Wissenschaftler halten es für möglich, dass das arktische Packeis bis 2040 völlig abschmilzt (Quelle: dpa)Der Klimawandel kommt deutlich rascher und schlägt weitaus härter zu als prognostiziert. So eindringlich wie nie zuvor hatte der UN-Klimarat IPCC bereits in seinem Klimareport 2007 vor der Erderwärmung gewarnt. Nach neueren Studien der Umweltstiftung WWF verändert sich das weltweite Klima jedoch noch schneller und stärker.
So könnte der Meeresspiegel nach Angaben der Umweltstiftung WWF bis 2100 um mehr als 120 Zentimeter steigen - mit katastrophalen Folgen auch für die Küsten Europas. "Die weltweiten Kohlendioxidemissionen aus menschlicher Aktivität haben sich von einem Anstieg um 1,1 Prozent jährlich zwischen 1990 und 1999 auf über drei Prozent jährlich zwischen 2000 und 2004 erhöht", heißt es einem Report des WWF, der die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel zusammenfasst. Gleichzeitig sinke die Aufnahmekapazität für Kohlendioxid der Ozeane und der Natur an Land.
Die Wissenschaftler halten es für möglich, dass das arktische sommerliche Packeis bis zum Jahr 2040 völlig abschmilzt. Dies habe es seit mehr als einer Million Jahren nicht mehr gegeben. Auch Deutschland werde vom Klimawandel nicht verschont. So wird erwartet, dass sturmbedingte Schäden um bis zu 37 Prozent zunehmen.
Hintergründe zum Klimawandel (Montage: T-Online)
80 Prozent weniger Treibhausgase
Um den weltweiten durchschnittlichen Temperaturanstieg auf weniger als zwei Grad Celsius und die Klimafolgen auf ein "hinnehmbares" Maß zu begrenzen, müssten die weltweiten Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 Prozent reduziert werden, heißt es beim WWF. In seinem Klimabericht von 2007 hatte der IPCC noch von 50 bis 85 Prozent gesprochen.
Mehr Kranke und Tote
Die Veränderungen werden wahrscheinlich Gesundheit und Leben von Millionen Menschen bedrohen, so der Klimarat. Mehr Hitzewellen, Überschwemmungen, Stürme, Dürren und Mangelernährung bedeuten mehr Kranke und Tote. Rund 20 bis 30 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten könnten aussterben, wenn die weltweite Durchschnittstemperatur um mehr als 1,5 bis 2,5 Grad Celsius steigt.