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Joachim Gauck und die wilde Ehe: Empörung über CSU-Forderung an Gauck

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Empörung über Heirats-Forderung an Gauck

21.02.2012, 16:33 Uhr

Seit zwölf Jahren ein Paar: Joachim Gauck und Daniela Schadt (Quelle: dpa)

Seit zwölf Jahren ein Paar: Joachim Gauck und Daniela Schadt (Quelle: dpa)

Empörte Reaktionen hat die Forderung aus der CSU ausgelöst, der designierte BundespräsidentJoachim Gauck solle doch heiraten. Von Außenminister Westerwelle über SPD und Grüne bis hin zur Linken bekam der CSU-Familienpolitiker Norbert Geis dafür Stillosigkeit bescheinigt.

Der 73-jährige Geis sagte: "Es dürfte wohl im Interesse des Herrn Gauck selbst sein, seine persönlichen Verhältnisse so schnell als möglich zu ordnen, damit insoweit keine Angriffsfläche geboten wird." Das berichtet die "Passauer Neue Presse".

"Halt den Mund!"

Außenminister Guido Westerwelle hält die Debatte über Gaucks persönliche Verhältnisse für unsäglich. "Die Kritik an den persönlichen Lebensverhältnissen des nominierten Bundespräsidenten ist stillos", sagte der FDP-Politiker der "Rheinischen Post". Deutschland sei schließlich ein "modernes Land".

Eine scharfe Absage bekam Geis auch vom SPD-Innenexperten Dieter Wiefelspütz. "Ich kann Geis nur zurufen: Halt den Mund!", sagte Wiefelspütz der "Mitteldeutschen Zeitung". "Das ist eine abwegige Diskussion. Als ob wir keine anderen Sorgen hätten!"

Video
Deutsche wollen Joachim Gauck im Schloss Bellevue

69 Prozent sprechen sich bei der Forschungsgruppe Wahlen für ihn als neuen Bundespräsidenten aus. zum Video

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Bundestag, Volker Beck, sagte: "Wie Herr Gauck sein Privatleben lebt, geht niemanden etwas an. Und es bildet einen Teil der Realität ab, dass auch Unverheiratete zusammen leben. Ich erwarte da von Herrn Geis den entsprechenden Respekt."

Profilierungssüchtiger Hinterbänkler

Der CSU-Politiker Geis fiel schon mehrfach ist er durch absurde Forderungen auf. So war ihm 1993 ein Auftritt von Popstar Madonna zu obszön; er wollte ein Auftrittsverbot verhängen - "zum Schutze der öffentlichen Ordnung".

Geis präsentiert sich auch gerne als Hardliner. So trat der CSU-Mann dafür ein, Terrorverdächtige notfalls auch ohne Prozess einzusperren oder über die "gezielte Tötung eines potentiellen Aggressors" nachzudenken. Nach den gescheiterten Anschlägen auf Regionalzüge im Jahr 2006 forderte er bewaffnete Zugbegleiter, sogenannte Rail Marshals.

Laut "Focus" hat Geis Homosexualität als Fehlentwicklung bezeichnet, Schwule als pervers gebrandmarkt und den von Edmund Stoiber geprägte Begriff der "durchrassten Gesellschaft" verteidigt. Der Rechtsanwalt sitzt seit 1987 für die Union im Bundestag.

Gauck seit zwölf Jahren fest liiert

Joachim Gauck ist seit 1959 verheiratet und hat vier Kinder, seit 1991 lebt er von seiner Frau getrennt. Seit 2000 ist Gauck mit der Journalistin Daniela Schadt liiert.

Gaucks Lebensgefährtin wehrte unterdessen Fragen zu einer möglichen Heirat ab: Ihr Privatleben wolle sie nicht völlig preisgeben. Was künftig auf sie zukomme, vermöge sie sich nicht so recht vorzustellen, so Schadt. "Ich muss mich noch ein bisschen sortieren", sagte sie gegenüber den "Nürnberger Nachrichten". Sicher werde sich in ihrem Leben viel ändern.

Sie freue sich auf die neue Aufgabe. Für diese Woche habe sie sich erst einmal Urlaub genommen, um zu ihrem Partner nach Berlin zu fahren.


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Quelle: dapd

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Kommentare (373)

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Thema: "Joachim Gauck und die wilde Ehe: Empörung über CSU-Forderung an Gauck"

Harras schrieb: am 21. Februar 2012 um 21:25:20
(1116) (120) Gauck
Ja, Herr Gauck m u s s heiraten und noch mindestens 3 Mätressen haben, wie die anderen Politiker auch. Alles Heuchler

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Frau Sauer schrieb: am 21. Februar 2012 um 21:22:30
(543) (386) Gauck und die Ehe
Bei Wulff ist auch privat gewühlt worden, warum soll es Gauck besser gehen? Verheiratet, Freundin, das ist dann der
erste Mann im Staat.? Geht's noch, oder schwimmen jetzt alle in Euphorie und denken nicht mehr? Was wenn Frau Gauck eine Scheidung ablehnt? Egal, wir sind ohnehin schon eine verwahrloste Gesellschaft. Von wegen Vorbilder in der Politik. Soziale Gerechtigkeit kein Thema für den. Weg, bevor wieder so ein Hickhack abgeht
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Wels schrieb: am 21. Februar 2012 um 21:18:36
(301) (108) @Hüppi
Ich bin kein eingefleischter Gauck Fan.Ich bin nur gegen die Verleumdung eines Bürgerrechtlers.Ob ich Fan von Gauck werde hängt von
seiner Arbeit ab und die kann ich beim besten Willen nicht beurteilen.Ich weiß nicht wo Du Dein Wissen über Gauck her hast und wenn ich ehrlich bin interessiert es mich auch nicht.
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