30.12.2011, 18:59 Uhr
Ukraine: Justiz verlegt Julia Timoschenko in Straflager Die Strafkolonie liegt 500 Kilometer entfernt von Kiew und ist berüchtigt für harte Arbeit und einen rauen Umgangston.
Die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko ist in ein Straflager im ostukrainischen Charkiw verlegt worden. Wie die Leitung der Frauenhaftanstalt Katschaniwska mitteilte, traf die 51-Jährige dort am Freitag ein. Ukrainische Medien berichteten, Timoschenko habe bei dem dreistündigen Transport in einem Rollstuhl gesessen, weil sie wegen eines Rückenleidens nicht laufen könne.
Vor dem Gefängnis wurde Timoschenko von dutzenden Unterstützern mit ukrainischen Fahnen und Sprechchören begrüßt, meldete die Nachrichtenagentur Interfax.
Die Politikerin war am 11. Oktober wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Ein ukrainisches Berufungsgericht hatte am Freitag vor einer Woche das Urteil in dem umstrittenen Verfahren bestätigt. Timoschenko soll beim Abschluss von Gasverträgen mit Russland ihrem Land finanziellen Schaden zugefügt haben.
Timoschenkos Tochter Jevgenia Carr bezeichnete den Transfer ihrer Mutter als "bestialisch". Trotz ihrer schlechten Gesundheit sei sie in einen Gefangenenwagen geworfen worden. Die Angaben der Strafvollzugsbehörden, Timoschenko sei in einem "komfortablen Minibus" mit Toilette und Waschbecken gereist, während ein anderes Fahrzeug ihre zwölf Koffer befördert habe, bezeichnete Carr als "Blödsinn".
Wegen der Prozesse gegen Timoschenko und andere ehemalige Regierungsmitglieder hat die EU die Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens mit der Ex-Sowjetrepublik auf Eis gelegt. Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch hatte Vorwürfe zurückgewiesen, das Verfahren sei politisch gesteuert. Timoschenko wirft ihrem politischen Erzfeind vor, das Gerichtssystem zu manipulieren.
Nach Angaben ukrainischer Medien wurde die Frauenhaftanstalt Katschanowka unlängst teilweise saniert. Laut Interfax sitzen zwischen 800 und tausend weibliche Häftlinge ein. Timoschenkowerde eine für sieben Häftlinge bestimmte Zelle mit eigener Dusche bekommen, in der sich derzeit nur eine andere Insassin befinde. Sie hofft nach Angaben ihrer Anwälte auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in Straßburg.
Vor sieben Jahren hatte Timoschenko die Orangene Revolution angeführt, mit der das Volk gegen Wahlfälschungen durch Präsident Janukowitsch demonstriert hatte. Janukowitsch schaffte nun den Feiertag zu Ehren des demokratischen Protests am 22. November ab. Statt des "Tages der Freiheit" werde künftig am 22. Januar der "Tag der orthodoxen Einigkeit und Freiheit" gefeiert, teilte das Präsidentenamt mit.
"Nur eine orthodoxe, unabhängige und freie Ukraine kann der Gemeinschaft wohlhabender Staaten als gleichberechtigter Partner und möglicher Führer der mittel-osteuropäischen Region beitreten", hieß es nach Medienberichten in dem Erlass. Die orthodoxe Kirche gewinnt 20 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion immer mehr an Bedeutung in der Ukraine.
Der neue Feiertag erinnert an den 22. Januar 1919, als sich die Ukrainische Volksrepublik und die West-Ukrainische Volksrepublik zu einem Nationalstaat zusammenschlossen, der allerdings nur knapp vier Jahre Bestand hatte.
Quelle: dpa , dapd
Martin schrieb:
am 30. Dezember 2011 um 15:42:35
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Timoschenko in Straflager verlegt
Jetzt reicht es langsam Wladimir Putin meint wohl er kann mit den Menschenrechten die Füße treten und Merkel schaut auch noch zu.
Gruß Martin
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Kritiker schrieb:
am 30. Dezember 2011 um 15:41:07
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Ukraine
Das Urteil gegen diese Frau ist politisch gesteuert und nicht frei nach Recht und Gesetz gefällt worden. Deutschland sollte sich mit
diplomatischen Beziehungen zu diesem Land sehr zurück halten. Da kommt nichts Gutes bei raus.
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fundador schrieb:
am 30. Dezember 2011 um 15:39:33
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Timoschenko
Die Frau wird nach und nach zuerst krank und dann kaputt gemacht.Warum sollte es dort anders zugehen,als in unserer Neu-DDR
?
Natürlich schaut Rest-Europa zu ,schweigt oder muckt mal bei Bedarf auf.
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