Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Deutschland > Innenpolitik >

Koalitionsgipfel: Atomstreit vor einer Lösung

...
Drucken Drucken

Atomstreit vor einer Lösung

06.09.2010, 08:55 Uhr

Atomkraftwerke: Im Streit um längere Laufzeiten zeichnet sich eine Lösung ab (Foto: dpa)

Im Streit um längere Atomlaufzeiten zeichnet sich eine Lösung ab (Foto: dpa)

Die schwarz-gelbe Koalition macht ernst mit der heftig umstrittenen Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken. Im Gegenzug werden die Stromkonzerne mit Milliardenzahlungen an den Bund und für mehr Öko-Strom zur Kasse gebeten. Details wurden am Sonntag ausgehandelt. Damit will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) den monatelangen Streit beenden.

Dabei zeichnet sich eine Paketlösung mit unterschiedlichen Laufzeiten und Sicherheitsanforderungen je nach Alter der 17 deutschen Atomkraftwerke ab. In einer Spitzenrunde von Union und FDP sowie mehrere Ministern im Kanzleramt sah es am Sonntagnachmittag nach einem Kompromiss aus. Noch abends oder nachts sollten Eckpunkte veröffentlicht werden.

"Ein gutes Stück weitergekommen"

In Regierungskreisen hieß es am frühen Abend, man sei ein gutes Stück weitergekommen. Es gebe aber noch offene Details. Bis zuletzt umstritten war, ob die Laufzeiten in Jahren oder Reststrommengen verlängert werden. Nach dem rot-grünen Ausstiegsbeschluss würden die letzten Meiler etwa im Jahr 2025 abgeschaltet.

Es soll dabei bleiben, dass die Atomkonzerne E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall ab 2011 eine Steuer von jährlich 2,3 Milliarden Euro an den Bund zahlen. Allerdings wird diese Abgabe wohl befristet - im Gespräch waren zuletzt 4 bis 6 Jahre. Zusätzlich soll die Industrie bei einer längeren Laufzeit einen Beitrag für den Ausbau von Öko-Strom leisten. Die Größenordnung soll in etwa der Atomsteuer entsprechen.

Bundesrat soll umgangen werden

In der Spitzenrunde wurde auch eine gemeinsame Position von Justiz- und Innenministerium vorgetragen, inwieweit der Bundesrat umgangen werden kann. Eine Laufzeitverlängerung um etwa ein Drittel - gemessen an einer Betriebszeit von 32 Jahren aus dem rot-grünen Atomgesetz - wird dabei als verfassungsrechtlich vertretbar bewertet.

Die Koalition will unbedingt verhindern, dass der Bundesrat ein Vetorecht bekommt. Je länger die Meiler zusätzlich am Netz sind, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Länder zustimmen müssen. SPD, Grüne und Länder haben Verfassungsklagen angekündigt, sollte der Bundesrat umgangen werden. In der Länderkammer hat Schwarz-Gelb keine Mehrheit mehr.

Merkel hatte vor den Gesprächen einen Korridor für längere Laufzeiten von zehn bis 15 Jahren genannt. Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) wollte die Verlängerung möglichst begrenzt halten. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hatte einen Zeitraum von zwölf bis 20 Jahren gefordert. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte der "Welt am Sonntag": "Wir sind der Meinung, dass der Bundesrat nicht zustimmen muss."

Atomkraftgegner demonstrieren vor dem Kanzleramt

Mehrere hundert Atomkraftgegner begleiteten den Atomgipfel vor dem Kanzleramt mit Vuvuzelas, Tröten und Trillerpfeifen. Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel und Grünen-Chefin Claudia Roth kündigten einen "heißen Herbst" an. "Ohne Not bricht die Bundesregierung einen der größten gesellschaftlichen Konflikte der Bundesrepublik wieder auf", sagte Gabriel. Sollte Rot-Grün wieder an die Macht kommen, werde eine Laufzeitverlängerung rückgängig gemacht. Linke-Fraktionschef Gregor Gysi sagte: "Wir erleben eine Beschädigung der Demokratie."


Anzeige

Quelle: dapd , dpa

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Koalitionsgipfel: Atomstreit vor einer Lösung" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Koalitionsgipfel: Atomstreit vor einer Lösung" gefallen hat.

 

UMFRAGE

Sollen die Laufzeiten für Atomkraftwerke verlängert werden?

Nachrichten
Streit um Atom-Laufzeiten

Brüderle und Röttgen haben verschiedenen Meinungen zur Kernenergie. zum Video

Anzeige
Video
Politikerin posiert nackt auf Wahlplakat

Die Mexikanerin Natalia Juarez will mit dem Plakat aufrütteln. zum Video

Augenblicke
Fotos des Tages
Ein verletzter Bulle rächt sich an einem mexikanischen Matador und wirft ihn in die Luft. (Quelle: Reuters\Olivier Anrigo )

Tierische Rache an einem Matador. mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Restposten-Verkauf
Frühlings Lieblinge: Frisch aus der neuen Kollektion bei neckermann.de

Lagerräumung mit bis zu 80% Rabatt.
von neckermann.de

Sexy Jeans-Röcke
Trend-Styles von Esprit

Der Trend im Sommer: jetzt in angesagten Waschungen. mehr


© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige