08.12.2010, 11:15 Uhr | Harnisch, Jochen
Die Zeit für eine europäische Initiative in Sachen Klimaschutz ist gekommen (Foto: Paul Falardeau)
Das Ziel global wirksamen Klimaschutzes scheint in Ermangelung an Fortschritten durch eine Reformagenda in Bezug auf die Rolle der Weltbank und die Schaffung neuer Wege für Entwicklungsfinanzierung ersetzt worden zu sein. Wie ohne klare Verkettung von verbindlichen Finanzierungszusagen mit Zugeständnissen der Schwellenländer eine Verhandlungslösung für das Klimaproblem gelingen soll, bleibt offen.
Erweiterte Reformagenden könnten jedoch leicht zur Überfrachtung des Prozesses führen. Mit Entwicklungsbanken stehen multilaterale Strukturen bereit, um internationalen Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel zusammen mit dem Privatsektor schlagkräftig umzusetzen. Aufgrund der klimapolitischen Blockade der USA werden über die kommenden Jahre nur Allianzen gleichgesinnter Staaten das nötige Momentum für sachgerechte Antworten auf den Klimawandel erzeugen können. Deshalb sollte sich der UN-Prozess dafür öffnen.
Der Schutz von Regenwäldern wird dauerhaft und in der erforderlichen Größenordnung nur im Rahmen verbindlicher Zahlungsverpflichtungen oder durch internationale Steuern finanziert gelingen, muss aber differenzierte Eigenbeiträge der Waldländer und einen gestuften Übergang in die Eigenverantwortung umfassen. Eine alleinige und stetige Finanzierung über einen Markmechanismus erscheint nicht realistisch. Die Finanzierung von Anpassung an den Klimawandel sollte nicht als eine postkoloniale Kompensationszahlung verstanden werden, sondern fachlich fundiert, als Teil guter Entwicklungszusammenarbeit erfolgen. Parallelstrukturen, wie sie mit Anpassungsfonds geschaffen werden, fehlt im Bereich Anpassung bei aller Symbolwirkung die fachliche Rechtfertigung.
Im Stromsektor wie auch im Bereich energieintensiver Industrien wird Klimaschutz realistischerweise nur mithilfe einer angemessenen Nutzung internationaler Kohlenstoffmärkte gelingen. Technologien für Energieeffizienz bedürfen ihres eigenen Förderinstrumentariums. Klimaschutztechnologien außerhalb des Wirkungsbereichs der Kohlenstoffmärkte können über zinsverbilligte Darlehen, Garantien und selektiv durch Zuschüsse international gefördert werden. Die industriepolitische Agenda von Ländern kann hier die Umsetzung von Klimaschutzzielen forcieren helfen.
Unsere internationalen Partner fragen uns zunehmend, wann wohl die Stunde eines europäischen Vorstoßes gekommen sein mag. Europa hat sehr früh die Herausforderungen und Chancen eines Strukturwandels hin zu einer ökologisch verträglichen Wirtschaftsweise erkannt und mit mutigen und innovativen politischen Maßnahmen auf europäischer Ebene reagiert. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten scheint der Glaube an die Schlagkraft dieser Strategie verlorenzugehen. Aber machen wir uns nichts vor: Europa hat als rohstoffarmer Kontinent mit hohem Wohlstandsniveau keine Alternative zu einem umfassenden Innovationsschub. Stillstand würde zu einem Verlust der Wettbewerbsvorteile Europas führen. Die Übernahme des Minus-30-Prozent-Reduktionsziels kann den Rahmen für die Umsetzung eines solchen ökologisch ausgerichteten Strukturwandels bilden.
Europa sollte gemeinsam mit geeigneten internationalen Partnern Regeln für effiziente, internationale Kohlenstoffmärkte schaffen und sie zur Realisierung ambitionierter Minderungsziele nutzen. Die Zeit für eine umfassende europäische Initiative in Sachen internationaler Klimaschutz ist gekommen.
Jochen Harnisch ist seit der Umweltkonferenz von Rio de Janeiro 1992 in der internationalen Klimapolitik tätig. Der promovierte Physiker arbeitete als Berater für öffentliche und private Institutionen zu Fragen des Emissionshandels, zuletzt bei der Ecofys Germany GmbH als Leiter "Energy and Climate Strategy". Er ist der Leiter des Kompetenzcenters Umwelt & Energie der KfW Entwicklungsbank. Seit 1999 ist Harnisch auch Mitglied der Arbeitsgruppe III des Weltklimarates IPCC.
Harnisch, Jochen
Jogi schrieb:
am 8. Dezember 2010 um 20:17:56
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Klima
Was der Borkenkäfer für den Wald ist, sind wir Menschen für die Erde. Der Planet wird sich selbst helfen und das Problem Mensch wird
sich über kurz oder lang auch selbst erledigen. Diese Klimakonferenzen sind so sinnlos wie ein Kropf. An der endlosen Gier des Parasiten Mensch lässt sich leider nichts ändern.
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Wolf S. schrieb:
am 8. Dezember 2010 um 20:14:02
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Klimaverhandl. Cancún
Für sichere wissenschaftliche Voraussagen zum Klimaanstieg reicht die kurze Zeit seit den ersten Klimabeobachungen
nicht aus. Besonders nicht, um festzustellen, wie weit der Mensch an dieser Veränderung Teil hat. Sollte sie aber von Natur aus, d.h. ohne unsere Mitschuld, statt finden, so ist es vermessen anzunehmen, dass der Mensch sie mit seinen begrenzten Mitteln aufhalten kann. Größenwahn, Fantasie. Wir müssen uns den Gegebenheiten anpassen, wie es die Natur tut.
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Obelix schrieb:
am 8. Dezember 2010 um 18:30:50
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Die spinnen die Römer....äähhh, die Deutschen
Die Merkel will mit uns 80 Millionen Deutschen gegen 6,7 Milliarden Chinese, Afrikaner,
Asiaten, Amerikaner anstinken ? Die Frau bekommt nicht mal unser Gesundheitswesen in den Griff. Alles was die kann, ist uns Stromverbraucher auszurauben zu Gunsten von Besitzern großer Dächer u. zu Gunsten der vier Stromkonzerne, die mit Offshore Windanlagen sich nun das Geld zurück holen, dass sie für die Verlängerung der AKW-Laufzeiten zahlen müssen. Die Merkel betreibt Gehirnwäsche - und viele merkens nich
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