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Karibik: Bereits 22 Tote durch Hurrikan - Jetzt bangt New Orleans

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Mindestens 51 Menschen durch Tropensturm getötet

28.08.2008, 21:59 Uhr

Das Satellitenbild zeigt Hurrikan "Gustav" auf dem Weg Richtung Kuba und Jamaika (Quelle: AFP) Das Satellitenbild zeigt Hurrikan "Gustav" auf dem Weg Richtung Kuba und Jamaika (Quelle: AFP)In Haiti sind durch den Hurrikan "Gustav" nach neuen Angaben mindestens 51 Menschen ums Leben gekommen. Wie der Zivilschutz am Donnerstag mitteilte, werden seit dem Durchzug des Sturms außerdem noch sieben Menschen vermisst.

Nach seinem vernichtenden Zug über Haiti bedroht Tropensturm "Gustav" jetzt Jamaika. In der Nacht zum Donnerstag legte er über dem Meer erneut an Stärke zu und drehte nach Südwesten ab. Das US-Hurrikanzentrum in Miami geht davon aus, dass "Gustav" als Hurrikan auf Jamaika treffen wird. Die Behörden des Landes riefen die höchste Alarmstufe aus.

Video"Gustav" treibt Ölpreis an
HintergrundDie Stärken von Hurrikans

Unmittelbare Bedrohung für Jamaika

Am Donnerstagmorgen entwickelte "Gustav" in seinem Zentrum bereits Windgeschwindigkeiten von bis zu 110 Kilometern pro Stunde. Der Sturm drehte, nachdem er über den Bergen von Haiti an Kraft und Geschwindigkeit eingebüßt hatte, überraschend nach Süden. So ist er entgegen den ursprünglichen Berechnungen der Meteorologen zu einer unmittelbaren Bedrohung für Jamaika geworden. Wann der Sturm Jamaika erreichen wird, ist noch unklar. Die Experten rechnen mit dem späten Donnerstag oder frühen Freitag.

In Haiti und der Dominikanischen Republik hat "Gustav" bislang am schlimmsten gewütet (Quelle: AFP) In Haiti und der Dominikanischen Republik hat "Gustav" bislang am schlimmsten gewütet (Quelle: AFP)

Bereits 51 Menschen getötet

Der Wirbelsturm hatte zuvor in Haiti und der Dominikanischen Republik nach Behördenangaben mindestens 51 Menschen in den Tod gerissen. Zahlreiche weitere Einwohner wurden verletzt, mehrere werden noch vermisst. Städte und Ortschaften wurden durch "Gustav" überflutet, landwirtschaftliche Kulturen vernichtet.

Hektische Vorbereitungen angelaufen

In Jamaika, das zunächst nicht damit gerechnet hatte, direkt von dem Wirbelsturm getroffen zu werden, liefen unterdessen hektische Vorbereitungen an. In den Geschäften und Supermärkten kam es zu Panikkäufen. In den Zeitungen wurde zum Kauf von Überlebenspaketen aufgerufen. Dagegen wurde auf Kuba, von dem sich der Sturm weiter entfernte, die Sturmwarnungen mittlerweile abgeschwächt. Bis zum Mittwochabend waren dort zehntausende Menschen, darunter auch ausländische Touristen, in Sicherheit gebracht worden.

Notstand in Louisiana ausgerufen

Unterdessen stellte sich auch der US-Bundesstaat Louisiana auf eine mögliche Ankunft des Wirbelsturmes ein. Die Behörden riefen vorsorglich den Notstand aus. "Gustav" könnte in der kommenden Woche genau dort ankommen, wo vor drei Jahre der Hurrikan "Katrina" für katastrophale Zerstörungen gesorgt hatte. Befürchtet wird auch eine Beeinträchtigung der Ölförderung im Golf von Mexiko.

"Wir bereiten uns auf das Schlimmste vor"

In den USA sagte der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal: "Wir hoffen das Beste, aber wir bereiten uns auf das Schlimmste vor." Die Behörden schließen nicht aus, dass der Sturm als Hurrikan der Stufe drei erneut New Orleans treffen könnte. Heute sei Louisiana jedoch besser als damals vorbereitet, sagte Jindal. Hunderte von Bussen stehen zur Evakuierung bereit, Tausende von Notbetten stünden zur Verfügung. Mit der Ausrufung des Notstandes steht Louisiana umfangreiche Unterstützung aus Washington zu. Dazu gehört auch der Einsatz von 3000 Mitgliedern der Nationalgarde, der Reservearmee der USA.

Evakuierungen vorbereitet

Auch der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin, sagte laut CNN, man sei auf "Evakuierungen vorbereitet". Das Hauptaugenmerk gelte der Frage, ob die Dämme diesmal halten würden. Insgesamt zeigte er sich jedoch zuversichtlich, dass die Stadt gut auf einen Sturm vorbereitet sei. "Wir haben unsere Notpläne getestet, alles scheint zu funktionieren", sagte Nagin.

Beeinträchtigung der Ölförderung

Der Wirbelsturm trieb am Donnerstag den US-Ölpreis in Richtung 120 Dollar pro Barrel, das ist ungefähr ein Dollar mehr als am Vortag. Händler befürchten eine Gefährdung von Ölplattformen im Golf von Mexiko. In dieser Region liegt ein wichtiges Förderzentrum insbesondere für Rohöl, das direkt in den USA verarbeitet wird. Internationale Ölfirmen haben nach US-Medienberichten damit begonnen, nicht unbedingt benötigtes Personal von Ölplattformen im Golf von Mexiko abzuziehen.

Neues Tief bereits im Anmarsch

Unterdessen hat sich über dem Atlantik ein weiteres Tiefdruckgebiet gebildet. Nach Angaben des US-Hurrikanzentrums bewegt es sich von Osten langsam auf die Leeward Inseln südöstlich der USA zu. Dieses System könnte bald zu einem Tropensturm heranwachsen, hieß es.


Quelle: dpa

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