21.05.2007, 10:40 Uhr
Noch vor den Koalitionsverhandlungen von SPD und Grünen in Bremen gibt es Spekulationen über möglicherweise prominentes Personal für die Grünen. Im Gespräch für einen Senatorenposten in dem Bundesland sei Bundesvize und Ex-Umweltminister Jürgen Trittin, der dafür aus Berlin umsiedeln könnte, berichtet die "Bild"-Zeitung. Die "Süddeutsche Zeitung" bringt dazu die zweite Vizechefin der Grünen Krista Sager ins Gespräch, die immerhin in Bremen geboren ist.
Kein Dementi aus Bremen
Die Chefin der Bremer Grünen Karoline Linnert gab keinen eindeutigen Kommentar ab, dementierte aber auch nicht. "Es gibt viele mögliche Kandidaten", sagte sie gegenüber "Spiegel Online" auf Sager und Trittin angesprochen. Bürgermeister Jens Böhrnsen plant im Fall einer rot-grünen Koalition, zwei der sieben Senatorenposten an die Grünen zu vergeben. Als sicher gilt, dass Linnert das Finanzressort zugesprochen bekommt.
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"Keinem Diktat beugen"
Die Grünen-Chefin äußerte sich außerdem sehr selbstbewusst in Hinblick auf die bevorstehenden Koalitionsverhandlungen. "Die Möglichkeit, dass es nicht zu Stande kommt, die gibt es immer und wir werden uns bestimmt keinem Diktat beugen", sagte Linnert am Montag im Deutschlandfunk.
"Vielleicht auchandere Möglichkeiten"
Sie werde die Verhandlungen ernsthaft führen und könne sich zwei der sieben Senatorenposten für ihre Partei vorstellen, sagte Linnert weiter. "Aber wir reden mit denen, da gibt es vielleicht auch noch andere Möglichkeiten." Unmittelbar nach der Bürgerschaftswahl am 13. Mai hatte Linnert erklärt: "Wir haben ein überragendes Votum der Wähler bekommen. Bremen braucht den Wechsel. Wir möchten gern mitregieren." Die Grünen fuhren in Bremen mit 16,4 Prozent der Wählerstimmen ihr deutschlandweit bestes Ergebnis ein.
Böhrnsen von Bündnis überzeugt
Bremens SPD-Bürgermeister Jens Böhrnsen erklärte, in ersten Gesprächen mit den Grünen sei es um die Frage gegangen: "Kann man vor allem Rückenwind für die gesellschaftlichen Herausforderungen gewinnen, die in Bremen in besonderer Weise gegeben sind?" Diese Herausforderungen, etwa die hohe Arbeitslosigkeit in Bremerhaven, seien für die Bremer SPD "am besten in einer Regierungskonstellation mit den Grünen" anzugehen. Auch bei Kinderbetreuung und Bildung seien die Schnittmengen mit den Grünen größer gewesen als mit dem langjährigen Koalitionspartner CDU, sagte Böhrnsen.
Verhandlungen ab Montag
Der SPD-Landesvorstand hatte sich am Sonntag für eine Regierungszusammenarbeit mit den Grünen ausgesprochen. Am Montag will die Sondierungskommission der Grünen dem Landesvorstand empfehlen, Koalitionsverhandlungen aufzunehmen. Die Mitglieder beider Parteien müssen noch in Koalitionsverhandlungen einwilligen.#
Quelle: dpa , t-online.de
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