21.06.2010, 08:49 Uhr
Margot Käßmann gab ihr erstes Interview seit ihrer Alkoholfahrt. (Foto: ddp)
Die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, hat sich erstmals seit ihrem Rücktritt im Februar zu ihrer Situation geäußert. Über ihre Fahrt mit Alkohol am Steuer sagte Käßmann in einem Interview mit dem Hamburger Nachrichten-Magazins "Der Spiegel": "Ich habe einen Riesenfehler gemacht."
Schon oft habe sie sich gefragt: "Wie konnte mir das passieren?" Für ihre "Fahrlässigkeit" im Straßenverkehr habe sie 3600 Euro Strafe zahlen und ihren Führerschein bis zum 21. Dezember abgeben müssen.
Den Medienwirbel um ihren Rücktritt findet die Ex-Bischöfin im Nachhinein "unverhältnismäßig". "Für eine Fahrlässigkeit hat die ganze Angelegenheit eine große Dimension bekommen", sagte sie.
Einen neuen Job hat Käßmann, die am 24. Februar von ihren Ämtern als EKD-Ratsvorsitzende und Landesbischöfin zurückgetreten war, noch nicht gefunden: "Ich habe keinen Arbeitsplatz, ich habe keine Wohnung, jetzt ist auch meine jüngste Tochter ausgezogen", sagte sie, "ich werde ohne Familie irgendwo neu anfangen."
Auch zu Vorgängen in der Politik bezog die 52-Jährige Stellung: So fordert Käßmann eine stärkere Beteiligung der Reichen am Sparprogramm der Bundesregierung: "Wir müssen wachsam sein, dass der soziale Friede nicht gefährdet wird"."Wer mehr leisten kann, sollte auch mehr zur Solidargemeinschaft beitragen als andere. Geiz gehört schon in der Bibel zu den Lasterkatalogen und ist überhaupt nicht 'geil'", so die Theologin.
Es sei "falsch", 30 Milliarden Euro ausgerechnet bei den Armen einzukürzen. "Die Entsolidarisierung der Gesellschaft ist ein großes Problem", sagte Käßmann weiter: "Ich beklage, dass sich niemand verantwortlich fühlt."
Im Spiegel-Gespräch verschärfte Käßmann außerdem ihre Kritik am Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr: Dass Menschen aufgrund einer Anweisung eines deutschen Soldaten sterben, sei "für die Gesamtgesellschaft ein Schock", so Käßmann. "Auf einmal ist klar: Wir laden als Nation wahrscheinlich Schuld auf uns. Das ist viel zu lange tabuisiert worden".
Quelle: t-online.de
Nobody schrieb:
am 19. Juni 2010 um 15:44:01
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Frau Käßmann
Man kann Frau Käßmann nur wünschen, dass sie einen guten Start in "ein neues Leben" hat, denn die Medien haben auch genug
Anteil am Trubel um ihre Person.
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Robi schrieb:
am 19. Juni 2010 um 15:41:35
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Alkohol = Risiko für Kinder
Liebe Frau Käßmann,
Sie haben jetzt Probleme, die viele Millionen Menschen in Deutschland auch haben. Angst
vor der Zukunft. Der Unterschied ist aber der, dass Sie von oben herab fallen, was für andere seit Jahren die Praxis ist. Leider ist es so, Sie haben dies selbst zu verantworten. Verantwortungslos ist aber, mit Alkohol am Steuer durch eine Großstadt zu fahren. Seien Sie doch froh, dass Sie Niemanden verletzt haben. Dies ist auch viel Wert!
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Ulla schrieb:
am 19. Juni 2010 um 15:34:27
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Frau Käßmann
Mir kommen fast die Tränen über soviel Leid !? - Wenn diese Frau schon spricht, dann sollte sie auch über Ihren Beifahrer sprechen.
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