05.01.2011, 16:46 Uhr | von Brian Murphy, AP
Schah-Sohn Aliresa Pahlawi ist im Alter von 44 Jahren gestorben (Foto: AP)
Der offenkundige Selbstmord des jüngsten Sohns des letzten Schahs von Persien hat seine Familie und die iranische Exilgemeinde tief getroffen. Der 44 Jahre alte Aliresa Pahlawi wurde tot in seiner Wohnung in Boston aufgefunden. Laut Staatsanwaltschaft ist er an einer Schussverletzung gestorben, die er sich vermutlich selbst zugefügt hat.
Der älteste Sohn des 1979 entmachteten Schahs Resa Pahlawi, der den gleichen Namen trägt wie sein Vater, bestätigte den Tod seines Bruders auf seiner Internetseite. "Wieder einmal teilen wir das Leid von Müttern, Vätern und Verwandten der vielen Opfer in diesen dunklen Zeiten für unser Land", schrieb Resa Pahlawi junior.
Vertraute des Verstorbenen sagten, Aliresa Pahlawi sei nach dem Suizid seiner Schwester Leila im Jahr 2001 zunehmend in Depressionen verfallen. Leila war im Alter von 31 Jahren in London an einer Überdosis Drogen gestorben. Eine Freundin der Familie sieht für die Depressionen des Schah-Sohns mehrere Auslöser: "Seine Ausreise aus dem Iran, das Leben im Exil, der Tod seines Vaters und dann seiner Schwester, zu der er eine enge Beziehung hatte", so Nasie Eftechari, die für den Bruder des Verstorbenen in Washington arbeitet. "Diese Todesfälle waren ein schwerer Schlag für ihn."
Im Iran berichtete die amtliche Nachrichtenagentur IRNA nur kurz über den Tod des Schah-Sohns. Auf der Website des staatlichen Fernsehsenders "Press TV" hieß es: "Sohn des iranischen Ex-Diktators bringt sich um".
Websites und soziale Online-Netzwerke wurden zum wichtigsten Forum für die iranische Oppositionsbewegung, die dort um den Schah-Sohn trauerte. In den Kommentaren wurden aber auch Frustration und Wut über die im Iran regierenden islamischen Hardliner laut. "Wo ist Gottes Gerechtigkeit?", hieß es dort zum Beispiel. "Die Hölle ist ein zu schöner Ort für die, die unser Land nahmen und so viel Leid verursachten."
Die iranische Exilgemeinde in den USA sei "zutiefst traurig" wegen des Todesfalls, sagte der Präsident des Nationalen Iranisch-Amerikanischen Rates, Trita Parsi. "Es gibt viele Strömungen in der Gemeinde, aber an so einem Tag sind wir alle vereint in unserem Mitgefühl mit der Familie Pahlawi wegen ihres tragischen und schmerzlichen Verlustes", sagte er.
Schah Resa Pahlawi war 1979 in der islamischen Revolution gestürzt worden und verließ sein Land. Ein Jahr später starb er an Krebs. Seine Familie lebt seitdem im Exil. Unter den Iranern gibt es noch Anhänger der Monarchie, die sich Resa Pahlawi junior als Staatsoberhaupt wünschen. In der iranischen Oppositionsbewegung spielt der Schah-Sohn jedoch keine prominente Rolle.
Der jüngste Sohn Aliresa wurde in Teheran geboren und an amerikanischen Universitäten ausgebildet. Der ältere Bruder wird ihren Angaben zufolge am Mittwoch in Boston erwartet. Sie rechne damit, dass auch die Mutter der beiden, die ehemalige Kaiserin Farah Pahlawi, aus Paris anreisen werde. Einzelheiten zum Begräbnis wurden noch nicht bekannt gegeben.
Quelle: dapd
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