02.02.2011, 11:50 Uhr
Jörg Kachelmann muss am Mittwoch wieder vor dem Mannheimer Landgericht erscheinen (Foto: dapd)
Im Vergewaltigungs-Prozess gegen Wettermoderator Jörg Kachelmann zeichnet sich eine Reise des Landgerichts Mannheim in die Schweiz zur Vernehmung einer ehemaligen Geliebten ab. Die Staatsanwaltschaft Zürich hat über ein entsprechendes Rechtshilfeersuchen bereits entschieden.
Die ehemalige Freundin des 52-jährigen Fernsehmoderators soll von gewalttätigen Übergriffen berichtet haben. Der Vorfall soll sich wenige Wochen vor der angeblichen Vergewaltigung in Schwetzingen ereignet haben, wegen der Kachelmann seit September 2010 vor Gericht steht. Da die Schweizerin nach Angaben der Staatsanwaltschaft Mannheim keinesfalls in die Medien will, lehnte sie ein Erscheinen in Mannheim ab. Dazu ist sie als Schweizerin berechtigt.
Das Landgericht Mannheim stellte daraufhin ein Rechtshilfeersuchen, um die Zeugin in der Schweiz vernehmen zu dürfen. Der zuständige Leiter der Staatsanwaltschaft, Marcel Strassburger, sagte am Dienstag: "Der Entscheid ist ergangen." Über den Inhalt sagte er nichts. Allerdings verwies er darauf, dass die Zeugin den Beschluss innerhalb von zehn Tagen anfechten könne. Wann diese Frist abläuft, sagte der leitende Staatsanwalt ebenfalls nicht.
Strassburger sagte weiter, dass eine Zeugenvernehmung im Wege der Rechtshilfe nicht öffentlich sei. Die Medien bräuchten im Falle, dass es zur Zeugenvernehmung komme, also nicht anreisen.
Die Ex-Freundin, eine Medienschaffende, soll bei einem Anruf der Staatsanwaltschaft von einem gewaltsamen Übergriff am 17. Januar 2010 berichtet haben. Sie sei von dem Vorfall schockiert gewesen. Als die Frau daraufhin vom Landgericht Mannheim als Zeugin geladen wurde, ließ sie durch ihre Anwältin mitteilen, dass sie nicht anreisen werde. Der "Focus" hatte am Jahresende über die bis dahin internen Vorgänge berichtet.
In der Verhandlung in Mannheim gab Kachelmanns Rechtsanwalt Johann Schwenn den vollen Namen der Schweizerin bereits mehrfach bekannt. Er wurde allerdings nie gedruckt. Nach Angaben Schwenns sagt die Zeugin die Unwahrheit. Kachelmann sei am fraglichen Tag an einem anderen Ort gewesen.
Am Mittwoch geht der Prozess gegen Jörg Kachelmann nach vierwöchiger Pause zunächst wie geplant in Mannheim weiter.
Quelle: dapd , dpa
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