17.06.2010, 13:00 Uhr | Malte Jessl
Die "Tatort"-Ermittler Axel Prahl und Jan Josef Liefers beim Baumpflanzen im Klimawald auf der Insel Usedom (Foto: Gohlke/TMV)
Wenn man dem alten Sprichwort glaubt, dann soll jeder Mann einmal in seinem Leben einen Baum gepflanzt haben. Viele haben aber nicht unbedingt die Tradition im Sinn, wenn sie die Landschaft mit neuen Eichen und Buchen bestücken: "Klimawälder" sollen einen kleinen Beitrag leisten, dem CO2-Ausstoß Kontra zu geben.
Pionier in Sachen Klimawälder ist das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Dort haben Umweltministerium und Landesforstanstalt im Jahr 2007 gemeinsam die sogenannte "Waldaktie" eingeführt. Die Idee dahinter: Touristen, die Ostseestrand, Rügen und Müritz bereisen, sollen die bei ihrem Trip entstandenen Treibhausgase kompensieren können. Mit der Aktie "kaufen" sie eine kleine Fläche, auf der neue Bäume gepflanzt werden. So entsteht neuer Wald - ein Speicher für CO2.
"Die Idee, CO2-Emissionen durch Aufforstung zu kompensieren ist nicht unbedingt neu", sagt Tobias Woitendorf vom Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern. "Das Besondere an unserem Projekt ist der Erlebnischarakter". Auch Anbieter wie "Atmosfair" arbeiten nach einer ähnlichen Methode, meist fließt das Geld aber in Projekte in Entwicklungsländern. "Wir wollen, dass die Menschen direkt vor Ort erleben können, was mit ihrem Geld passiert", so Woitendorf. Bei groß angelegten Pflanzaktionen können Interessierte auch selbst mit anpacken. Mit dem Geld für die "Waldaktie" werden nicht nur die Kosten für die Bäume gedeckt, sondern auch die Pflege des Gebietes - etwa der Schutz vor Rehen.
Rund 12.000 Aktien hat Mecklenburg-Vorpommern bisher an den Mann und die Frau gebracht, neun Klimawälder gibt es in dem Bundesland. Damit hat nur ein kleiner Bruchteil der Touristen das Klimaschutz-Angebot angenommen. "Wir machen Klimaschutz im Kleinen", meint Tobias Woitendorf. Das Projekt leiste zwar wenig zur Bekämpfung des Klimawandels, sei aber wichtig für die Umweltbildung. Rückenwind bekommt das Projekt auch von Umweltverbänden. "Wir brauchen vor allem gute Umweltgesetze, aber freiwillige Projekte wie de Klimawälder brauchen wir zusätzlich", sagt Nicola Uhde, Biologin beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Solche kleinen Projekte könnten auch Vorbildcharakter haben.
In der Tat: Auch außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern gibt es inzwischen einen Klimawald. In Hessen pflanzt der Landesbetrieb Hessen Forst seit kurzem auf einer Fläche von vier Hektar Bäume gegen die Erderwärmung. Bisher ist dieser Wald für den Betrieb reserviert: Bäume werden gepflanzt, um die vielen Flugreisen der Mitarbeiter und Gäste von Hessen-Forst zu kompensieren. Auch interessierte Bürger sollen aber bald nachziehen können. "Wir suchen gerade nach einer Fläche, auf der das möglich ist", sagte Jörg Albrecht, der Initiator des Projekts.
Für einen Klimawald eignet sich nämlich nicht jedes Gebiet. Damit ein solcher Wald überhaupt für den Klimaschutz taugt, muss er auf einer Fläche gepflanzt werden, die nicht schon ohnehin für die Forstwirtschaft vorgesehen ist. Schließlich soll neuer Wald entstehen. In Mecklenburg-Vorpommern wachsen die neuen Bäume daher auf brach liegendem Ackerland oder ehemaligem Militärgebiet. "Wichtig ist auch, dass keine ökologisch wertvollen Offenlandlebensräume zugepflanzt werden", sagt Biologin Nicola Uhde.
Quelle: wetter.info, ddp
Malte Jessl
Gerry schrieb:
am 17. Juni 2010 um 11:55:12
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Klimaschutz-Waldaktien
Alles lächerlich ! Man sieht ja täglich wie die Menschheit die Erde vernichtet !
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Hans schrieb:
am 17. Juni 2010 um 10:47:35
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Waldaktien
Gute Idee! Bei meinem diesjährigen Meck-Pomm-Urlaub werde ich gerne daran teilnehmen.
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Romy schrieb:
am 17. Juni 2010 um 10:15:27
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Meck-Pomm "Waldaktien"
Das gefällt mir gut. Mal sehen, ob ich herausfinden kann, wie man an solche Aktien kommt.
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