Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Specials > Aufruhr in der islamischen Welt >

Kairo statt Tripolis: Westerwelle und die Revolution

...

Drucken Drucken

Westerwelle und die Revolution

19.04.2011, 15:57 Uhr | Von Georg Ismar, dpa

Guido Westerwelle in einem Teehaus des Kairoer Basars (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Guido Westerwelle in einem Teehaus des Kairoer Basars (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Außenminister Guido Westerwelle ist froh, mal vom leidigen Thema Libyen-Krieg loszukommen. Die Revolution in Ägypten fasziniert ihn. In Kairo geht er spontan auf einen Basar und wird gefeiert. Sorgen bereitet ihm aber eine verschärfte Gangart des Militärs gegen die Demokratiebewegung.

Der Außenminister grüßt winkend die Männer vor der Teestube, drinnen hängt noch ein Bild des langjährigen Herrschers Husni Mubarak. Die Personenschützer vom BKA kommen ins Schwitzen, als sich Westerwelle durch die engen Gassen im Basarviertel Khan Al-Khalili der ägyptischen Hauptstadt Kairo quetscht.

Im Flugzeug hatte er sich überlegt, man könne mal durch die Stadt ziehen und schauen, wie es den Menschen geht. Das Protokoll musste hektisch umdisponieren. Westerwelle erlebt Ägypter, für die die Normalität nach dem Sturz Mubaraks am 11. Februar mit all ihren Problemen zurückgekehrt ist und die neben mehr Demokratie vor allem auf ein Wiedererstarken des Tourismus hoffen. "Kairo ist immer eine Reise wert", appelliert Westerwelle, um einen Beitrag dazu zu leisten.

Schon der zweite Besuch

Am 23. und 24. Februar war er erstmals nach dem Umbruch hier. Sein damaliges Bad in der Menge auf dem Tahrir-Platz, dem Zentrum der Freiheitsbewegung, bezeichnet er als "unvergessliches Erlebnis". Mit seiner schnellen Rückkehr will er zeigen, dass man Ägypten angesichts der Ereignisse in Libyen nicht vergessen darf, wenn das Demokratieprojekt gelingen soll. Auf dem Tahrir-Platz sind an diesem Abend nur noch wenige Menschen, die ausgebrannte Zentrale der Mubarak-Partei steht wie ein Mahnmal am Rande des Platzes. Es wird diskutiert, ob man sie zur Erinnerung an die Revolution stehen lässt.

Video
Vereinte Nationen wollen Hilfe nach Misrata schicken

Die Lage in der seit sieben Wochen eingekesselten libyschen Rebellenbastion wird immer dramatischer. zum Video

"Och, wir haben doch Zeit, lasst uns einen Tee trinken", sagt Westerwelle, biegt in eine kleine Gasse ab und kehrt ein paar Meter später in das Café Al-Fishawy ein. Ein Frau sitzt in seinem Rücken und erkennt ihn. Während der kleine Sohn gelangweilt an einer Pepsi-Dose knabbert, zupft sie ihr Kopftuch zurecht, der Außenminister schmiegt sich an die Frau, ihr Mann macht per Handy ein Foto.

Schöne Bilder für die Heimat

Westerwelle weiß, dass ein Basar-Besuch schöne Bilder für die Heimat liefert. Sie lenken auch etwas ab von der nationalen wie internationalen Debatte um das Nicht-Mitmachen Deutschlands beim Einsatz gegen Libyens Despot Muammar al-Gaddafi.

Ägypten mit seinen 80 Millionen Einwohnern könnte der Schlüssel zum Erfolg der Demokratiebewegung in der Region sein. Mit Außenminister Nabil Al-Araby und mit Ministerpräsident Essam Shara ruft Westerwelle dazu auf, am Demokratiefahrplan festzuhalten. Noch hat das Militär das Sagen, im Herbst sollen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen stattfinden und anschließend eine neue Verfassung erarbeitet werden.

Sorgen über Rückschläge

Westerwelle will in Kairo nach der Aufgabe des FDP-Vorsitzes auch die innerparteiliche Zermürbung vergessen machen. Kairo, der Tahrir Platz und die Revolution sind ihm wichtig. Westerwelle betont, Ägypten sei auch entscheidend bei der Lösung des Nahostkonflikts.

Sorgen bereiten Rückschläge: Der Tod von zwei Demonstranten in der Nacht auf den 9. April bei der Räumung des Tahrir-Platzes. Und die Verurteilung des Bloggers Maikel Nabil zu drei Jahren Haft wegen "Beleidigung des Militärs". Zugleich wurden aber bis auf die Aufhebung des Ausnahmezustands fast alle Kernforderungen der Freiheitsbewegung erfüllt. Und der bis zum 11. Februar fast 30 Jahre herrschenden Mubarak muss sich sogar den Korruptionsvorwürfen stellen, fast die gesamte frühere Führung sitzt in U-Haft.

Der lange Atem

Irgendwann muss sich die EU auch die Frage stellen, ob sie mit einer stärkeren Marktöffnung etwa für Obst, Gemüse und Textilien dem arabischen Freund unter die Arme greift. Westerwelle will sich dafür stark machen. Daneben forciert er die politische Hilfe. In Berlin traf sich Westerwelle mit den Vorsitzenden der politischen Stiftungen, um zu beraten, wie die Büros in Kairo beim Aufbau von Parteien, Gewerkschaften und Programmen für Stipendien helfen können.

Auch dass die Stasi-Unterlagenbehörde in Kairo über Erfahrungen mit den Stasi-Akten informierte, ist ein Hilfsangebot bei der Vergangenheitsbewältigung. Zudem startete im Goethe-Institut Kairo die Tahrir-Lounge, um Ägyptern, die den Wandel mit angestoßen haben, ein Forum zum Austausch über die Zukunft zu bieten. Jährlich 50 Millionen Euro sollen bis 2013 bereitgestellt werden, um den Umbruch zu fördern.

Es gehe um einen langen Atem, sagt Westerwelle. Mit Blick auf die Jasminrevolution in Tunesien, die der Ausgangspunkt des Dominoeffekts im arabischen Raum war, betont der Minister, Jasmin sei ein sensibles Pflänzchen, das schnell eingehen kann. Jetzt gehe es deshalb darum, dass dem arabischen Frühling ein Sommer und kein Winter folge.


Quelle: dpa

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Kairo statt Tripolis: Westerwelle und die Revolution " verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Kairo statt Tripolis: Westerwelle und die Revolution " gefallen hat.

 
Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

Historische Traktoren
Agrar Simulator: Historische Landmaschinen (Quelle: Koch Media)

Landmaschinen der 50er bis 70er Jahre fahren. Spiel jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.

Klima & Umwelt
Der globale Klimawandel
CO2-Emmissionen der Industrie tragen zur Erderwärmung bei. (Quelle: Reuters)

Die Folgen der Erderwärmung für Mensch und Tier. Klima-Special


Shopping

Einkaufswelt
14,95 €-Gutschein sichern
Gutschein-Aktion bei KLiNGEL.de

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de

Einkaufswelt
Passform-Mode für Damen
Premium-Mode mit perfekter Passform - von RAPHAELA by BRAX

Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special

Einkaufswelt
Exklusiver Herren-Sale
Exklusiver Daniel Hechter-SALE

Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr



Aus anderen Bereichen

Unsere DFB-Jungs blamieren sich
Die DFB-Elf verliert den EM-Test gegen die Schweiz. (Quelle: dapd)

Fünf Gegentore gegen die Schweiz. mehr

Schumi holt bitterste Bestzeit seiner Karriere
Michael Schumacher auf dem Circuit des Monaco. (Quelle: dpa)

Formel-1-Star wird strafversetzt. mehr

Gruseliger Schönheitswahn
Aus der Fotoserie "A new kind of beauty" von Phillip Toledano (Quelle: Phillip Toledano)

Das Ende der Natürlichkeit. mehr


Anzeigen

Anzeige
Anzeige
Einkaufswelt
Die neuen Kurzarmhemden
Die neuen Kurzarmhemden von Esprit

Lässige Frühjahrshemden im zeitlosen Karo-Muster. mehr

Special
Die neuen Kriege
US-Soldaten beim Einsatz in Afghanistan (Quelle: Reuters)

Moderne Kriegsführung und moderne Waffen. mehr

Special
Islamische Welt in Aufruhr
Massenproteste im Maghreb: Die arabische Welt ist in Aufruhr (Foto: Reuters)

Aktuelles, Hintergründe, Analysen aus den Krisengebieten. mehr

Augenblicke
Fotos des Tages
Ein verletzter Bulle rächt sich an einem mexikanischen Matador und wirft ihn in die Luft. (Quelle: Reuters\Olivier Anrigo )

Tierische Rache an einem Matador. mehr

Regionale Nachrichten
News aus Ihrer Region
Nachrichten aus Ihrer Region (Foto: imago)

Aktuelle Meldungen aus den Bundesländern. mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Quiz
Rätseln Sie sich schlau!
(Montage: t-online.de)

Quiz bei t-online.de: Testen Sie Ihr Wissen. zur Quiz-Seite

Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige