Stilles und beengtes Örtchen im All: Eine der Toiletten auf der internationalen Raumstation ISS (Foto: dpa)
In der zurzeit mit 13 Astronauten übervollen ISS herrscht nun auch Gedränge vor den Klos. Nachdem am Sonntag eine der zwei Toiletten an Bord der Internationalen Raumstation ausgefallen war, wurde mit Hochdruck an einer Reparatur gearbeitet. Das Klo-Problem trat während der Vorbereitungen für den geplanten zweiten ISS- Außeneinsatz von zwei Astronauten auf.
Dabei wurde mit Hilfe der Kranarme des angedockten Space-Shuttle "Endeavour" und der Station eine Palette mit Ersatzteilen aus der Ladebucht der Raumfähre gehievt und zur Entleerung in Position gebracht.
Pumpen-Trennungseinrichtung überflutet
Derweil wurde der belgische Astronaut Frank De Winne damit beauftragt, die defekte Toilette zu inspizieren. Dabei trug er Schutzkleidung. Experten in der NASA-Bodenzentrale in Houston vermuteten, dass eine Pumpen-Trennungseinrichtung in dem millionenschweren Toilettensystem überflutet wurde. Es wurde in den USA gebaut, erst gegen Ende vergangenen Jahres mit einem Shuttle eingeflogen und hat eine Anlage zur Umwandlung von Urin in Trinkwasser.
Toiletten können noch nicht geleert werden
Bis das Problem behoben ist, müssen sich die 13 Raumfahrer in der ISS laut NASA-Anweisung nunmehr streng aufteilen: Die siebenköpfige Besatzung der "Endeavour" besucht ihr eigenes stilles Örtchen, während die sechs Dauerbewohner der ISS das russische Klo benutzen dürfen. Der Toiletten-Abfallwasser-Tank der "Endeavour" kann allerdings nicht geleert werden, so lange der Shuttle an der ISS angedockt ist. Die Ausgangsdüse liegt so, dass beim Austreten die neue Plattform besudelt werden könnte, die am Samstag bei einem ersten Außenbordeinsatz am japanischen Forschungslabor "Kibo" angebracht worden war.