Drucken
Mann in Fußgängertunnel zu Tode getreten
23.09.2009, 16:38 Uhr
In Handschellen (Symboldbild: imago)
Schon wieder haben zwei Jugendliche einen unschuldigen Passanten zu Tode getreten, diesmal in Hamburg. Das Motiv war nichtig: Das Opfer wollte den Jugendlichen kein Geld geben. Die beiden mutmaßlichen Täter, zwei als gewalttätig bekannte 16 und 17 Jahre alte junge Männer, wurden jetzt, dreieinhalb Monate nach der Tat, verhaftet.
Wie die Polizei mitteilte, hatten sie ihr Opfer am späten Abend des 12. Juni in einem Fußgängertunnel niedergeschlagen und dann mit Tritten gegen den Kopf getötet. Erst vor anderthalb Wochen hatte ein ähnliches Verbrechen die Bevölkerung erschüttert. In Bayern war ein Geschäftsmann von zwei 17 und 18 Jahre alten Räubern mit Schlägen und Tritten umgebracht worden, weil er vier Kinder vor ihnen verteidigt hatte.
Opfer wollte kein Geld geben
In dem Hamburger Fall hatten die Jugendlichen hatten das 44 Jahre alte Opfer den Ermittlungen zufolge zunächst nach Geld gefragt. Als der Mann ablehnte, schlug ihn einer der beiden zu Boden. Dann traten die Jugendlichen laut Polizei auf den 44-Jährigen ein, insbesondere gegen den Kopf. Anschließend rannten die Jugendlichen vom Tatort, einem Fußgängertunnel am Seeveplatz in Hamburg-Harburg, unerkannt zu einem nahen Bahnhof.
Im Krankenhaus gestorben
Ein Begleiter des Opfers alarmierte die Rettungskräfte. Das Opfer starb nach drei Wochen Anfang Juli im Krankenhaus an seinen schweren Kopfverletzungen. Die Tat hatte sich bereits im Juni ereignet, ist aber erst jetzt, nach der Ermittlung und Verhaftung der Verdächtigen, von der Polizei öffentlich gemacht worden.
Videobilder und Zeugen
Obwohl es in dem Fußgängertunnel selbst keine Videoüberwachung gibt, kam die Polizei über Videoaufzeichnungen vom Bahnhof Hamburg-Harburg auf die Spur der Tatverdächtigen, die außerdem von Zeugen identifiziert wurden. "Wir haben die Überwachungsbänder unter Polizeibeamten gezeigt, dadurch kamen erste Hinweise", erklärte eine Sprecherin der Hamburger Polizei.
Ein Dritter "stand daneben"
Ein Begleiter des getöteten Mannes konnte weder bei der Tat noch bei deren Aufklärung helfen, weil er relativ stark betrunken war. Das Amtsgericht erließ gegen die Verdächtigen, einen Deutschen und einen Türken, Haftbefehle, die am Montag vollstreckt wurden. Ein dritter mutmaßlicher Tatbeteiligter im Alter von 16 Jahren bleibt dagegen zunächst auf freiem Fuß. "Er stand wohl bei der Tat daneben", sagte die Sprecherin. Die beiden verhafteten Jugendlichen schweigen bislang zu den Vorwürfen.
Quelle: dapd