28.12.2011, 10:39 Uhr
Ein Trauerzug zog mit dem Sarg des Diktators durch Pjöngjang. Am Rande der Feierlichkeiten gab es Proteste.
In Pjöngjang haben die Nordkoreaner ihren langjährigen Machthaber Kim Jong Il in einer rund dreistündigen Zeremonie zu Grabe getragen. Wie die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass aus der nordkoreanischen Hauptstadt meldete, hatten die aufwändigen Feierlichkeiten im Kumsusan-Mausoleum begonnen. Dort war Nordkoreas verstorbener starker Mann in einem Glassarg aufgebahrt. Danach wurde der Trauerzug durch die nordkoreanische Hauptstadt gefahren.
Das Staatsfernsehen strahlte Sendungen zu den Feiern aus und zeigte am Dienstag gedrehte Aufnahmen von Kim Jong Un, dem jüngsten Sohn und designierten Nachfolger des Verstorbenen, der sich vor dem gläsernen Sarg seines Vaters verneigte. Anschließend begann nach eigenen Angaben eine Live-Berichterstattung mit Bildern einer schwarzen Limousine, die mit einem riesigen Porträt des Verstorbenen an zehntausenden ehrfürchtigen Soldaten vorbeifuhr.
Danach folgte eine andere Limousine mit einem weißem Blumengesteck, gefolgt von einem langen Wagen mit dem schwarzen Sarg des Verstorbenen, bedeckt von einer roten Fahne. Rechts vom Leichenwagen lief Kim Jong Un, dahinter sein Onkel Jang Song Thaek. Auf der linken Seite eskortierten mehrere militärische Würdenträger den Wagen.
Bei der Zeremonie nahmen im verschneiten Pjöngjang hunderttausende Menschen von dem "geliebten Führer" Abschied. Die Fahrzeugkolonne fuhr mehrere Stunden lang durch die Straßen der Stadt.
Kim Jong Il war am 17. Dezember im Alter von 69 Jahren gestorben. Er hatte das abgeschottete kommunistische Land 17 Jahre lang mit eiserner Hand regiert. Unter seiner Herrschaft starben nach Schätzungen Hunderttausende von Nordkoreanern vor Hunger. Die offiziellen Trauerfeiern sollen am Donnerstag mit drei landesweiten Schweigeminuten zu Ende gehen.
Zusammen mit der Bestattungszeremonie sollte auch die Position von Kim Jong Un weiter aufgewertet werden. Die amtliche Nachrichtenagentur KCNA bezeichnete den Endzwanziger am Mittwochmorgen als "Obersten Führer der Partei, des Staates und der Armee". Kim Jong Un ist auf die Einflussreichen im Staatsapparat, der Arbeiterpartei und der knapp 1,2 Millionen Mann starken Armee angewiesen, will er seine Macht wirklich festigen. Hoch gehandelt wird dabei sein Onkel Jang Song Thaek, der Mann von Kim Jong Ils Schwester Kim Kyong Hui. Er galt bislang als zweitmächtigster Mann im Land.
Nordkoreanische Regierungsgegner schickten unterdessen während einer Versammlung im südkoreanischen Paju an großen Ballons befestigte Flugblätter nach Nordkorea. Darin riefen sie zum Kampf gegen die "kommunistische Dynastie der Kims" auf. Als Anreiz für die Lektüre der Flugblätter versahen sie diese mit Ein-Dollar-Scheinen.
Quelle: AFP , dpa
He schrieb:
am 28. Dezember 2011 um 10:44:30
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@Wolfgang Wagner
Unsachliche Bibelforscher Meinungen,gehören nicht hierher und nirgends hin.
Dieses Land wird übelst unterdrückt.Die
Machthaber sind ein Fall für Den Haag.
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dielie schrieb:
am 28. Dezember 2011 um 10:43:23
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Götzenwerbung
Sicherlich ist die Lage in Nordkorea ein Absurdum. Doch verglichen mit unserer Konsumwerbung kommen Ähnlichkeiten in ihrer
Götzenhaftigkeit auf. Wenn während des abendlichen Fernsehens langsam aber sicher immer mehr Zeit für extrem blöde Werbung draufgeht und dann immer wieder die selben Figuren zu sehen sind, ist man ebenso gequält wie manch ein Nordkorener.
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Stephan schrieb:
am 28. Dezember 2011 um 10:39:49
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Beerdigung des "geliebten Führers"
Ich muß dabei an das alte Rom denken, wo der Kaiser gleichzeitig eine Gottheit war.
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