20.11.2011, 15:09 Uhr
Comeback mit neuer Frisur: Karl-Theodor zu Guttenberg in Kanada (Quelle: dapd)
Gut acht Monate nach seinem Rückzug aus der bundesdeutschen Politik steht Karl-Theodor zu Guttenberg wieder in der Öffentlichkeit - mit neuem Job und neuem Äußeren. Der wegen einer Plagiatsaffäre zurückgetretene Ex-Verteidigungsminister nimmt an einer Sicherheitskonferenz im kanadischen Halifax teil.
Dort soll er als Vertreter einer US-Denkfabrik über die Lage der Weltwirtschaft diskutieren. Auf der Rednerliste steht der Ex-Minister - korrekt ohne Doktortitel - als "Distinguished Statesman" (Angesehener Staatsmann). Am Samstagmorgen erschien er in ungewohntem Outfit - ohne Brille und mit neuer Frisur -, um als Zuhörer den Vorträgen der anderen Redner zu lauschen.
Zu Guttenberg war am 1. März wegen der Plagiatsaffäre zurückgetreten. Die Universität Bayreuth hatte ihm den Doktortitel aberkannt, weil er in seiner juristischen Arbeit zahlreiche fremde Texte ohne ausreichende Kennung übernommen hatte. Die Staatsanwaltschaft Hof ermittelt gegen ihn nach zahlreichen Anzeigen wegen des Verdachts auf Urheberrechtsverstoß. Sie will in Kürze entscheiden, ob sie Anklage erhebt.
Daraufhin war der Ex-Minister im Sommer mit seiner Familie in die USA gezogen. Er lebt nun im Bundesstaat Connecticut in die Nähe von New York. In der Öffentlichkeit hatte er sich nach seinem Rücktritt im März rar gemacht. Das "Halifax International Security Forum" ist sein erster Auftritt auf der politischen Bühne seitdem.
Der Ex-Verteidigungsminister zeigt sich wieder öffentlich. In Halifax nimmt er an einer Diskussion über die Lage der Weltwirtschaft teil. zum Video
Guttenbergs kleine Diskussionsrunde sollte eineinviertel Stunden dauern. Menschenrechtler James Hoge, Vorsitzender von Human Rights Watch, sollte als Gegenüber auf dem Podium auftreten. Das Publikum besteht aus Vertretern von Politik, Militär, der akademischen Welt und den in Nordamerika so verbreiteten Denkfabriken.
Insgesamt zählt das diesjährige "Halifax International Security Forum" rund 300 Teilnehmer aus mehr als 40 Ländern. Zu den prominentesten Rednern gehören US-Verteidigungsminister Leon Panetta und sein israelischer Amtskollege Ehud Barak.
Er habe über die Plagiatsaffäre gelesen, sagte Forumsleiter Peter Van Praagh auf Nachfrage. Das sei für ihn aber kein Thema. "Es geht um seine Erfahrung, deshalb wollen ihn die Leute hören", sagte Van Praagh. "Er war Wirtschaftsminister des größten Landes in Europa und der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt, er war Verteidigungsminister", führte er aus. "Herr zu Guttenberg besitzt sehr viel Erfahrung, die er teilen kann."
Doch die Hände in den Schoß legt der ehemalige Hoffnungsträger der CSU offenbar nicht. Der Ex-Minister schreibe vermutlich an einer neuen Doktorarbeit, berichtete die "Mitteldeutsche Zeitung" unter Berufung auf Unionskreise.
"Es wäre kein Fehler, wenn er eine neue Doktorarbeit schriebe“, zitierte das Blatt einen ungenannten CSU-Bundestagsabgeordneten. "Wir wollen ja alle, dass er sich rehabilitiert.“ Angaben aus CSU-Kreisen zufolge wolle der Kreisverband Kulmbach ihm eine Tür für die Bundestagswahl 2013 offenhalten, so die Zeitung.
Offen ist jedoch weiterhin, wann die Guttenbergs nach Deutschland zurückkehren wollen. Seine Frau Stephanie hatte dies beim Aufbruch in die USA angekündigt.
Quelle: dpa , dapd , t-online.de
Ulla schrieb:
am 19. November 2011 um 18:01:45
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(849)
die CSU wartet
Wann wird er uns mit seinem süßen Lächeln im Freistaat beglücken?
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Chris schrieb:
am 19. November 2011 um 18:01:04
(870)
(347)
Unglaublich
Unglaublich ist Ihr Kommentar. Was hat das ermitteln der Staatsanw. mit dem erneuten Schreiben einer Dissertation zu tun? In wie
fern ist er unbelehrbar und für was? Manchmal ist es besser erst zu Denken und dann zu Schreiben.
Mann oh mann !!!!!!!!!
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Carlo schrieb:
am 19. November 2011 um 18:00:12
(1364)
(668)
Doktorarbeit
hin oder her, es ist schade, dass das so gelaufen ist. Ich hätte ihm einiges zugetraut. Zumindest hätte er frischen Wind in
den deutschen Politikmuff gebracht. Wenn ich da andere Versager sehe, beispielsweise unseren Außenminister, da muss unsere Kanzlerin doch alles selber machen, den kann man doch nicht allein lassen, der blamiert uns auf ganzer Linie. KT soll seine Dissertation neu schreiben und wieder kommen, er hat mehr drauf als die meisten anderen in der dt. Politik.
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