28.12.2011, 09:00 Uhr | dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
Berlin (dpa) - Nach Ablauf einer Frist zur Umsetzung einer EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung verschärft sich der Streit in der Koalition.
Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), warf Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) vor, auf Zeit zu spielen. "Es gibt keinen Zweifel daran, dass wir europarechtlich verpflichtet sind, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen", sagte Bosbach der "Passauer Neuen Presse" (Mittwoch).
Am Dienstag war eine von Brüssel gesetzte Frist für eine Neuregelung ausgelaufen. Fast 22 Monate nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, mit dem die alte Regelung zur Vorratsdatenspeicherung gekippt wurde, zeichnet sich in der Bundesregierung weiterhin keine Einigung bei dem Thema ab. Leutheusser-Schnarrenberger will die Daten weiterhin nur nach konkreten Anhaltspunkten für Straftaten speichern lassen ("Quick Freeze").
Bosbach betonte: "Die Vorratsdatenspeicherung ist ein unverzichtbares Instrument zur Aufklärung und Verhinderung von schweren Straftaten. In vielen Tatkomplexen gibt es als Ermittlungsansatz nur elektronische Spuren und sonst nichts." Wenn diese Spuren in kürzester Frist gelöscht würden, griffen die Strafverfolgungsbehörden ins Leere. Auch der Fall der Zwickauer Rechtsterroristen zeige, wie wichtig und unverzichtbar die Vorratsdatenspeicherung sei.
Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Michael Hartmann, sagte der "Mitteldeutschen Zeitung" (Mittwoch) aus Halle, das "Quick Freeze"-Verfahren sei "kein zureichendes Mittel". Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kritisierte im Radiosender Bayern 2: "Das Konzept des Bundesjustizministeriums ist ganz eindeutig nicht im Einklang mit der EU und bleibt auch deutlich hinter dem zurück, was das Bundesverfassungsgericht ausdrücklich für zulässig erklärt hat."
Der Vorsitzende des Arbeitskreises Innen und Recht der FDP-Bundestagsfraktion, Hartfrid Wolff, hofft auf eine konstruktive Lösung. "Wir bereiten eine vernünftige Kompromisslinie vor. Damit wir für den Fall, dass die EU ein Strafverletzungsverfahren gegen Deutschland einleitet, eine tragfähige rechtsstaatliche Lösung haben", sagte Wolff der Tageszeitung "Die Welt" (Mittwoch). Zusammen mit Unions-Vizefraktionschef Günter Krings (CDU) lade er Innen- und Rechtsexperten der Koalition zu einem Treffen Ende Januar in Berlin ein.
Die Piratenpartei lobte die Haltung der Justizministerin. "Wir begrüßen, dass die Justizministerin der Europäischen Union die kalte Schulter bei der Vorratsdatenspeicherung zeigt. Bei dem Thema ist die Piratenpartei voll auf der Seite von Frau Leutheusser-Schnarrenberger", sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende der Piraten, Bernd Schlömer, dem "Hamburger Abendblatt" (Mittwoch-Ausgabe). Das blinde Sammeln von Daten führe erwiesenermaßen nicht zu einem größeren Erfolg der Polizei bei der Verfolgung von Einzeltätern, so Schlömer.
Gleichzeitig kündigte er an, im kommenden Jahr gemeinsam mit Gruppen wie dem Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung eine Initiative auf europäischer Ebene zu starten, mit der die Richtlinie der EU zur Vorratsdatenspeicherung gekippt werden solle. "Um diese Initiative auf den Weg zu bringen, benötigen wir eine Million Unterschriften in ganz Europa", ergänzte Schlömer.
Nach mehreren Mahnungen ist die EU-Kommission nicht mehr bereit, Deutschland noch mehr Zeit für die Umsetzung der EU-Richtlinie zu geben. Sie droht nun mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof. In letzter Konsequenz kann das Gericht millionenschwere Zwangsgelder verhängen.
Quelle: dpa
Otto schrieb:
am 28. Dezember 2011 um 15:44:11
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Koalitionsstreit um Vorratsdaten verschärft sich
Raus aus der EU.Man sollte evtl. eine Gegenklage beim Europäischen Gerichtshof einbringen,
wegen Unfähigkeit dieser EU Politiker, die die europäischen Bürger ausspionieren wollen. So dumm wie diese Herren EU und andere Politiker sind die Verbrecher bestimmt nicht, sollte die Vorratsspeicherung kommen, um ihre abscheulichen Taten übers Internet /Tekefon zu dokumentieren/anzukündigen.
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Besorgter Bürger schrieb:
am 28. Dezember 2011 um 15:31:03
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Koalitionsstreit um Vorratsdaten verschärft sich
Diese unfähigen Politiker der EU haben bis heute noch nichts Vernünftiges zustande
gebracht. Nun will man den Bürger ausspionieren, mit den Vorwand in vor den Verbrechern/Terrorismus zu schützen. Leider sind unsere sogenannten Politiker auch dieser Meinung. Für wie dumm halten sie eigentlich diese Verbrecher/ Terroristen. Die Vorratspeicherung dient lediglich dafür den Bürger auszuspionieren und es lässt eine andre Zeit (1932-1945)grüßen. Danke, dass ihr uns da wieder hinführt wollt.
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Patrick schrieb:
am 28. Dezember 2011 um 14:00:46
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Vorratsdaten
Ich kann dieses beschissene EU nicht mehr hören und Richtlinien schon 3mal nicht ! Wann merkt der Bürger eigentlich das Ihm
Tag für Tag ein Stück Freiheit mehr geraubt wird durch diesen Staat und diese EU, Kameras mit Gesichtsscannern in den Fußgängerzonen und Flughäfen, Fingerabdrücke in Ausweisen mit Chips, Tests von Überwachungschips für den Menschlichen Körper in Impfstoffen usw.... Das nennt Ihr Freiheit? Na dann gute Nacht
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