01.06.2011, 10:54 Uhr
Kanzlerin Angela Merkel erntet heftige Kritik für ihre öffentlich geäußerte "Freude" über die Tötung Osama Bin Ladens (Fotos: dpa/dapd) (Quelle: dpa)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stößt mit ihrer öffentlich geäußerten Freude über die Tötung des Top-Terroristen Osama bin Laden auf deutliche Kritik in den Kirchen, aber auch in ihrer eigenen Partei. Der Vorsitzende des Bundestags-Rechtsausschusses, Siegfried Kauder (CDU), sagte der "Passauer Neuen Presse": "Ich hätte es so nicht formuliert. Das sind Rachegedanken, die man nicht hegen sollte. Das ist Mittelalter." Merkel hatte wörtlich erklärt: "Ich freue mich darüber, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten." Die Bundesregierung bemühte sich unterdessen um Schadensbegrenzung.
Kauder äußerte auch Zweifel an der rechtlichen Grundlage für die Tötung Bin Ladens: "Eine willkürliche Tötung ist nach dem internationalen Pakt über bürgerliche und politische Freiheiten nicht erlaubt. Wenn man zu dem Ergebnis kommt, Bin Laden war schon längst nicht mehr aktiv, könnte die Tötung willkürlich sein", sagte Siegfried Kauder, jüngerer Bruder des Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Volker Kauder. Es bestehe "eine außerordentlich schwierige rechtliche Gemengelage", die differenziert aufgearbeitet werden müsse. "Das Prinzip, der Zweck heiligt die Mittel, ist keine juristische Grundlage. Wir brauchen genaue rechtliche Regeln", forderte Siegfried Kauder. "Hier sind die Vereinten Nationen gefordert, endlich verbindliche Regeln zu schaffen. Es muss glasklar sein, was geht und was geht nicht."
Kritik kam auch von der Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt: "Als Christin kann ich nur sagen, dass es kein Grund zum Feiern ist, wenn jemand gezielt getötet wird", sagte sie der "Berliner Zeitung". Die Grünen-Politikerin ist Präses der Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands. Es könne nicht die erste Absicht sein, jemanden zu töten, egal, wie schlimm er gehandelt habe. Es wäre richtig gewesen, ihn festzunehmen und einem ordentlichen Verfahren zuzuführen, sagte Göring-Eckardt. "Das wäre einem Rechtsstaat angemessen."
Die stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Ingrid Fischbach, ging zur Äußerung der CDU-Vorsitzenden ebenfalls auf Distanz. "Aus christlicher Sicht ist es sicher nicht angemessen, Freude über die gezielte Tötung eines Menschen und dessen Tod zu äußern", sagte die Politikerin, die auch dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken angehört. Gleichzeitig dürfe nicht vergessen werden, dass Osama bin Laden über Jahre hinweg der Drahtzieher unzähliger Terroranschläge in der ganzen Welt war.
Kritik kam auch vom katholischen Militärbischof Franz-Josef Overbeck. "Man kann sich als Mensch und erst recht nicht als Christ über den Tod eines Menschen freuen", sagte der Ruhrbischof den Zeitungen der Essener WAZ-Mediengruppe. "Das gilt auch, wenn er ein Gewalttäter war." Der Bischof von Essen erklärte weiter: "Es wäre besser gewesen, wenn sich Bin Laden vor einem Gericht seiner Verantwortung gestellt hätte."
Kritik an Merkel kam ebenfalls vom Sprecher des Arbeitskreises Engagierter Katholiken in der CDU, Martin Lohmann. "Die Tötung eines Menschen könne für einen Christen nie Grund zur Freude sein. Froh könne man darüber sein, dass nun die Gefahr des Terrorismus eingedämmt sei, doch wäre es besser gewesen, Osama bin Laden festzunehmen und vor Gericht zu stellen.
Das Weiße Haus bestätigte, der Al-Kaida-Anführer habe entgegen erster Angaben keine Waffe bei sich gehabt. zum Video
Mit Befremden wurden die Äußerungen Merkels nach Informationen der "Berliner Zeitung" auch am Internationalen Gerichtshof in Den Haag registriert, vor dem Bin Laden sich möglicherweise hätte verantworten müssen.
In Berliner Regierungskreisen bemühte man sich unterdessen, die Wogen zu glätten: Wer die Bundeskanzlerin kenne, wisse, dass der Satz zum Ende des Al-Kaida-Chefs im Zusammenhang zu verstehen sei, hieß es. Merkel habe lediglich die Erleichterung darüber zum Ausdruck bringen wollen, dass von Bin Laden keine Gefahr für unschuldige Menschen mehr ausgehen könne.
Auch Außenminister Guido Westerwelle nahm Merkel in Schutz. Der Tod Bin Ladens sei eine "gute Nachricht für die ganze Welt", sagte der FDP-Chef der Zeitung "Die Welt". "Und ich denke, dass darüber hinaus auch ein Gefühl der Erleichterung verständlich ist, dass dieser Terrorist, der viele tausend Opfer auf dem Gewissen hat, seinen Schrecken nicht weiter verbreiten kann."
Quelle: dpa , dapd
einBürger schrieb:
am 4. Mai 2011 um 11:59:05
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Bin Laden
danke danke frau merkel für diese klare Stellungnahme,massenmörder haben es nicht besser verdient. diejenige die jetzt nach
betäubungswaffen oder gericht schreien haben keine menschen durch diese mörderhand verloren.
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Katrin schrieb:
am 4. Mai 2011 um 11:59:03
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Leiche
Besonders sonderbar finde ich, dass man die Leiche hat so schnell verschwinden lassen. Des weiteren hätte ich es besser gefungen, man
hätte ihn in Haft genommen. Wer weiss wer noch so alles mit diesem Monster unter einer Decke steckte. Für mich hat das ganzen einen üblen Beigeschmack in Richtung "Vertuschung": Und dabei noch zusehen ist pervers.
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Marko schrieb:
am 4. Mai 2011 um 11:58:56
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OBlLaden
Bei all der freude über den Tod des Herrn sollte man nicht vergessen Al Kaida ist nicht nur er gewesen. Die planen mit sicherheit
schon wieder was. Und wer jetzt denkt das mit ihm auch Al kaida gestorben ist der sollte sich nicht wundern wenn es bald knallt. Ist nur meine Meinung. Ich freue mich auch das er nicht mehr lebt , da hat die Weltpolizei USA wieder mal gezeigt was Sache ist ;-)Ich für mein Teil warte jetzt erstmal ab.
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