14.12.2007, 13:15 Uhr
In der Arktis schmolz so viel Eis weg, wie nie zuvor (Quelle: dpa)In der Arktis ist in diesem Sommer so viel Eis abgeschmolzen wie nie zuvor. Das weggetaute Eis entspreche mit 1,7 Millionen Quadratkilometern nahezu der Fläche Alaskas, sagte der Meeresforscher Michael Steele von der Universität Washington in Seattle am Freitag. Bis 2006 dagegen habe die Fläche des in den Sommermonaten geschmolzenen Meereseises im Durchschnitt bei rund 63.000 Quadratkilometern gelegen. Im Jahr 2007 sei der Rückgang "enorm" gewesen, betonte der Wissenschaftler.
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Eiskappe so klein wie nie
Die Eiskappe der Arktis habe derzeit eine Größe von rund 4,13 Milliarden Quadratkilometern und sei damit so klein wie nie zuvor in der Neuzeit, sagte Steeles Kollege Wieslaw Maslowski von der Naval Postgraduate School im kalifornischen Monterey bei einer Konferenz des US-Geophysikerverbandes AGU. Bis zum Jahr 2013 sei der Arktische Ozean während der drei Sommermonate deshalb möglicherweise eisfrei.
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Wasser war fünf Grad wärmer
Dieser Prognose wollte sich Steele zwar nicht anschließen, er betonte aber, die arktischen Gewässer seien nie zuvor so warm wie in diesem Sommer gewesen. Die Wassertemperatur habe fünf Grad über dem Durchschnitt gelegen.
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Steele machte die Erderwärmung durch den vom Menschen verursachten Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase für die Schmelze verantwortlich. Je dünner das Eis sei, desto rascher taue es - und desto eher trieben Winde es von Alaska und dem Osten Sibiriens weg. Durch den Schwund der schützenden reflektierenden Eisschicht heize die Sonnenwärme den Ozean auf, weil das Wasser das Sonnenlicht absorbiere. Dadurch werde die Eisschmelze weiter beschleunigt, warnte der Forscher.
Daten aus hundert Jahren
Die Forschungsergebnisse basieren auf den Messdaten der vergangenen hundert Jahre sowie auf aktuellen Messergebnissen, die auch aus Satellitendaten der US-Raumfahrtbehörde NASA gewonnen wurden.
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Quelle: AFP
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