Keine Nachricht von festgenommenem Menschenrechtler
12.12.2008, 13:33 Uhr
Liu Xiaobo gilt als einer der wichtigsten Menschenrechtler Chinas (Quelle: AFP)
Vier Tage nach seiner Festnahme gab es auch am Freitag noch keine Nachricht von dem festgenommenen chinesischen Bürgerrechtler Liu Xiaobo. Sein Anwalt Mo Shaoping hat nach eigenen Angaben nichts von den Behörden über eventuelle Vorwürfe gegen den Vorsitzenden des chinesischen Pen-Clubs unabhängiger Schriftsteller gehört.
Ob der 52-Jährige auf Dauer festgenommen worden ist, um ihm den Prozess zu machen, erschien offen. "Ich habe keine Ahnung, wie lange es dauern wird", sagte Mo Shaoping.
Nach Informationen des Anwalts sind in Peking, Hangzhou und Hainan noch andere Unterzeichner der "Charta 08" für Demokratie und Menschenrechte in China von Sicherheitsbehörden zu Verhören einbestellt worden. Liu Xiabo gilt als einer der Mitorganisatoren der "Charta 08", die 303 Intellektuelle, Anwälte, Autoren, Lehrer und andere Aktivisten aus Anlass des 60. Jahrestages der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Vereinten Nationen veröffentlichten.
"Untergrabung der Staatsgewalt"
Die Festnahme von Liu Xiaobo, der als einer der wichtigsten Köpfe der Demokratiebewegung in China gilt, hatte international Proteste ausgelöst. Im Zusammenhang mit der "Charta 08", die sich gezielt an die "Charta 77" von 1977 gegen Menschenrechtsverletzungen in der damaligen Tschechoslowakei anlehnt, hatten die Behörden bei der vorübergehenden Festnahme eines anderen Mitorganisators von "Untergrabung der Staatsgewalt" gesprochen. Unter diesem Vorwurf sind schon zahlreiche andere Dissidenten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.