25.11.2011, 13:24 Uhr
Kaum dass Karl-Theodor zu Guttenberg kein Strafverfahren aufgrund der Plagiatsaffäre mehr zu erwarten hat, spricht der ehemalige Verteidigungsminister bereits von einer Rückkehr. Wie er in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" sagte, könne er sich ein baldiges politisches Comeback vorstellen. Auf Nachfrage wollte Guttenberg auch eine Rückkehr vor der Bundestagswahl 2013 nicht ausschließen.
"Ob eine Rückkehr mit einem politischen Engagement welcher Art auch immer verbunden sein wird, ist heute gänzlich offen", so Guttenberg. Aber er werde mit Sicherheit in sein Heimatland zurückkehren und ein politischer Kopf bleiben. Ein Comeback schließe er nicht aus, "aber es gibt bislang noch keine konkrete Intention."
Kurz zuvor hatte sich auch Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) über ein mögliches politisches Comeback seines Vorgängers geäußert. Er hält die Rückkehr des Ex-Ministers für nicht ausgeschlossen. "Die Entscheidung darüber liegt bei ihm", sagte de Maizière der "Passauer Neuen Presse". "Die Öffentlichkeit sollte das respektieren und nicht jeden seiner Schritte bis in den letzten Winkel verfolgen."
CSU-Chef Horst Seehofer hält hingegen eine rasche Rückkehr von Guttenberg in die Politik nicht für nötig. In einer Sitzung der CSU-Landtagsfraktion betonte Seehofer nach Teilnehmerangaben, dass die Partei derzeit gut aufgestellt und nicht auf Guttenberg angewiesen sei. Auch ohne Guttenberg könne die CSU erfolgreich Politik machen, man müsse nicht kollektiv nach einer Rückkehr des einstigen CSU-Superstars rufen - das sei Seehofers klare Botschaft gewesen, hieß es.
Der wegen der Plagiat-Affäre als Verteidigungsminister zurückgetretene CSU-Politiker kommt mit einer Geldauflage davon. zum Video
Seehofer betonte in der Sitzung allerdings auch, dass Guttenberg der Weg zurück jederzeit offen stehe. Die CSU sei seine Familie, Guttenberg gehöre "zu uns". Ob und wann er zurückkommen wolle, müsse er aber ganz alleine entscheiden.
Zurückhaltend äußerte sich der CSU-Bundestagsabgeordnete und Rechtsexperte Norbert Geis zu einem möglichen Guttenberg-Comeback. Er sagte der "Mitteldeutschen Zeitung": "Die Zeit ist noch nicht reif für eine solche Entscheidung". Der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe, Stefan Müller, äußerte sich ebenfalls zurückhaltend: "Die Frage, ob KTG zurück in die Politik kommt, kann nur er selbst beantworten. Und wer in seinem Bundeswahlkreis nominiert wird, ist die Sache der CSU vor Ort", sagte Müller der "Leipziger Volkszeitung".
Die Anhänger von Guttenberg wünschen sich hingegen sehr eine Rückkehr des ehemaligen Verteidigungsministers auf die politische Bühne. In Facebook-Foren wie "Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg" und "Wir wollen Guttenberg zurück" äußerten Teilnehmer starke Hoffnungen, dass dieser in die deutsche Politik zurückkehrt.
Am Vormittag war bekannt geworden, dass Karl-Theodor zu Guttenberg wegen seiner abgeschriebenen Doktorarbeit nicht vor Gericht muss. Das bedeutet aber nicht, dass Guttenberg schuldlos ist. Die Justiz lässt die Sache lediglich auf sich beruhen - gegen Zahlung für einen guten Zweck.
Der Ex-Verteidigungsminister zeigt sich wieder öffentlich. In Halifax nimmt er an einer Diskussion über die Lage der Weltwirtschaft teil. zum Video
Die Staatsanwaltschaft in Hof hat das Ermittlungsverfahren gegen den CSU-Politiker damit eingestellt. Wie die Behörde mitteilte, hat Guttenberg zugestimmt, 20.000 Euro an die Deutsche Kinderkrebshilfe zu zahlen. Das Geld ist bereits überwiesen.
Guttenberg war in Folge der Affäre im März als Verteidigungsminister zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass zahlreiche Zitate in seiner Doktorarbeit nicht gekennzeichnet waren. Die Universität Bayreuth hatte ihm Vorsatz bescheinigt und den Doktortitel aberkannt.
In dem Interview mit der "Zeit" nannte der 39-Jährige seine abgeschriebene Doktorarbeit einen "ungeheuerlichen Fehler". Es sei aber kein absichtlicher Betrug gewesen. Vielmehr sei "das Abschreiben das fatale Ergebnis einer chaotischen und ungeordneten Arbeitsweise".
"Ich war ein hektischer und unkoordinierter Sammler. Immer dann, wenn ich das Gefühl hatte, dass etwas zu meinem Thema passt, habe ich es ausgeschnitten oder kopiert oder auf Datenträgern sofort gespeichert oder direkt übersetzt." Auch aus dem Internet habe er Textstellen herausgezogen und abgespeichert. "Eigentlich war das eine Patchworkarbeit, die sich am Ende auf mindestens 80 Datenträger verteilt hat."
Am Wochenende hatte sich der Ex-Minister auf einer Sicherheitskonferenz in Kanada erstmals wieder öffentlich zu Wort gemeldet. In der kommenden Woche soll ein Interview-Buch Guttenbergs mit dem Titel "Vorerst gescheitert" erscheinen, in dem er sich auch zur Aberkennung seines Doktortitels äußert.
Quelle: AFP , dapd , dpa
Ike schrieb:
am 23. November 2011 um 21:03:09
(476)
(200)
Von und Zu
Wer, wie er, einem frech in die Kamrea lügt, hat ausgespielt, es sei denn , man glaubt heut noch daran, der Sender Gleiwitz wurde
von Polen überfallen.
mehr
Kommentar melden
W.F. schrieb:
am 23. November 2011 um 21:02:38
(342)
(96)
Guttenberg
Er denkt wohl: Frechheit siegt. Er soll ja nicht zu Kreuze kriechen, jetzt aber auch nicht so tun, als sei das Ganze ein
Kavaliersdelikt nachdem die Anklage fallen gelassen worden ist. Letzteres finde ich persönlich ohnehin für eine Frechheit. Otto Normalverbraucher müsste sich bei dem selben Delikt sehr wohl vor Gericht dafür verantworten. Aber alle sind ja vor dem Gesetz gleich, nur einige wohl gleicher. Von mir aus kann dieser betrügerische Adel bleiben, wo der Pfeffer wächst.
mehr
Kommentar melden
Stornhagen schrieb:
am 23. November 2011 um 21:02:07
(336)
(77)
KTG schließt Comeback nicht aus
Es geht nicht darum, ob ein Kommentator links oder rechts ist.sondern darum , ob ein Politiker eine weiße
Weste haben muß. Also Maßstab der Wertung ist die Moral und ob er für das Volk ein gutes Vorbild ist. Er schwört auch , dass er deutsche Gesetze achtet. Eine weiße Weste und einen guten Leu- mund hat KTG nicht., selbst wenn einige ihn sympa finden. Wir brauchen Poltiker, denen wir vertrauen können und die gute Arbeit machen.
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr
Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special
Entdecken Sie jetzt die modischen Hosen der Saison – in exzellenter Passform! von AtelierGS