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Nordpol könnte schon 2100 völlig eisfrei sein
16.03.2009, 10:47 Uhr
Forscher beobachten einen dramatischen Eisschwund in der Arktis (Foto: imago)
Bis zum Ende dieses Jahrhunderts wird die Arktis alljährlich im September wohl völlig eisfrei sein. Das berichtet Julien Boé von der Universität von Kalifornien in Los Angeles in der Online-Ausgabe des Fachjournals "Nature Geoscience".
Boé und seine Mitarbeiter untersuchten eine Reihe von Simulationen der Eisfläche auf der Basis von 18 verschiedenen Klimamodellen. Bei allen Modellrechnungen sei dasselbe Ergebnis über den Rückgang des arktischen Meereises herausgekommen, berichteten die Wissenschaftler.
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Tempo des Eisrückgangs unterschätzt
Von 1979 bis 2006 habe sich das Eis im Nordpolargebiet bereits um fast 25 Prozent verringert - gemessen am Stand im jeweils wärmsten Monat in dieser Region, dem September. Unter zusätzlicher Berücksichtigung neuer Satellitendaten zieht Boé den Schluss, dass schon am Ende des Jahrhunderts mit dem vollständigen Verlust des Eises im Polarmeer im September gerechnet werden muss. Bisherige Berechnungen hätten die Geschwindigkeit, mit der das Eis verschwindet, deutlich unterschätzt, schreibt der Wissenschaftler.
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Keineswegs bloß natürliche Schwankungen
Die Ausdehnung der Eisfläche in der Arktis schwankt im Jahresverlauf. Jeweils im September, dem sommerlichsten Monat am Nordpol, schrumpft sie auf das natürliche Jahrestief. Die Messungen zeigen jedoch, dass die Ausdehnung - ungeachtet dieser natürlichen Schwankungen - in rasantem Tempo auf Rekordtiefstwerte zurückgeht.
Quelle: dpa