23.03.2010, 10:35 Uhr | dpa
Jörg Kachelmann weist die Vorwürfe zurück (Foto: ddp)
Der wegen des Verdachts einer Vergewaltigung festgenommene Wetter-Experte und Moderator Jörg Kachelmann hat die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen und will sich juristisch zur Wehr setzten. "Jörg Kachelmann wird wegen falscher Anschuldigung Klage erheben", teilte der Wetterdienst Meteomedia mit.
Kachelmanns Anwalt Professor Ralf Höcker hatte die Anschuldigungen in einer ersten Stellungnahme klar zurückgewiesen. "Die Vorwürfe sind falsch und frei erfunden", sagte Höcker. Eine Sprecherin des Wetterdienstes bezweifelte den Wahrheitsgehalt der Vorwürfe: "Wir halten das für ein Missverständnis, das sich sicherlich schnell aufklären wird."
Der 51-jährige Wetter-Experte war am Samstag am Frankfurter Flughafen festgenommen worden. Das hatte die Bundespolizei bestätigt. Kachelmann soll seine Freundin nach einem Streit in ihrer Wohnung im baden-württembergischen Schwetzingen vergewaltigt haben. Nach der Anzeige vom Februar 2010 habe sich der Tatverdacht erhärtet. Deshalb "hat das Amtsgericht Mannheim gegen den Beschuldigten auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl erlassen", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Mannheim. Kachelmann befindet sich momentan in Untersuchungshaft.
Kachelmann präsentiert mit seinem Meteorologen-Team die Sendung "Wetter im Ersten", die täglich vor der "Tagesschau" und nach den "Tagesthemen" läuft. Seit Frühjahr 2002 steht Kachelmann dabei im Wechsel mit Claudia Kleinert und Sven Plöger vor der Kamera. Diese Woche wird Kachelmann jedoch nicht wie gewohnt in der ARD zu sehen sein, sagte eine ARD-Sprecherin. Die Dienstpläne würden umgestellt, wer ihn vertrete, sei momentan noch unklar. Kachelmanns Wetterdienst Meteomedia beliefert auch t-online.de mit Wetter-Daten.
Kachelmann, der in der Schweiz wohnt, hat in der Vergangenheit öffentlich Aktionen gegen häusliche Gewalt unterstützt. Noch Mitte Dezember präsentierte der Wetterkundler in Berlin beim Start einer Kampagne gegen die Misshandlung von Kindern ein Plakat mit der Aufschrift "Gewalt hinterlässt Spuren".
dpa
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