24.02.2010, 10:04 Uhr
Nach einem Sabotageakt in einer norditalienischen Raffinerie bedrohen Millionen Liter Öl den Po. Mit Sperren auf dem Po-Zufluss Lambro südlich von Mailand versuchte der italienische Zivilschutz, größeren Schaden von der 650 Kilometer langen Wasserader abzuwenden.
Etwa zehn Millionen Liter Öl seien am Dienstag aus drei Tanks der Raffinerie Lombarda Petroli di Villasanta bei Monza in den Lambro geleitet worden, berichtete der "Corriere della Sera". Das entspreche der Ladung von etwa 670 Tanklastwagen. Andere Medien gingen bisher von einem geringeren Ausmaß aus.
Nach Polizeiangaben steht zweifelsfrei fest, dass das Öl absichtlich durch Öffnen der Ventile in diesen Fluss geleitet worden ist. Das Unternehmen habe nur zögernd Alarm geschlagen, heißt es. Die schwarze Masse sei dann in einer Kläranlage bei Monza bemerkt worden.
In der klebrigen Masse auf der Flussoberfläche treiben bereits tote Enten. Der Schaden unter anderem an Fauna und Flora dürfte in die Millionen gehen, zumal auch die Kläranlage stark beschädigt worden ist, schreibt die Mailänder Zeitung.
Die Mailänder Präfektur hat einen Krisenstab eingerichtet, um möglichst viel Öl noch mit Sperren südlich der norditalienischen Metropole auffangen zu können. "Das ist ein großes Umweltdesaster, Folge eines kriminellen Aktes, aber auch der schuldhaften Nachlässigkeit seitens des Unternehmens", erklärte der Umweltverantwortliche der Region Lombardei.
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Quelle: dpa
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