19.05.2011, 13:13 Uhr | Von Thomas Borchert, dpa
Für Killerwale ist das Eis in der Arktis gefährlich - es könnte ihre empfindlichen Rückenflossen verletzten (Foto: dpa)
Eisbären sind als Könige der nördlichen Arktis akut vom Klimawandel bedroht. Künftig könnten Orcas, auch Killer- oder Schwertwale genannt, die Herrschaft übernehmen. Denn: Das immer schnellere Schrumpfen der nordpolaren Eismassen entzieht den riesigen Bären die Lebensgrundlage. Für die Meeressäuger hingegen verschwindet mit dem Eis ein entscheidendes Hindernis: Sie können jetzt auch im äußersten Norden auf die Jagd nach Beute gehen.
"Wenn die Arktis-Invasion der Killerwale und anderer Säugetiere aus milderen Regionen kommt, wird es hier verstärkt Konkurrenz um Nahrung zwischen den Arten geben", sagte der kanadische Biologe Steven Furgeson der dänischen Zeitung "Politiken". Seine Forschung für die Manitoba University of Canada habe ergeben, dass traditionell in der Polarregion ansässige Arten, darunter auch andere Wale, durch die neue Hackordnung im Bestand gefährdet werden können.
Traditionell haben sich die Orcas aus der Arktis ferngehalten, weil das Eis gefährlich für ihre sehr empfindlichen dreieckigen Rückenflossen ist. Doch das Eis verschwindet immer schneller, so hieß es erst Anfang Mai wieder in einer neuen Schätzung für den Arktischen Rat. Fergusons Arbeit ist Teil dieses umfassenden neuen Gutachtens. Darin wird ein Anstieg des globalen Meeresspiegels um 0,9 bis 1,6 Meter bis 2100 vorhergesagt.
Der Kanadier verweist in "Politiken" auf schon jetzt zu beobachtende Störung der Balance zwischen den Tierarten. In der Arktis seien immer häufiger "Gastvisiten" von Killerwalen und anderen Tieren in den Sommermonaten zu beobachten. Tendenz steigend, denn ihr Polarrevier wird immer größer.
Der Killerwal (Orcinus orca) ist ein sehr gefräßiger und intelligenter Kleinwal. Die Tiere sind in der Regel sechs bis acht Meter lang und sechs Tonnen schwer. Seit einigen Jahren werden sie immer häufiger vor der Halbinsel Labrador gesichtet, wo sie vor allem Jagd auf Robben machen. Aber die Meeresräuber stürzen sich im Polarmeer auch auf andere Wale wie den Narwal, den Pottwal und den Beluga (Weißwal) - dabei attackieren sie etwa Walkälber in Gruppen.
Auch andere Walarten wie der Buckelwal, der Zwergwal und der Grauwal werden dank schrumpfender Eisberge häufiger als früher im äußersten Norden auftauchen, sagt Ferguson voraus. Aber weil sie im Gegensatz zum Killerwal keine Raubtiere sind, können sie auch nicht so viel Chaos im Ökosystem auslösen. Unweigerlich Konsequenzen, so meint der kanadische Biologe, müsse die Balance-Störung auch auf die bisher zugelassene Jagd der Arktis-Ureinwohner auf einheimische Wale haben.
Quelle: dpa
Konstruktiv schrieb:
am 19. Mai 2011 um 19:45:30
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Biologisches Chaos
Die zugehörige wissenschaftliche Theorie heisst Chaostheorie. Sie beschreibt, u.a. wie die Kreativität der Natur
funktioniert und immer wieder Neues entstehen lässt. "Balance" ist ein schönes Wort, auf die Natur bezogen bedeutet Balance aber Stagnation, Anpassungsunfähigkeit, Tod. Natur ist kreative Veränderung, Entstehung von Neuem, Anpassung.
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Konstruktiv schrieb:
am 19. Mai 2011 um 19:03:16
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Biologisches Gleichgewicht
Natürlich sollten wir im Auge behalten, daß die Artenvielfalt nicht zerstört wird. Mit einigen sehr
irreführenden Begriffen würde ich aber gerne aufräumen. So etwas, wie "ökologisches Gleichgewicht" oder "Balance des Ökosystems" gibt es nur in den Köpfen der Menschen. Es gibt nur eine "Dynamik des Ökosystems", eine "dynamische Veränderung der Arten". Evolution beruht auf dem "Chaos im Ökosystem" (die zugehörige wissenschaftliche Theorie heiss
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MW schrieb:
am 19. Mai 2011 um 18:03:19
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Biologisches Gleichgewicht
Ich weiß nicht, was immer das hysterische Getue um die Änderung der Lebensräume der Arten mit dem Klimawandel
soll. Das gab es schon immer und es wird sich dann halt ein anderer Artenmix bilden. Es ist ja nicht so, dass in Südeuropa das ökologische Desaster herrscht, obwohl es dort auch früher schon wärmer war als es in Deutschland je werden wird.
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