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Klimawandel: Wenn es keinen Weg zurück mehr gibt

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Wenn es keinen Ausweg aus der Klimakatastrophe gibt

03.05.2010, 10:05 Uhr | Benno König, AFP, mmi

Wetter-Extreme werden laut wissenschaftlichen Studien die Regel sein, wenn bestimmte Grenzwerte der Kimaerwärmung erst einmal überschritten sind (Foto: Reuters)

Werden bei der zunehmenden weltweiten Erwärmung bestimmte Grenzwerte - die Wissenschaftler sprechen von "Kipp-Punkten" - erreicht, lassen sich Entwicklungen nicht mehr umkehren.

Überflutungen ganzer Küstenregionen, das großflächige Absterben der tropischen Regenwälder und Dürre in weiten Teilen Asiens werden laut wissenschaftlichen Studien die Folge sein.

Grönland-Eis

Der gigantische Eispanzer Grönlands verliert bereits an Masse, ist aber noch halbwegs intakt. Einen "Kipp-Punkt", ab dem ein Abschmelzen nicht mehr aufzuhalten wäre, erwarten Wissenschaftler bei einer Erwärmung zwischen einem und vier Grad. Die Untergrenze dieses kritischen Bereichs wird auf jeden Fall erreicht werden. Schmilzt das Grönland-Eis, steigt der Meeresspiegel bis Ende des Jahrhunderts um etwa einen halben Meter, in den folgenden Jahrhunderten um schätzungsweise sieben Meter.

Golfstrom

Der massive Süßwasser-Zufluss durch ein Schmelzen des Grönland-Eises würde den Golfstrom zumindest abschwächen. Der Golfstrom ist eine warme Meeresströmung im Atlantik, der dafür sorgt, dass in Nordeuropa gemäßigte Temperaturen herrschen. In Verbindung mit generell stärkeren Niederschlägen könnte er ganz zum Erliegen kommen. Klimazonen rings um den Atlantik würden sich dann deutlich verändern. In Nordeuropa würden die Winter kälter und trockener, in Äquatornähe gäbe es Dürren, aber auch mehr Überschwemmungen. Ein Zusammenbruch der Meeresströmungen wird bei einem Temperaturanstieg zwischen drei und fünf Grad befürchtet.

Amazonas-Region

Der Regenwald am Amazonas nimmt trotz aller Abholzung noch große Mengen Kohlendioxid (CO2) auf. Bei fortschreitender Erwärmung würde das Klima der Region trockener, wodurch noch in diesem Jahrhundert bis zu 70 Prozent der Vegetation absterben könnten. Das Aussterben zahlreicher Pflanzen- und Tierarten wäre die Folge. Zugleich würde der Verlust dieser CO2-Senke den Klimawandel massiv verstärken. Der "Kipp-Punkt" dürfte bei einer Erwärmung zwischen drei und vier Grad liegen, vielleicht auch schon bei einer geringeren Erwärmung. Bei ähnlichen Temperaturen würden wohl auch die großen Nadelwälder der Nordhalbkugel absterben.

Monsun-Regen

Durch die Erwärmung müsste der jährliche Monsunregen in Indien in den Monaten Juni und Juli eigentlich zunehmen. Beobachtet wird aber eine Abschwächung, da eine zunehmende Dunstglocke aus Ruß und anderen Schwebstoffen einfallendes Sonnenlicht reflektiert. Dadurch könnte der Monsun-Regen sogar ganz ausbleiben, was für die indische Landwirtschaft katastrophale Folgen hätte. Auch in Afrika werden Veränderungen des Monsunregens erwartet, wobei durch den Klimawandel die Sahel-Zone weniger, der Golf von Guinea mehr Regen erhalten würde. "Kipp-Punkte" lassen sich schwer abschätzen, die Auswirkungen für hunderte Millionen Menschen sind jedoch gewaltig.

Permafrost-Boden

Bereits heute ist ein starkes Auftauen des Permafrost-Bodens besonders in Sibirien zu beobachten. Hochrechnungen lassen erwarten, dass sich die Dauerfrost-Zone bis 2100 um 90 Prozent verkleinern könnte. Dabei kann ein Schwellenwert erreicht werden, bei dem der Abbau von Kohlenstoff durch Bakterien so viel Hitze freisetzt, dass sich das Auftauen stark beschleunigt. Eine Folge ist die Freisetzung des starken Treibhausgases Methan, die bereits heute zu beobachten ist. Dies beschleunigt wiederum das Abschmelzen des arktischen Meer-Eises.

Himalaya-Gletscher

Schmelzwasser aus den Gletschern des Himalaya sichert im Sommer über Flüsse wie Mekong, Jangtse und Ganges die Wasserversorgung für hunderte Millionen Menschen in Asien. Derzeit schmilzt ebenso wie bei anderen Gletschern weltweit deutlich mehr Eis ab, als im Winter hinzukommt. Da durch die kleinere Eisfläche weniger Sonnenlicht reflektiert wird, lässt sich dieser Prozess immer schwerer stoppen. Sind die Gletscher verschwunden, könnte die Wasserversorgung in großen Teilen Asiens zusammenbrechen.

Welche Maßnahmen helfen?

Laut einem Papier des Umweltbundesamtes ist es angesichts der drohenden unvermeidlichen Klimaveränderungen zum einen erforderlich, die Emission von Treibhausgasen zu vermindern, zum anderen seien Maßnahmen zur Anpassung an diese Klimaänderungen notwendig. Beispiele für solche Anpassungsmaßnahmen wären eine effizientere Nutzung von Wasserressourcen, die Anpassung von Baunormen an künftige Klima- und Wetterbedingungen, der Ausbau einer verbesserten Infrastruktur für den Hochwasserschutz (beispielsweise durch Anhebung der Deiche), sowie die Entwicklung von Kulturpflanzen, die auch in extremer Trockenheit gedeihen können.


Quelle: AFP

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Kommentare (1)

zum Forum

Thema: "Klimawandel: Wenn es keinen Weg zurück mehr gibt"

Naturfreund schrieb: am 30. April 2010 um 15:09:42
(0) (0) Klima
Wenn dann auch noch ein Volk das Pech hat von Merkel und Co. regiert zu werden,zerstört man dessen Solarbranche so wie bei uns in
Deutschland. So leidet der Rest der Welt/Umwelt gerade automatisch mit !
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