08.12.2010, 18:28 Uhr
Jörg Kachelmann und sein neuer Verteidiger Johann Schwenn (links) (Foto: Reuters)
Der neue Anwalt von Jörg Kachelmann fährt schweres Geschütz gegen Medien auf. Verteidiger Johann Schwenn will Redaktionsräume durchsuchen lassen. Die Lage seines Mandanten scheint er jedoch pessimistisch zu sehen.
Nach drei Verhandlungstagen mit Jörg Kachelmanns neuem Verteidiger ist klar, der Staranwalt teilt nach allen Seiten aus - gegen Staatsanwaltschaft, Gericht, Gutachter, Medien und gegen seinen Vorgänger Reinhard Birkenstock.
Neuer Höhepunkt des Rundumschlags: Der Anwalt will die Redaktionen der Zeitschriften "Bunte" und "Focus" durchsuchen lassen. Schwenn will dort Schriftstücke und Datenträger sicherstellen lassen, die Kachelmann entlasten könnten. Er warf den Blättern vor, sie würden versuchen, das Verfahren zum Nachteil Kachelmanns zu beeinflussen. Das Gericht entschied bislang nicht über den Antrag. Die Staatsanwaltschaft wollte noch schriftlich Stellung nehmen.
Das Nachrichtenmagazin "Focus" hält den Durchsuchungsantrag für eine Farce. Sprecher Jonas Grashey erklärte: "Die Chefredaktion sieht in dem Auftritt des Kachelmann-Verteidigers Schwenn ein vordergründiges Ablenkungsmanöver."
Schwenn sagte in einer Verhandlungspause: "Wenn ein Verlagshaus meint, seine Macht missbrauchen zu müssen, um ein Verfahren zu beeinflussen, dann ist das nicht mehr von der Pressefreiheit gedeckt."
Zum möglichen Ausgang des Verfahrens meinte er: "Bisher haben Staatsanwaltschaft und Gericht mir keinen Anlass gegeben, die Verurteilungsgefahr für gemindert zu halten." Der Verteidiger scheint schon eine Revision vor dem Bundesgerichtshof anzupeilen: "Das ist noch nicht das letzte Wort. Das wird auch nicht in Mannheim gesprochen."
In seinem Antrag auf Durchsuchung der Redaktionen bezog sich Schwenn auf Kontakte zu ehemaligen Geliebten des Moderators, die sowohl als Zeuginnen vor Gericht aussagten als auch der "Bunten" Interviews gegeben hatten. Außerdem hatte das Magazin "Focus" am Montag eine neue angebliche Belastungszeugin präsentiert, die in der Schweiz lebe und nicht vor einem deutschen Gericht aussagen wolle.
Schwenn betonte, das Magazin habe außerordentlich früh von der Zeugin und ihrer Weigerung erfahren, in Deutschland auszusagen. Dies "nötigt zu dem Schluss, dass es sich (...) um eine von Redaktionsverantwortlichen der Burda Verlagsgruppe geführte und bezahlte Person handelt".
Einer Reporterin der Zeitschrift "Bunte" warf Schwenn vor, sie habe versucht, die Aussage einer Zeugin vor Gericht zu beeinflussen. Dies zeige, "dass die Redaktionsverantwortlichen nicht nur das Ziel möglichst wirksamer und für den Verlag einträglicher übler Nachrede verfolgen, sondern das Verfahren der Kammer zum Nachteil des Angeklagten beeinflussen wollen", heißt es in dem Beweisantrag.
Quelle: dpa
Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr
Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special
Entdecken Sie jetzt die modischen Hosen der Saison – in exzellenter Passform! von AtelierGS