12.12.2011, 08:30 Uhr
Die Universität Heidelberg bleibt hart: Die Europa-Abgeordnete Silvana Koch-Mehrin erhält ihren Doktortitel nach der Plagiat-Affäre nicht zurück. Die Hochschule lehnte den Widerspruch der FDP-Politikerin gegen die Entziehung des Titels ab.
Der Promotionsausschuss habe sich nach sorgfältiger Prüfung des Widerspruchs entschieden, an seiner Bewertung festzuhalten. Demnach sei Koch-Mehrin wegen schwerwiegender falscher Angaben über die Eigenständigkeit der erbrachten wissenschaftlichen Leistung der Doktorgrad zu entziehen.
Der Beschluss sei ihr über ihre Anwälte bekannt gegeben worden, teilte die Hochschule mit. Ihr Anwalt Christian Birnbaum erklärte in einer Mitteilung: "Der nächste von der Verfahrensordnung vorgesehene Schritt ist die Klage zum Verwaltungsgericht."
Koch-Mehrin hatte den Doktorgrad im Jahr 2000 an der Philosophisch-Historischen Fakultät der Heidelberger Universität erworben. Nachdem eine Vielzahl von Plagiaten nachgewiesen worden war, entschied der Promotionsausschuss der Hochschule im Juni 2011, ihr den Titel abzuerkennen.
Ihre Dissertation "Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik: Die Lateinische Münzunion 1865-1927" bestehe in substanziellen Teilen aus Plagiaten, hieß es zur Begründung. Auf rund 80 Textseiten der Dissertation fänden sich über 120 Stellen, die abgeschrieben seien. Sie stammten aus mehr als 30 verschiedenen Publikationen, von denen zwei Drittel nicht im Literaturverzeichnis auftauchten.
Koch-Mehrin hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Sie erklärte, ihre Arbeit sei zwar "nicht frei von Schwächen, nicht selten ungenau, oberflächlich und manchmal geradezu fehlerhaft". Die wissenschaftlichen Ergebnisse ihrer Arbeit beruhten jedoch auf ihrer eigenen Leistung.
Die Politikerin hatte Widerspruch gegen die Aberkennung eingelegt. Auf ihrer Webseite begründete sie das damit, dass der Universität die Schwächen der Arbeit lange bekannt gewesen seien. "Der Promotionsausschuss hat mir im Jahr 2000 in voller Kenntnis aller eklatanten Schwächen meiner Arbeit den Doktortitel verliehen." Und weiter: "Heute sieht der Promotionsausschuss das anders", schrieb sie damals.
Wegen der Plagiatsaffäre hatte Koch-Mehrin ihr Amt als Vorsitzende der FDP im Europäischen Parlament niedergelegt und war auch als Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments zurückgetreten.
Quelle: dapd , dpa
Michael schrieb:
am 9. Dezember 2011 um 21:06:16
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Doktor
Mehr sein als schein, das sind unsere Politiker.
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markus rehm schrieb:
am 9. Dezember 2011 um 21:05:02
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koch-schummeling
Soll sie doch mit KT eine neue Partei gründen.
Gibt doch bestimmt nen ganz flotten Dreier mit der Pauli zusammen. Ist
eigentlich schon wieder Fasching??????
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Carlo schrieb:
am 9. Dezember 2011 um 21:04:40
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Dreist
Sie gibt zu, die Disseration sei ungenau, fehlerhaft und mit Schwäche gewesen und besteht auf ihrem Titel. Wie dreist muß man sein?
Ist das die Voraussetzung Politiker zu werden?
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