In den USA gibt es Streit um die Schließung des Gefangenenlagers Guantànamo (Foto: Reuters)
Hohe Rückfallquote: Jeder Siebte der bislang 534 aus dem US-Gefangenenlager Guantànamo auf Kuba entlassenen Häftlingen hat sich erneut dem Terror verschrieben oder ist militant aktiv geworden.
Zu diesem Ergebnis kommt laut "New York Times" ein neuer, noch unveröffentlichter Report des US-Verteidigungsministeriums. Wie die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, wird der Bericht mit Rücksicht auf die Pläne von US-Präsident Barack Obama, Guantánamo bis Januar nächsten Jahres zu schließen, zurückgehalten.
Dem Bericht zufolge geht das Pentagon davon aus, dass 74 aus Guantánamo in ihre Heimat- oder Drittländer entlassene Häftlinge zum Terror zurückgekehrt sind, was einer Rückfallquote von fast 14 Prozent entspreche. Die neuen Zahlen dürften Kritiker des Präsidenten stärken, die vor einer Freilassung weiterer Terrorverdächtiger warnen.
Bedenken auch in Deutschland
Auch in Deutschland und anderen Ländern, die von der US-Regierung um Aufnahme entlassener Häftlinge gebeten wurden, gibt es Sicherheitsbedenken. Menschenrechtler hatten in der Vergangenheit jedoch Zweifel an den vom Pentagon genannten Zahlen geäußert, da sie wenig konkret und nur schwer zu überprüfen seien.
Aus Angst, dass viele der noch in Kuba einsitzenden 240 Häftlinge in die USA verlegt werden könnten, versagten viele Senatoren beider Parteien der Regierung die zur Schließung des Lagers beantragten 80 Millionen Dollar (59 Millionen Euro). Obama halte aber trotzdem an seinen Schließungsplänen fest, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses.