Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Nachrichten > Ausland > Krisen & Konflikte >

Israel: Scharfe Kritik nach Militäraktion

...
Drucken Drucken

Scharfe Kritik nach israelischer Militäraktion

01.06.2010, 08:45 Uhr

Fernsehbilder zeigen, wie israelische Soldaten eines der Schiffe entern (Foto: Reuters)

Fernsehbilder zeigen, wie israelische Soldaten eines der Schiffe entern (Foto: Reuters)

Israelische Elitesoldaten haben bei der gewaltsamen Erstürmung von internationalen Hilfsschiffen im Mittelmeer mindestens neun Aktivisten getötet. Mehr als 50 weitere Personen an Bord der "Gaza-Solidaritätsflotte" sowie sieben israelische Soldaten wurden verletzt, als das Militär am Montag vor dem Morgengrauen von Kommandobooten und Hubschraubern aus sechs Boote enterte. In Medienberichten war sogar von noch mehr Toten die Rede. Das Ausland reagierte empört.

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte eine "schnellstmögliche Aufklärung". Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bedauerte "den Verlust an Leben", sprach aber zugleich von einer Selbstverteidigung der Soldaten.

Aktivisten sollen abgeschoben werden

Die israelische Marine brachte bis zum Montagabend alle sechs Hilfsschiffe in den Hafen von Aschdod. Dort wurden die mehr als 700 pro-palästinensischen Aktivisten aus rund 40 Ländern befragt. Israel wollte die Beteiligten dann so schnell wie möglich per Flugzeug in ihre Heimatländer abschieben. Weil sich mehrere Dutzend Aktivisten weigerten, sich zu identifizieren oder einer Abschiebung zuzustimmen, wurden sie in eine Haftanstalt gebracht.

Bundestagsabgeordnete unverletzt

Die beiden Bundestagsabgeordneten der Linkspartei, die sich an Bord befanden, sind wohlauf. Das teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin mit. Auch drei weiteren Deutschen gehe es den Umständen entsprechend gut. Nach Angaben der Linkspartei sei auch der frühere Linken-Abgeordnete Norman Paech unverletzt. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes waren insgesamt zehn Deutsche auf den verschiedenen Schiffen. Auch der schwedische Bestsellerautor Henning Mankell war an Bord. Er blieb nach Angaben des Außenministeriums in Stockholm unverletzt.

10.000 Tonnen Hilfsgüter an Bord

Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Organisation Free Gaza in internationalen Gewässern im Mittelmeer - etwa 140 Kilometer vor der israelischen Küste. Die "Gaza-Flotte" wollte trotz der von Israel verhängten Seeblockade rund 10.000 Tonnen Hilfsgüter in den Gazastreifen bringen.

Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates

Die folgenschwere Kommandoaktion löste eine Welle internationaler Kritik aus. "Die EU fordert alle Seiten und Akteure auf, eine weitere Eskalation der Spannungen zu verhindern", hieß es in einer Erklärung der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton nach einer Sondersitzung der EU-Botschafter in Brüssel. Der Weltsicherheitsrat in New York kam wegen des umstrittenen Vorgehens der israelischen Marine noch am Abend zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen.

Erdogan wirft Israel Staatsterrorismus vor

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan warf Israel Staatsterrorismus vor. Die Türkei rief ihren Botschafter ab und bestellte den israelischen Botschafter ein. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte ein für Dienstag geplantes Treffen mit US-Präsident Barack Obama in Washington ab.

Armee macht Aktivisten verantwortlich

Die israelische Armee machte gewaltbereite Aktivisten für den blutigen Zwischenfall verantwortlich. Ein Elitesoldat berichtete: "Sie haben uns mit Metallstöcken und Messern angegriffen." Auf die Soldaten sei auch geschossen worden. Etwa 30 arabisch sprechende Aktivisten hätten sich an dem Angriff beteiligt.

Hilfsorganisation weist Vorwürfe zurück

Die Organisation "Free Gaza" bestritt die Vorwürfe. "Die Soldaten haben begonnen zu schießen, sobald sie an Bord kamen", sagte Audrey Bomse von Free Gaza und verwies auf Videoaufnahmen von Bord der "Mavi Marmara". Auf den Aufnahmen seien auch verzweifelte Personen zu sehen, die weiße Fahnen schwenkten.

Merkel warnt vor Eskalation

Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte nach der Kommandoaktion vor einer "Eskalation" im Nahen Osten. Sie verlangte eine "schnellstmögliche Aufklärung". Die USA und die NATO reagierten zurückhaltend. Washington bemühte sich, die Umstände der Tragödie zu verstehen, heißt in einer Erklärung des Weißen Hauses. Der britische Außenminister William Hague rief Israel zur Öffnung der Grenzen nach Gaza für Hilfslieferungen auf. Auch der Sondergesandte des Nahost-Quartetts und frühere britische Premier Tony Blair mahnte bessere Hilfe für die Menschen im Gazastreifen an.

Abbas spricht von "Massaker"

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sprach von einem "Massaker" und "abscheulichen Verbrechen". Der palästinensische Ministerpräsident Salam Fajad sagte, die Aktion beweise "Israels Missachtung für internationale Gesetze und Konventionen". Die Gaza-Blockade müsse beendet werden, forderte er. Die arabischen Staaten verurteilten den israelischen Militäreinsatz gegen die "Solidaritätsflotte für Gaza" als "Verbrechen". Einige von ihnen befürchten sogar, dass ein neuer Krieg drohen könnte.

Israel: "Eine politische Provokation"

Die israelische Regierung hatte bereits im Vorfeld angekündigt, die Hilfslieferungen mit allen Mitteln verhindern zu wollen. Verteidigungsminister Ehud Barak sowie Militärsprecher Avi Benajahu äußerten Bedauern über die Opfer. Man habe die Aktivisten mehrmals erfolglos aufgefordert, sich friedlich zu ergeben. Barak nannte die Fahrt der Schiffe nach Gaza eine "politische Provokation durch anti-israelische Organisationen". Die islamisch-türkische IHH, die nach israelischen Angaben an der Organisation der Aktion beteiligt war, sei als "gewalttätige und radikale Gruppierung bekannt, die unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe Terrorgruppen unterstützt" und der Hamas nahe stehe, sagte Barak.


Quelle: AFP , dpa

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Israel: Scharfe Kritik nach Militäraktion" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Israel: Scharfe Kritik nach Militäraktion" gefallen hat.

 

Shopping

Einkaufswelt
14,95 €-Gutschein sichern
Gutschein-Aktion bei KLiNGEL.de

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de

Einkaufswelt
Exklusiver Herren-Sale
Exklusiver Daniel Hechter-SALE

Höchste Qualität zum sagenhaft günstigen Preis: Hemden, Jacken u.v.m. von Daniel Hechter. mehr

Einkaufswelt
Passform-Mode für Damen
Premium-Mode mit perfekter Passform - von RAPHAELA by BRAX

Modische Multitalente für Business und Freizeit - für Frauen mit jedem Figur-Typ. zum XXL-Special

Einkaufswelt
Perfekte Hosen für Damen
Die neuen Trends von AtelierGS

Entdecken Sie jetzt die modischen Hosen der Saison – in exzellenter Passform! von AtelierGS


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

Historische Traktoren
Agrar Simulator: Historische Landmaschinen (Quelle: Koch Media)

Landmaschinen der 50er bis 70er Jahre fahren. Spiel jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

Unsere DFB-Jungs blamieren sich
Die DFB-Elf verliert den EM-Test gegen die Schweiz. (Quelle: dapd)

Fünf Gegentore gegen die Schweiz. mehr

Schumi holt bitterste Bestzeit seiner Karriere
Michael Schumacher auf dem Circuit des Monaco. (Quelle: dpa)

Formel-1-Star wird strafversetzt. mehr


Anzeigen

Anzeige
Nachrichten
Israel attackiert Hilfsflotte

Elitesoldaten stürmen mehrere Schiffe mit Hilfsgütern für den Gaza-Streifen. zum Video

Anzeige
Einkaufswelt
Die neuen Kurzarmhemden
Die neuen Kurzarmhemden von Esprit

Lässige Frühjahrshemden im zeitlosen Karo-Muster. mehr

Augenblicke
Fotos des Tages
Ein verletzter Bulle rächt sich an einem mexikanischen Matador und wirft ihn in die Luft. (Quelle: Reuters\Olivier Anrigo )

Tierische Rache an einem Matador. mehr

Special
Die neuen Kriege
US-Soldaten beim Einsatz in Afghanistan (Quelle: Reuters)

Moderne Kriegsführung und moderne Waffen. mehr

Aus dem All
Satellitenbild der Woche

Wie Außerirdische die Erde sehen würden. zur Foto-Serie

Quiz
Rätseln Sie sich schlau!
(Montage: t-online.de)

Quiz bei t-online.de: Testen Sie Ihr Wissen. zur Quiz-Seite

Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige