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Kabinett beschließt Einbürgerungstest

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Kabinett beschließt Einbürgerungstest

23.07.2008, 16:19 Uhr

Nicht jeder muss zum Einbürgerungstest  (Quelle: imago) Nicht jeder muss zum Einbürgerungstest (Quelle: imago)Das Bundeskabinett hat am Mittwoch grünes Licht für den umstrittenen Einbürgerungstest gegeben. Wer Deutscher werden will, muss ab 1. September mindestens 17 von 33 Fragen über das politische System, Gesellschaft und Geschichte in Deutschland richtig beantworten.

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Quiz Teil 4: Die neuesten Fragen aus dem Einbürgerungstest

Quiz Teil 3: Ganz neue Fragen aus dem Einbürgerungstest
Quiz Teil 2: 33 neue Fragen aus dem Einbürgerungstest
Quiz Teil 1: 33 Fragen aus dem Einbürgerungstest

"Sagen Sie Ja zu Deutschland!"

Innenminister Wolfgang Schäuble verteidigte den Test gegen Kritik von Opposition und Migrantenverbänden. "Der Einbürgerungstest setzt ein Minimum an Wissen über Deutschland voraus", sagte Schäuble. "Der Test ist angemessen und überfordert niemanden." Die Migrationsbeauftragte der Regierung, Maria Böhmer, warb für mehr Einbürgerung. "Sagen Sie Ja zu Deutschland!"

17 aus 33

Mit dem Test soll geprüft werden, ob Ausländer, die Deutsche werden wollen, genug über die Rechts- und Gesellschaftsordnung wissen. Aus 300 bundesweit einheitlichen und zehn speziellen Landesfragen werden je 33 ausgewählt. Wer 17 Fragen richtig beantwortet, hat bestanden. Der Test kann beliebig oft wiederholt werden. Nach Ministeriumsangaben beantworteten mehr als 70 Prozent von Befragten in einem Test der Humboldt-Universität Berlin die meisten Fragen richtig.

Kein Test unter 16

Von dem Test befreit sind alle, die noch keine 16 Jahre alt oder aufgrund von Krankheit, Behinderung oder altersbedingt beeinträchtigt sind. Der Test muss auch dann nicht abgelegt werden, wenn die Einbürgerungswilligen einen deutschen Schulabschluss nachweisen können.

25 Euro pro Versuch

Aber nicht jeder bekommt automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft, der den Test besteht. Die Prüfung, die 25 Euro pro Versuch kostet, gilt zum Beispiel nicht als Nachweis ausreichender deutscher Sprachkenntnisse. Die muss der Einbürgerungswillige in einer weiteren Prüfung unter Beweis stellen, wenn er den deutschen Pass will.



Kritik von Moslems und Juden

Vertreter der Muslime halten einige Fragen für ideologisch gefärbt. Die Bundesregierung bestreitet, dass Gewissensfragen gestellt würden. Der Zentralrat der Juden kritisiert, dass Wissen zur Geschichte Deutschlands abgefragt wird, aber das Wort "Holocaust" nicht im Fragenkatalog auftaucht. Außerdem werde das Judentum unterschlagen.


Einbürgerungen gehen zurück

Im vergangenen Jahr ließen sich 113.000 Ausländer einbürgern, 9,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Rund 4,8 Millionen der 6,7 Millionen Ausländer leben seit mehr als acht Jahren in Deutschland. Damit haben sie Anspruch auf Einbürgerung, wenn sie ihren Lebensunterhalt selbst verdienen und weitere Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören ein Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung und ausreichende Sprachkenntnisse. Zudem dürfen sie nicht straffällig geworden sein.


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Quelle: dpa

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