25.11.2011, 07:51 Uhr
Mit seinen Aussagen hat sich Karl-Theodor zu Guttenberg in der CSU nicht viele Freunde gemacht (Quelle: dapd)
Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat seine Partei CSU mit dem ersten Interview seit seinem Rücktritt massiv verärgert. In einem Interview mit der "Zeit" sprach Guttenberg den Christsozialen den Anspruch ab, eine Volkspartei zu sein und ließ Sympathien für die Gründung einer neuen Partei erkennen. Die Kritik sei völlig daneben, sagte CSU-Chef Horst Seehofer.
"Es ist kein guter Stil, wenn alles und jeder herabgesetzt wird, um selbst erhöht zu werden", sagte der bayerische Ministerpräsident am Rande einer Tschechien-Reise. "Ich bitte den Karl-Theodor, diese bekannten Wortgirlanden zu beenden und einfach Rücksicht zu nehmen auf die vielen Tausenden, die in deutschen Parteien sich täglich, und manche davon rund um die Uhr, engagieren für die Zukunft unseres Landes."
So scharfe Kritik hat Seehofer öffentlich noch nie geäußert. Bislang sandte der Parteichef in- und außerhalb der Partei unterschiedliche Botschaften aus. Öffentlich betonte der CSU-Chef in den vergangenen Monaten mehrfach, Guttenberg gehöre zur Familie. Intern dagegen sagt Seehofer auch andere Dinge. So machte der Vorsitzende nach Angaben von Parteifreunden kein Geheimnis aus seiner Kritik an der Bundeswehr-Reform.
In einer Sitzung der CSU-Landtagsfraktion betonte Seehofer am Mittwoch nach Teilnehmerangaben, dass die Partei derzeit gut aufgestellt und nicht auf Guttenberg angewiesen sei. Manche CSU-Politiker glauben, dass Guttenberg in diesem Jahr ohnehin in Schwierigkeiten gekommen wäre - wenn er die ungeliebte Bundeswehr-Reform hätte selbst vertreten müssen.
In dem Interview mit der "Zeit" hatte Guttenberg ausdrücklich davon gesprochen , dass er "zurzeit" Mitglied der CSU sei. Zu einer möglichen Parteineugründung sagte er: "Ich glaube, ... dass eine solche Gruppierung am ehesten in der Mitte Erfolg haben könnte, nicht an den Rändern des politischen Spektrums."
Unmittelbar nach seinem Rücktritt als Verteidigungsminister wegen zahlreicher ungekennzeichneter Zitate in seiner Doktorarbeit vor neun Monaten hatte Guttenberg noch erklärt: "Oberfranken werde ich aber nicht im Stich lassen. Ebenso wenig meine politische Heimat, die CSU."
Es reiche "für die CSU nicht aus, in romantischer Rückschau die gute alte Zeit zu beschwören", kritisierte Guttenberg weiter. "Da haben sich doch schon viele Spinnweben gebildet." Er höre "immer wieder von jungen Leuten, dass es ihnen an einem Kompass fehlt".
Die Gefahr eines Abstiegs zu einer Regionalpartei sei "immer dann gegeben, wenn die CSU glaubt, bayerische Interessen brachial und dauerhaft über gegebene bundespolitische und europäische Ansprüche sowie auch globale Einflüsse stellen zu müssen". Dieses Verhalten dürfe "nicht zum Grundmuster werden.
Wie Seehofer reagierte auch der ehemalige CSU-Chef Erwin Huber verärgert auf das Interview. Er habe "wenig Verständnis dafür, wenn er mehr oder weniger als Entree für die Rückkehr in die Politik in Deutschland zunächst einmal die handelnden Personen mit Kritik überzieht", sagte Huber bei N24. Wer Solidarität brauche, sollte sich zunächst einmal mit konstruktiver Mitarbeit hervortun. "Und die würde ich auch meinem Freund Karl-Theodor sehr empfehlen."
Die CSU in Oberfranken will Guttenberg bis zum Frühjahr die Möglichkeit offen halten, 2013 wieder für den Bundestag zu kandidieren. "In Oberfranken gibt es eine tiefe Sehnsucht", erklärt der Wunsiedeler Landtagsabgeordnete Martin Schöffel. Der künftige Lichtenfelser Landrat Christian Meißner - einstiger Büronachbar Guttenbergs - sagte: "Wenn er wieder kommen mag, darf er. Und ich bin überzeugt, er würde auch gewählt."
Die Staatsanwaltschaft Hof hatte das Ermittlungsverfahren gegen Guttenberg wegen Urheberrechtsverstößen in seiner Doktorarbeit am Mittwoch gegen eine Spende von 20.000 Euro an die Kinderkrebshilfe eingestellt. Am kommenden Dienstag erscheint das "Zeit"-Interview in voller Länge auf 208 Seiten in Buchform. Ob der derzeit in den USA lebende Guttenberg zur Vorstellung des Werks mit dem Titel "Vorerst gescheitert" nach Deutschland kommt, steht noch nicht fest.
Quelle: dpa , dapd
Einfache Bürgerin schrieb:
am 24. November 2011 um 21:39:31
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Guttenberg kritisiert CSU und liebäugelt mit neuer Partei
Unbedingt zurück in die Politik. Hat man das erreicht, kräht kein Hahn mehr
danach wie. Die Politik ist eben ein sehr lukrativer Posten mit Aufssicht auf sichere Pension. Ich kann die Gier der Oberen Zehntausend einfach nicht mehr begreifen, geschweige noch ertragen.
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marktfest schrieb:
am 24. November 2011 um 21:38:06
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Guttenberg
Das Problem liegt nicht bei K. T. zu Guttenberg und auch nicht inn der CSU.
Es liegt in den Sensatiönchen, die dieses Medium
bastelt, um interessant zu erscheinen.
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Cormoran schrieb:
am 24. November 2011 um 21:37:32
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Gutenberg
Angeblich war Gutenberg Unternehmer als er in die Politik kam aber dann wurde bekannt, (2-3 Mitarbeiter auf dem Gut ) .
Blendertum, kriminelle Plagiatsaffäre folgten, sowie eine Hinterlassenschaft in seinem Ministerium , die mehr als Inkompetenz und Chaos bedeuteten. So kann jeder normale Mensch den Posten ausführen. Leistung gleich Null aber Aufbauarbeit der Bildzeitung.. Mehr braucht es nicht, um diesen Menschen zum Teufel zu jagen.
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