouGov im Auftrag der "Bild"-Zeitung.
Von den 1000 Befragten nannten 34 Prozent die 51-jährige von der Leyen als beste Kandidatin für das Amt. Auf Platz zwei kam Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff mit 13 Prozent. Für Finanzminister Wolfgang Schäuble und Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth sprachen sich je zehn Prozent aus.
Nach Angaben aus der schwarz-gelben Koalition läuft die Kandidatur für das Bundespräsidentenamt klar auf von der Leyen zu. "Es gibt starke Indizien dafür, dass sich von der Leyen durchsetzen wird", verlautete aus Koalitionskreisen. Aller Voraussicht nach werde Kanzlerin Angela Merkel die Personalie am Donnerstagabend bei ihrem Treffen mit den Unions-Ministerpräsidenten in Berlin abstimmen. Es wird damit gerechnet, dass die drei Parteivorsitzenden Merkel, Horst Seehofer (CSU) und Guido Westerwelle (FDP) am Freitag in Anwesenheit der Kandidatin in der Bundespressekonferenz in Berlin die Entscheidung verkünden.
In der Regierungskoalition gibt es aber auch Bedenken gegen eine Kandidatur von der Leyens. "Es gibt die Sorge, dass ihr Weggang eine zu große Lücke im Kabinett reißen könnte", hieß es aus Unionskreisen. Falls von der Leyen in der Regierung als unverzichtbar gilt, würden die Chancen für den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff steigen, Bundespräsident zu werden. Denn auch Finanzminister Wolfgang Schäuble wäre kaum zu ersetzen. Dem vierten Favoriten auf das Präsidialamt, Bundestagspräsident Norbert Lammert, werden nur noch Außenseiterchancen eingeräumt.
Unterdessen regt sich im Internet Widerstand gegen die Arbeitsministerin. Unter dem Motto "Not my president" (Nicht meine Präsidentin) protestieren zahlreiche Nutzer von Facebook, Twitter und Co. gegen eine mögliche Wahl der 51-Jährigen. Grund für den Unmut: Als Familienministerin schrieb sich von der Leyen den Kampf gegen Kinderpornografie auf die Fahnen und setzte sich dabei vehement für Internetsperren ein. Viele Nutzer unterstellten ihr, ein Zensursystem einrichten zu wollen. Daher rührt auch der Spottname "Zensursula". Eine Online-Petition gegen das Sperrgesetz der damaligen schwarz-roten Bundesregierung unterzeichneten mehr als 130.000 Bürger.
Bei Facebook protestierten bis zum Nachmittag mehr als 5700 Mitglieder, indem sie der Gruppe "Zensursula - Not my president!" beitraten. Einige schmähten die Politikerin mit Kommentaren, andere diskutierten über mehr oder weniger ernsthafte Alternativen für den Präsidentenposten. Im Gespräch: der frühere Verfassungsrichter Hans-Jürgen Papier, Ex-Außenminister Joschka Fischer, aber auch der Kabarettist Volker Pispers und Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer.
Zwischen witzig und deftig waren die Kommentare bei Twitter. Ein Nutzer fragt über den Kurzmeldungsdienst, wie man in Österreich politisches Asyl beantragen könne. "Eine Frau, die Grundgesetz und Freiheitsrechte mit Füßen tritt als Präsident aller Deutschen!?", schreibt ein anderer Nutzer. Ein weiterer Anlaufpunkt der Unzufriedenen waren Blogs - darunter das populäre Netzpolitik.org. Der Slogan "Not my president" kam bereits bei Wahlkämpfen in den USA zum Einsatz, als Bürger ihren Protest gegen den damaligen Amtsinhaber George W. Bush ausdrückten.
Quelle: dapd , dpa
Mecki schrieb:
am 2. Juni 2010 um 19:02:14
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Präsident(in)
In diesem System ist doch alles egal. Warum denn eigentlich nicht unsere Super- Lena ?
Bei der gegenwärtigen
Regierungstruppe würde sie garnicht auffallen und als Bundespräsidentin würde sie
mit Raabs Hilfe Sympathiepunkte sammeln.
... Einfach trällern ...
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G.S. schrieb:
am 2. Juni 2010 um 19:02:03
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Und ich will
OTTO!!!
Oder wenigstens Dieter Nuhr!
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Noname schrieb:
am 2. Juni 2010 um 19:01:48
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Präsident
Hallo, ich schliesse mich zu 100 % der Meinungen von "dielie" und "eberhardt" an.
Der/die Kandidatin sollte/n - unbedingt -
Parteilos sein, alles andere riecht nach Postenschieberei und hat mit Demokratie "Nichts" aber auch "Garnichts" zu tun.
Wie wäre es denn mal mit einem Journalisten oder Autor?.
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