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Japan: Im Katastrophengebiet droht Milbenkrankheit

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Japan: Im Katastrophengebiet droht Milbenkrankheit

05.04.2011, 13:22 Uhr

Den ohnehin vom Unglück gebeutelten Menschen im Katastrophengebiet droht eine neue Plage: die Tsutsugamushi-Milbe (Foto: dpa)

Den ohnehin vom Unglück gebeutelten Menschen im Katastrophengebiet droht eine neue Plage: die Tsutsugamushi-Milbe (Foto: dpa)

In den japanischen Katastrophengebieten müssen sich die Menschen vor einer gefährlichen Milbenart in Acht nehmen. Das Nationale Institut für Infektionskrankheiten warnt vor einer Ausbreitung des durch die Herbstgrasmilbe verursachten japanischen Flussfiebers, auch "Tsutsugamushi"-Krankheit genannt. Unterdessen pumpt Tepco, der Betreiber des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima I, weiter kontaminiertes Wasser ins Meer.

Durch Schlammmassen in Folge des Erdbebens vom 11. März könnten Schlammmassen mit der Tsutsugamushi-Milbe in Gebiete gelangt sein, die zuvor nie einen Ausbruch der Krankheit erlebten hatten. Das berichtet die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press und beruft sich auf das Institut. Bei einem zwischen 60 und 70 Jahre alten Mann in der Unglücksprovinz Fukushima war am 22. März die Krankheit diagnostiziert worden, hieß es.

Symptome sind Fieber und Ausschlag

Frühling und Herbst sind die Jahreszeiten, in denen die Krankheit am häufigsten auftritt. Patienten, die von der Milbe gebissen wurden, leiden unter anderem unter Fieber und Ausschlag. Ohne angemessene Behandlung, könnten sich Symptome verschlimmern, hieß es. Die Krankheit ist in Japan meldepflichtig.

Tepco entsorgt weiter kontaminiertes Wasser im Meer

Teco pumpte auch am Dienstag radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer. Die Maßnahme sei leider unvermeidlich, sagte Regierungssprecher Yukio Edano. Nur so könne verhindert werden, dass sich noch stärker kontaminiertes Wasser ausbreite. "Wir verklappen radioaktives Wasser, und das tut uns sehr leid", so Edano.

Nachrichten
Tepco bietet Zahlungen als Ausgleich für Verseuchung

Der AKW-Betreiber pumpt kontaminiertes Wasser ins Meer und offeriert gleichzeitig den Evakuierten Schadensersatz. zum Video

Im Bemühen, das von einem Erdbeben schwer beschädigte Kraftwerk zu dekontaminieren, bat die japanische Regierung zudem Russland um die Bereitstellung eines Schiffes, das speziell für die Entsorgung atomarer Abfälle gerüstet ist.

Hohe Strahlenwerte im Wasser

Unterdessen wurde bekannt, dass der Anteil von radioaktivem Jod im Meerwasser unweit des Atomkraftwerks Fukushima I die gesetzlichen Grenzwerte deutlich übersteigt. Am vergangenen Wochenende habe der Wert 7,5 Millionen Mal über dem Maximalwert gelegen, teilte Tepco mit. Am Montag sei der Grenzwert fünf millionenfach überschritten worden. Das radioaktive Material verteile sich jedoch zügig im Meerwasser und stelle keine unmittelbare Gefahr für die Umwelt dar, hieß es in einer Stellungnahme des Unternehmens.

Foto-Serie: Satellitenbilder von Japan
6 Bilder von 8

Einige Strahlenmessungen von Tepco waren in der vergangenen Woche in Zweifel gezogen worden. Die Atomsicherheitsbehörde hatte daraufhin eine neue Untersuchung der Proben angeordnet.

US-Experten: Meerestiere nicht gefährdet

Auch nach Ansicht von US-Experten stellt das kontaminierte Wasser keine große Gefahr für Meerestiere dar. Weil die Radioaktivität sehr schnell im Ozean verdünnt werde, sei auch der Verzehr von Meerestieren wenig bedenklich, sagte William Burnett von der Florida State University. Lediglich im unmittelbaren Umfeld der beschädigten Reaktoren könne es zu genetischen Mutationen kommen, wenn die Einleitung von radioaktiv belastetem Wasser über einen längeren Zeitraum andauere. Bereits ab einer Entfernung von rund 800 Metern bestehe aber kein Risiko, falls die Situation nicht weiter eskaliere, sagte Burnett.

Messungen hätten ergeben, dass die radioaktive Belastung des Meeres rund 30 Kilometer vor der Küste bereits tausendfach geringer sei, als unmittelbar vor dem Kraftwerk, sagte Ken Buesseler vom Ozeanografischen Institut Woods Hole im US-Staat Massachusetts. Die Gefahr durch kontaminierte Nahrungsmittel aus dem Meer sei daher deutlich geringer als die durch Strahlenbelastung an Land.

Tepco leistet erste Entschädigungszahlungen

Unterdessen hieß es, dass die Menschen aus der Gegend um Fukushima erste Entschädigungszahlungen bekommen sollen. Das Geld könnte zum Monatsende fließen - wie viel, ist aber noch unklar. Über die Höhe will sich der Betreiber Tepco mit der Regierung beraten, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den Konzern.

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Niederschlag in Japan

Ständig aktuell: Das wetter.info-Video zeigt den möglichen Niederschlag, der Radioaktivität auf das Festland oder ins Meer tragen könnte, rund um Fukushima. zum Video

Weil sich die Atomkrise noch lange hinziehen dürfte, handelt es sich um vorläufige Entschädigungen. Die Zahlungen seien von der Regierung angeordnet worden, sagte Wirtschafts- und Industrieminister Banri Kaieda. Rund 80.000 Anwohner der Atomruine mussten sich auf Weisung des Staates in Sicherheit bringen. Zudem leiden viele Landwirte darunter, dass sie wegen radioaktiver Verstrahlung ihr Gemüse und Obst nicht mehr verkaufen können. Tepco werde zunächst unter anderem für die Arztkosten und Einkommensausfälle aufkommen, hieß es.

Tepco hat bereits damit begonnen, neun betroffenen Gemeinden jeweils 20 Millionen Yen (170.000 Euro) zu zahlen. Die Gemeinde Namie in der Unglücksprovinz weigerte sich jedoch, das Geld anzunehmen. Sie verlangt, dass Tepco sich zuerst direkt bei den Bürger entschuldigt und ihnen Entschädigungen anbietet.


Quelle: dpa , AFP , dapd

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Kommentare (41)

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Thema: "Japan: Im Katastrophengebiet droht Milbenkrankheit"

Rose schrieb: am 5. April 2011 um 13:44:53
(0) (0) @Zorniger Beobachter
Ist schon war ! Aber für den Profit geht der Kapitalist über Leichen und das trifft für alle genannten Fälle zu !

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NurBürger schrieb: am 5. April 2011 um 13:19:26
(0) (0) Die Katastrophe…
Die eigentliche Katastrophe kann noch kommen... Erst das Erdbeben, die Tsunami, alles befristete Ereignisse. Dann die
atomare Katastrophe - ein Ende ist nicht abzusehen. Und jetzt die Folgen aus alledem... Die Region wird wohl bis auf weiteres unbewohnbar bleiben. die Schäden sind angeblich jetzt schon die größten, die es jemals nach Naturereignissen gab...
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Niro70 schrieb: am 5. April 2011 um 13:10:16
(0) (0) @Hardkeeper
Atomstrom ist nur für den Erzeuger billig; wie hoch die Folgekosten für die Bürger werden können sehen wir am aktuellen
Störfall. Das wird auch nicht der letzte sein. Aktionäre haben nur Gewinne im Kopf; Kraftwerke gehören nicht in Privathand; den angerichteten Schaden macht niemand wieder gut.
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