06.12.2010, 08:34 Uhr
Die Brände haben bereits tausende Hektar Land zerstört. (Foto: Reuters)
Trotz internationaler Hilfe ist es auch am vierten Tag der verheerenden Waldbrände im Norden Israels nicht gelungen, die Flammen unter Kontrolle zu bekommen. Dutzende ausländische Löschflugzeuge sind im Kampf gegen die Wald- und Buschfeuer im Karmelgebirge im Einsatz, berichten israelische Medien. Dennoch erfasste das Feuer, bei dem bisher 41 Menschen starben und 5000 Hektar verwüstet wurden, weitere Gebiete.
Am Morgen des vierten Tages der Waldbrände nahmen mehr als 30 Löschflugzeuge aus Griechenland, Frankreich, Zypern, Großbritannien, der Türkei, Russland und Italien ihre Arbeit wieder auf. Am Boden waren rund 450 israelische Feuerwehrleute im Einsatz, unterstützt von knapp hundert bulgarischen und einigen jordanischen Kollegen. Auch mehrere palästinensische Löschfahrzeuge waren in Israel im Einsatz. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dankte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ausdrücklich für die Hilfe.
Trotz des beispiellosen internationalen Hilfseinsatzes erfasste das Feuer am Samstagabend weitere Busch- und Waldgebiete des Karmelgebirges nahe der nordisraelischen Hafenstadt Haifa. Angefacht von heftigen Winden breiteten sich die Flammen in Richtung der Stadt Dalijat el Karmel aus. Nach Angaben der Forstbehörde wurden bisher 5000 Hektar und fünf Millionen Bäume durch das Feuer zerstört. Am Donnerstag starben 38 Gefängniswärter, als ihr Bus von den Flammen erfasst wurde. Der Polizei zufolge starben außerdem zwei Polizeibeamte und ein 16-jähriger freiwilliger Feuerwehrmann.
Hinderlich im Kampf gegen das Feuer ist, dass die Löschflugzeuge vor Ort nur tagsüber operieren können. Besondere Hoffnung ruht daher auf einem riesigen Löschflugzeug aus den USA, das auch nachts eingesetzt werden kann und im Laufe des Sonntags eintreffen soll. Israel hat die Boeing 747 von dem US-Luftfahrtunternehmen Evergreen gemietet. Das größte Löschflugzeug der Welt kann 80.000 Liter Wasser transportieren.
Dutzende Menschen kamen bei den Waldbränden nahe der Hafenstadt Haifa ums Leben. zum Video
Nach Angaben der Regierung sollten noch fünf weitere Löschflugzeuge aus Spanien eintreffen sowie drei aus den USA. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte nach einem Gespräch mit Netanjahu die Entsendung zweier Transporthubschrauber zu. Diese sollen am Montag in Israel eintreffen, berichtete Regierungssprecher Steffen Seibert. Selbst so entfernte Länder wie Australien sagten Hilfe zu: Ein Team zur Koordination der Löschflugzeuge wurde nach Israel entsandt, erklärte Premierministerin Julia Gillard.
Die israelische Polizei nahm unterdessen zwei Jugendliche unter dem Verdacht fest, die Waldbrände verursacht zu haben. Die beiden Brüder aus dem von arabischen Israelis bewohnte Dorf Isfija hätten die verheerende Feuersbrunst fahrlässig ausgelöst, erklärte die Polizei. Die beiden Minderjährigen sollen nach einem Picknick auf einer Waldlichtung ein von ihnen entfachtes Lagerfeuer nicht vollständig gelöscht haben.
Angefacht von heftigen Winden und begünstigt durch wochenlange Trockenheit konnten sich die Flammen schnell ausbreiten. Eine Ursache für die schwerste Brandkatastrophe seit Gründung des Staates Israels 1948 ist jedoch auch das Fehlen geeigneter Mittel zur Brandbekämpfung: Israel verfügt über keine eigenen Löschflugzeuge. Netanjahu kündigte an, dass Israel sich eine eigene Flotte zulegen werde.
Quelle: AFP
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