Drucken
Kabinett der Malediven tagt unter Wasser
05.10.2009, 15:51 Uhr
Der steigende Wasserpegel bedroht das Urlaubsparadies der Malediven (Foto: dpa)
Mit einer außergewöhnlichen Kabinettssitzung will die Regierung der Malediven auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam machen. So kommen die Minister und Präsident Mohamed Nasheed am 17. Oktober unter Wasser zu einer Sitzung zusammen.
Die 14 Kabinettsmitglieder hätten bereits die Grundlagen des Tauchens und des Umgangs mit Atemgeräten gelernt, berichtete ein Sprecher in der Hauptstadt Male. Nasheed habe bereits vorher einen Tauchschein gehabt. Bei seiner Sitzung in sechs Metern Tiefe werde das Kabinett einen Aufruf an die Weltgemeinschaft zur Reduzierung von Treibhausgasen verabschieden, hieß es. Kommuniziert werde per Handzeichen und Tafeln.
Inselstaat besonders bedroht
Die südwestlich von Sri Lanka im Indischen Ozean gelegenen Malediven sind vom Klimawandel besonders bedroht. Schon ein Anstieg der Meeresspiegel um 18 bis 59 Zentimeter bis 2100 würde die Inselgruppe praktisch unbewohnbar machen. Mehr als 80 Prozent der Malediven erhebt sich weniger als einen Meter über den Meeresspiegel.
Umzug möglich
Nasheed hatte im September in einer eindringlichen Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen die Bedrohung für sein Land beschrieben, die der Präsident als so akut einschätzt, dass er bereits den Kauf eines Territoriums für seine rund 300.000 Staatsbürger in Australien, Indien oder Sri Lanka in Erwägung zog. Im Dezember finden in Kopenhagen die Verhandlungen über ein Nachfolgeabkommen für das Klimaprotokoll von Kyoto von 1997 statt.
Quelle: AFP