09.08.2010, 13:51 Uhr
Extrem heiße Sommer werden in Zukunft häufiger (Foto: imago)
Der Klimawandel dürfte große Hitzewellen in immer kürzeren Abständen zur Folge haben. "Die Hitzeextreme werden deutlich häufiger", sagte Peter Höppe, der Leiter der GeoRisikoForschung der Rückversicherungsgesellschaft Munich Re. Damit steige auch die Gefahr für verheerende Waldbrände wie derzeit in Russland.
Der Kampf um eine Reduktion von Treibhausgasen müsse deshalb auf der Agenda bleiben. Der enttäuschende Ausgang des Weltklimagipfels in Kopenhagen habe allerdings gezeigt, dass schnelle Lösungen nicht in Sicht sind, sagte Höppe. "Der Schlüssel liegt bei den USA und China."
Die Rekordhitze im Sommer 2003 hatten Wissenschaftler zunächst noch als ein Ereignis gewertet, das nur alle 450 Jahre auftritt. Die Hitzewelle kostete europaweit rund 70.000 Menschenleben. Eine britische Studie ergab jedoch, dass sich mittlerweile die Wahrscheinlichkeit für solche Ereignisse verdoppelt hat, in der Mitte des Jahrhunderts könnten ähnliche Hitzewellen sogar alle zwei bis drei Jahre wiederkehren, sagte Höppe. Auch in diesem Sommer seien Rekordmarken erreicht worden: So wurde am 29. Juli in Moskau mit 37,8 Grad Celsius die bisher höchste Temperatur in den 130-jährigen Wetteraufzeichnungen gemessen.
Aber auch in Deutschland machten sich zuletzt die Auswirkungen der Hitze bemerkbar. Mit einer Durchschnittstemperatur von 20,2 Grad Celsius habe das Land den viertwärmsten Juli seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt. Neben dem Ausfall von Klimaanlagen in ICE- Zügen mussten auch Kraftwerke ihre Leistung drosseln, weil Flusstemperaturen kritische Schwellen überschritten.
Insgesamt sieht der Experte die Infrastruktur in Europa aber heute deutlich besser für die höheren Temperaturen gerüstet als 2003. "Wir haben heute Hitzewarnsysteme, da hat man sehr schnell gelernt", so Höppe. Aber auch mit der Zunahme weiterer Extremwetterereignisse wie Stürmen oder Starkniederschlägen mit Überschwemmungen sei zu rechnen . Eine Häufung von Tornados sei in Deutschland dagegen bis heute nicht nachgewiesen. "Aber es werden mehr fotografiert, weil heute jeder mit einer Handykamera unterwegs ist.", erklärte Höppe.
Quelle: dpa
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