13.12.2010, 17:30 Uhr
Der Prozess gegen Jörg Kachelmann: Streit um Gutachterin (Foto: dapd)
Jörg Kachelmanns Verteidiger hat einer Gutachterin vorgeworfen, sie übernehme unkritisch Thesen "radikalfeministischer Autorinnen". Der Anwalt Johann Schwenn bezog sich dabei auf Passagen aus dem Gutachten der Psychologin Luise Greuel, die das mutmaßliche Opfer untersucht hatte.
Bereits vorletzte Woche hatte Schwenn einen Befangenheitsantrag gegen Greuel gestellt. Kachelmann ist angeklagt, seine langjährige Geliebte mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben.
Greuel hatte in ihrem Gutachten auch zu der Möglichkeit einer Traumatisierung der Frau Stellung genommen. Dabei, kritisierte Schwenn, stelle sie "eine von radikalfeministischen Autorinnen ersonnene Theorie" über die Traumatisierung von Vergewaltigungsopfern als gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis dar. Über den Befangenheitsantrag gegen Greuel ist noch nicht entschieden.
Die Psychologin hatte die Glaubhaftigkeit der Aussage des mutmaßlichen Opfers untersucht - mit offenem Ergebnis: Es könnte weder ausgeschlossen werden, dass sie absichtlich lüge, noch dass es sich um eine autosuggestiv generierte Aussage handele. Ein "etwaiger Erlebnisgehalt" lasse sich nicht bestätigen. Kachelmanns früherer Verteidiger Reinhard Birkenstock hatte das Gutachten stets als entlastend interpretiert.
Am Montag sagte zudem der Münsteraner Rechtsmediziner Bernd Brinkmann vor Gericht aus. Die Verteidigung hatte ihn als Gutachter vorgeschlagen, das Gericht hatte den erfahrenen Experten bereits im Oktober wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt. In einer Expertise hatte Brinkmann noch vor Verfahrensbeginn geschrieben, dass sich die 37-jährige ihre Verletzungen selbst zugefügt haben könnte.
Nun wurde Brinkmann als sogenannter sachverständiger Zeuge gehört. Das bedeutet: Er durfte nur über seine Wahrnehmungen sprechen, jedoch vor Gericht keine Schlussfolgerungen daraus ziehen. Nach Darstellung der Frau sollen die Blutergüsse entstanden sein, als Kachelmann mit den Knien ihre Oberschenkel auseinanderdrückte.
Hierzu allerdings scheint die von Brinkmann festgestellte Form der Hämatome nicht zu passen. Brinkmann zog Vergleiche zu Verletzungen durch Faustschläge. "Die sichelförmige Kontur ist bekannt von entsprechenden Verletzungen bei Kindesmisshandlungen", so Brinkmann. Hierfür brauche es "eine gewisse kinetische Energie" - sprich: eher einen Schlag als einen dauerhaften Druck.
Die mögliche, aber nicht ausgesprochene Schlussfolgerung: Das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer könnte sich die Blutergüsse selbst zugefügt haben. Auch Kachelmann schaute die Bilder an, mit seiner Verteidigerin über die Fotomappe gebeugt. Dann machte er einen angedeuteten Faustschlag, als wollte er etwas demonstrieren.
Quelle: dpa
Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr
Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special
Entdecken Sie jetzt die modischen Hosen der Saison – in exzellenter Passform! von AtelierGS