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Jülich: Physiker entwickeln Flüssigsprengstoff-Detektor

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Detektor kann flüssigen Sprengstoff nachweisen

20.10.2009, 15:05 Uhr

Gepäckkontrolle am Flughafen (Foto: imago) Gepäckkontrolle am Flughafen (Foto: imago)

Physiker des Forschungszentrums Jülich haben einen Detektor zum blitzschnellen Nachweis von explosiven Flüssigkeiten im Handgepäck von Fluggästen entwickelt. Im Gegensatz zu bisherigen Systemen nutzt der neue Detektor einen breiten Frequenzbereich elektromagnetischer Strahlung und kann damit schnell und zuverlässig zwischen Flüssigsprengstoff und harmlosen Substanzen unterscheiden, wie das Forschungszentrum mitteilte.

Den Prototyp des neuen Detektors stellten die Jülicher Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Superconductor Science and Technology" vor. Explosive Flüssigkeiten oder flüssige Komponenten zur Herstellung von Sprengstoff an Bord könnten damit "in Bruchteilen einer Sekunde identifiziert werden", erklärte Institutsleiter Knut Urban.


Jede Flüssigkeit hat einen eigenen "Fingerabdruck"

Urban und seine Mitarbeiter am Institut für Festkörperforschung nutzen den Angaben zufolge für das Gerät eine besondere Form der Spektroskopie, mit der Substanzen mithilfe elektromagnetischer Strahlung analysiert werden können. Jede Flüssigkeit absorbiert und reflektiert Strahlung verschiedener Wellenlängen auf unterschiedliche Weise und kann so anhand ihres spezifischen "Fingerabdrucks" identifiziert werden.

Idee nicht ganz neu

Die Idee, zum Nachweis gefährlicher Flüssigkeiten elektromagnetische Strahlung zu verwenden, ist laut Forschungszentrum nicht neu. Bisherige Systeme nutzen demnach aber nur einen sehr engen Frequenzbereich der elektromagnetischen Strahlung und identifizieren dadurch nur einen kleinen Ausschnitt des Fingerabdrucks. Damit ließen sich jedoch gefährliche Substanzen nicht zuverlässig von harmlosen trennen, bei Mischungen verschiedener Flüssigkeiten bestehe zudem die Gefahr falscher Ergebnisse.

Breites Spektrum wird erfasst

Die Jülicher Forscher entwickelten nun ein System, das in nur 200 Millisekunden über einen breiten Frequenzbereich von wenigen Gigahertz bis zu einigen Terahertz messen kann. So kann den Angaben zufolge bei jeder Messung ein detaillierter molekularer Fingerabdruck erstellt werden, der einen zuverlässigen Vergleich mit Referenzdaten gefährlicher Flüssigkeiten ermöglicht.

Strenge Auflagen seit 2006

Seit 2006 dürfen Fluggäste nur sehr beschränkt Flüssigkeiten mit an Bord von Flugzeugen nehmen. Die Regelung war eingeführt worden, nachdem Pläne für Terroranschläge auf Flugzeuge mit Flüssigsprengstoff aufgedeckt worden waren. Dem Jülicher Forschungszentrum zufolge gibt es inzwischen verschiedene Ansätze für Kontrollgeräte, mit denen sich gefährliche Flüssigkeiten identifizieren lassen. Allerdings habe sich noch keines davon auf den Flughäfen der Welt durchsetzen können.


Quelle: AFP

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