Nach einer Amokdrohung im Internet ist in Baden-Württemberg ein 17-Jähriger festgenommen und vorübergehend in die Psychiatrie eingewiesen worden. In einem Internetportal wurde laut Staatsanwaltschaft Ulm bereits am vergangenen Donnerstag das Bild einer vermummten Gestalt mit einer Pistole entdeckt.
Die Person habe Sympathie mit dem Täter von Winnenden bekundet und mit einer ähnlichen Tat im Raum Ehingen nahe Ulm gedroht, sagte Behördensprecher Michael Bischofberger.
Nach der Festnahme habe ein Richter am Wochenende die vorübergehende Unterbringung in der Psychiatrie angeordnet. Nachdem die Seiten im Netz entdeckt worden seien, habe der Anbieter sie sofort gelöscht und die Polizei verständigt. Daraufhin ermittelten die Fahnder den 17-Jährigen, bei dem es sich laut Bischofberger um die im Internet abgebildete Person handelt, durchsuchten seine Wohnung und nahmen ihn schließlich fest. Es seien die Pistole sowie eine Soft-Air-Waffe sichergestellt worden.
Außerdem fanden die Ermittler Datenträger und Computerspiele mit Gewaltdarstellungen. Beschlagnahmt wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch das Handy und der Computer des jungen Mannes. Der Mann sei seit "längerer Zeit" in psychiatrischer Behandlung gewesen. Da eine Gefährdung der Allgemeinheit nicht habe ausgeschlossen werden können, sei der junge Mann noch am Freitag psychiatrisch begutachtet worden, erläuterte der Sprecher. Am Wochenende habe dann der zuständige Bereitschaftsrichter die vorübergehende Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet.
Verdächtiger hatte Komplizen
Die Fahnder durchsuchten zudem die Wohnung eines Freundes, der ihm bei der Einstellung der Drohung geholfen haben soll. Auch dessen Computer und Handy, mit dem das Bild für das Internetportal gemacht worden sein soll, wurden sichergestellt.
19-Jähriger verurteilt
In Brandenburg muss ein 19-Jähriger wegen Todesdrohungen im Internet vier Wochen in Jugendarrest. Außerdem wurde der junge Mann vom Amtsgericht Bad Liebenwerda verurteilt, die Folgen seiner Tat mit der Jugendgerichtshilfe aufzuarbeiten. Der Lehrling aus Prösen bei Elsterwerda hatte laut Staatsanwaltschaft die Tötung von Menschen bereits vor Wochen im Netz angekündigt. Nach dem Amoklauf von Winnenden wurde der Mann angezeigt, und die Justiz leitete ein beschleunigtes Verfahren gegen ihn ein. Er wurde wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten verurteilt.