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"Unumkehrbarer" Eisverlust an den Polen
25.09.2009, 08:32 Uhr
Rekordschmelze: Das Eis der Gletscher auf Grönland geht immer schneller verloren (Foto: dpa)
Die düstersten Erwartungen der Wissenschaftler scheinen sich zu bestätigen: Das Eis an den Polen schmilzt in einem nie gesehenen Tempo und ist wohl nicht mehr aufzuhalten. So hat die Dicke des Eispanzers in der westlichen Antarktis bereits um über 60 Meter abgenommen.
Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des "British Antarctic Survey" (BAS), die 50 Millionen Lasermessungen eines NASA-Satelliten ausgewertet haben. Ihr Bericht erschien am Donnerstag im Wissenschaftsmagazin "Nature". Das BAS ist ein großes britisches
Polarforschungsprogramm, das 1985 mit der Entdeckung des Ozonlochs auf sich aufmerksam machte.
Eisschmelze hat sich verselbstständigt
In manchen Regionen hat sich die
Eisschmelze verselbstständigt, sagte der britische Wissenschaftler Hamish Pritchard. Unabhängig vom Temperaturanstieg wird das Eis von den freigewordenen Wassermassen aufgelöst. Denn durch das freigesetzte Wasser ist die Strömung an den Eisschildrändern stärker geworden. Allein diese Dynamik, unabhängig von der Wassertemperatur, nagt unaufhörlich an den Gletschern.
Südpol ist besonders stark betroffen
Die Forscher haben herausgefunden, dass die Eisdicke am Südpol seit 2003 jährlich um 9,14 Meter zurückgegangen ist - und der Prozess verläuft immer schneller: Gegenüber der Zeit von 1995 bis 2003 legte das Tempo um 50 Prozent zu. Auch aus
Grönland gibt es dramatische Berichte vom Zustand des Festland-Eises: Bei 81 der 111 Grönlandgletscher hat sich die Schmelze beschleunigt und ein unumkehrbares Ausmaß erreicht.
GrafikDie Arktis schmilzt
"Empfindlichkeit der Polkappen unterschätzt"
"Ein alarmierender Befund", sagt Jason Box von der Universität in Ohio, der nicht an der Studie beteiligt war. "Die Daten zeigen, dass wir die Empfindlichkeit der Polkappen für Klimaveränderungen unterschätzt haben." Auf eine der drängendsten Fragen konnten die Forscher des British Antarctic Survey noch keine Antwort geben: Inwieweit die Eisschmelze in der Antarktis und am Nordpol zum klimabedingten Anstieg der Meeresspiegel beitragen wird.
Quelle: dapd