05.02.2008, 15:01 Uhr | dpa
Kippelemente: Der westantarktische Eisschild ist eine von neun Schlüsselstellen (Quelle: dpa)
Der Grönländische Eisschild und der Amazonas-Regenwald gehören nach Ansicht führender Klimaforscher zu den neun Schlüsselstellen des Klimawandels. In diesen Bereichen haben schon kleine Veränderungen riesige Auswirkungen - die Systeme können leicht kippen, schreiben die Wissenschaftler um Timothy Lenton von der britischen University of East Anglia in Norwich und Hans Joachim Schellnhuber vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS).
Wenn beispielsweise das arktische Meer-Eis schmilzt, kommt darunter die dunklere Wasseroberfläche hervor. Da sie mehr Sonnenstrahlen aufnehmen kann als weiße Eisflächen, wird die Erwärmung verstärkt. Das übrige Eis schmilzt schneller. Die kritische Grenze könnte schon bei einer Erwärmung um 0,5 bis zwei Grad Celsius liegen. Dann wäre die Arktis bereits in wenigen Jahrzehnten im Sommer eisfrei.
Beim Grönländischen Eisschild würden schmelzende Gletscher zunächst den Rand des Schildes abtragen, was zu einer weiteren Erwärmung und Eisverlust führen würde. Steigt die Temperatur dort um mehr als drei Grad Celsius, könnte der Eisschild bereits innerhalb von 300 Jahren abschmelzen und der Meeresspiegel um sieben Meter steigen. Auch der Westantarktische Eisschild könnte in dieser Zeit abtauen, dessen "Kipppunkt" liegt bei einer Erwärmung der Region um fünf bis acht Grad.
Zu den Kippelementen des Weltklimas zählt das Forscherteam auch den Amazonas-Regenwald, die Wälder in nördlichen Breiten oder den westafrikanischen Monsun. So würden die Wälder im Norden der Erde - sogenannte Borealwälder - schon bei drei bis fünf Grad Erwärmung durch Trockenheit und Hitze im Sommer sowie Krankheiten innerhalb von 50 Jahren großenteils absterben. Der Amazonaswald würde durch Entwaldung und Erwärmung derart geschädigt, dass er in dieser Zeitspanne ebenfalls großflächig zerstört sein könnte.
Weitere Kippelemente sind nach Ansicht der Forscher das Klimaphänomen El Niño, der indische Sommermonsun und der große Wasserkreislauf im Atlantik, die sogenannte Thermohaline Atlantikzirkulation. Außerdem zählen die Forscher die Sahara, die Sahelzone und die Region südlich davon dazu. Für ihre Studie berücksichtigten die Wissenschaftler die Ergebnisse eines Workshops mit 36 führenden Klimaforschern im Oktober 2005, die Befragung von 52 Experten und wissenschaftliche Literatur.
Quelle: dpa
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr
Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special
Entdecken Sie jetzt die modischen Hosen der Saison – in exzellenter Passform! von AtelierGS