28.10.2010, 14:49 Uhr
Das Elternhaus des Amokläufers von Winnenden. Dessen Vater muss sich vor Gericht verantworten, weil er die Tatwaffe unverschlossen im Schlafzimmer aufbewahrt haben soll (Foto: dapd)
Der Stuttgarter Prozess gegen den Vater des Amokläufer von Winnenden ist erneut unterbrochen worden: Der Vorsitzende Richter Reiner Skujat setzte die für den ganzen Tag geplante Verhandlung am Donnerstagmittag aus "dienstlichen Gründen" ab. Nähere Gründe wurden nicht genannt. Am Morgen hatte eine Expertin des Landeskriminalamts berichtet, es seien keine klar nachweisbaren Spuren von Tim K. an den Waffen- und Munitionstresoren seines Vaters gefunden worden.
Zwar seien mehrere Spuren an den Tresoren sichergestellt worden, allerdings konnten sie dem 17-Jährigen Amoktäter nicht eindeutig zugeordnet werden, sagt die Biologin Christine Doser. Die Sachverständige konnte jedoch nicht ausschließen, dass Tim K. diese Gegenstände angefasst hätte.
Zur Begründung sagte sie, dass eventuelle Spuren des Täters an den Tresoren durch einen späteren Gebrauch hätten überlagert oder sogar entfernt werden können. Darüber hinaus sei nicht immer ausreichend DNS-Material an den Tresoren für eine eindeutige Zuordnung gefunden worden. Nachweisbare DNS-Spuren des Jugendlichen konnten allerdings an der Tatwaffe festgestellt werden, fügte Doser hinzu.
Der 51 Jahre alte Angeklagte war erneut nicht vor Gericht erschienen. Am Dienstag hatte er über seine Verteidiger erklären lassen, er habe auch nicht vor, zu den weiteren Verhandlungen zu kommen. Daraufhin beschloss die Kammer, den Prozess ohne ihn fortzusetzen, da die Anwesenheit des Angeklagten vor Gericht für die weitere Sachaufklärung nicht notwendig sei.
Mit der überraschenden Unterbrechung der Verhandlung wurde die Aussage einer für den Nachmittag geladenen Zeugin, die als Teil des Kriseninterventionsteams damals die Familie des Angeklagten betreute, auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Die Verhandlung soll am 9. November fortgesetzt werden. Dann soll unter anderem ein Waffenexperte aussagen.
Der Vater von Tim K. muss sich seit Mitte September vor Gericht verantworten, weil er seinem Sohn Zugriff auf eine erlaubnispflichtige Schusswaffe sowie Munition ermöglicht hat. Der Schüler hatte am 11. März 2009 bei einem Amoklauf in Winnenden und seiner anschließenden Flucht in Wendlingen 15 Menschen und anschließend sich selbst getötet. Die Tatwaffe hatte er aus dem Schlafzimmer der Eltern entwendet.
Quelle: dapd , dpa
Sportschütze schrieb:
am 28. Oktober 2010 um 16:35:27
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Spuren von Tim K.
Typisch deutsche Justiz: In Winnenden sucht man teuer und aufwendig nach Spuren. Zur gleichen Zeit lässt man in Mannheim
einen überführten, psychopathischen Ehrenmörder aus Anatolien, mit einem langen Vorstrafenregister, vorzeitig laufen. Er darf sogar im Land bleiben und eine Deutsch-Anatolierin heiraten und sich damit ein Daueraufenthaltsrecht erschleichen.
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