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Israel: Eine Stadt kämpft mit DNA-Datei gegen Hundehaufen

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Mit DNA-Datei gegen Hundehaufen

29.12.2008, 11:31 Uhr | Von Sara Lemel, dpa

Hundehaufen können in einer Stadt eine richtige Plage sein. In Israel will man jetzt mit modernsten Methoden dagegen vorgehen (Quelle: imago) Hundehaufen können in einer Stadt eine richtige Plage sein. In Israel will man jetzt mit modernsten Methoden dagegen vorgehen (Quelle: imago)

Der israelischen Tierärztin Tika Bar-On stinken die vielen Hundehaufen in ihrer Stadt Petach Tikva. Deshalb hat die Leiterin des örtlichen Veterinäramts eine DNA-Datenbank angelegt, mit deren Hilfe die Verursacher der lästigen und stinkenden Tretminen ermittelt werden können. Für die "New York Times" ist Bar-Ons Projekt eine der besten Ideen des Jahres 2008.

Die größte Zeitung der amerikanischen Acht-Millionen-Metropole, wo Hundebesitzer für nicht beseitigte Haufen mit einer Geldstrafe bis zu 200 Dollar (gut 140 Euro) abgemahnt werden können, würdigte die Idee kürzlich in ihrem Wochenendmagazin.

Einfache Speichelprobe genügt

"Bisher konnte man nur gegen Hundebesitzer vorgehen, wenn man sie auf frischer Tat ertappte", erklärt Bar-On. "Sonst wusste man einfach nicht, zu welchem Hund der Haufen gehört." Mit ihrer genetischen Datei kann sie diese Frage jetzt jedoch zweifelsfrei klären. Im Rahmen eines halbjährigen Pilotprojekts hat sie bereits den genetischen Code von fast einem Drittel der etwa 400 im Stadtteil Neve Oz registrierten Hunde gespeichert. "Es genügt eine einfache Speichelprobe", erklärt die energische 44-Jährige und demonstriert dies gleich an einem etwas verängstigten beigefarbenen Mischlingsrüden, dem sie mit einem Wattestäbchen über die Lefzen streicht.

Noch ohne Peitsche

Bislang setzt sie im Kampf gegen den Hundekot allerdings nur auf das Zuckerbrot und noch nicht auf die Peitsche. "Es gibt noch keine gesetzliche Handhabe, deshalb können wir nur versuchen, die Hundebesitzer im Guten zu überzeugen", sagt sie. "Immerhin liegt es im Interesse aller, dass unsere Stadt sauber ist." Für das Projekt, an dem auch die örtliche Grundschule beteiligt ist, wirbt sie deshalb mit einer Medienkampagne.

Belohnung für Freiwillige

Jeder Hundebesitzer, der beim Besuch des Tierarztes, der ohnehin jedes halbe Jahr für Impfungen und Entwurmen fällig ist, freiwillig einer Speichelprobe seines vierbeinigen Lieblings zustimmt, wird belohnt. Er erhält einen Behälter mit Plastiksäckchen zum Einsammeln von Kot, den man am Halsband des Hundes befestigen kann. Im Rahmen des mit etwa 24.000 Euro finanzierten Pilotprojekts, das nach Bar-Ons Angaben weltweit einmalig ist, hat die Stadt zudem 15 Mülleimer zum Entsorgen von Hundekot aufgestellt, die auch mit Plastiktüten bestückt sind. Wer das Häufchen seines Hundes brav in den Behälter tut, soll per DNA-Probe ebenfalls ermittelt und mit Spielsachen für den Vierbeiner beschenkt werden.

Gesetzliche Regelung gefordert

"90 Prozent der Hundebesitzer, an die wir uns wenden, sind gerne zur Mitarbeit bereit", sagt Bar-On. "Manche sehen es jedoch als ein Eindringen in ihre Privatsphäre und weigern sich." Um künftig auch Verweigerern aufs Fell rücken zu können, setzt die Tierärztin sich für die Verabschiedung eine entsprechende Verordnung ein. "Wenn es eine Regelung gibt, wird alles einfacher für uns", sagt die dunkelhaarige Frau in ihrem Büro in Petach Tikva, einer Vorstadt von Tel Aviv. Die Strafe für nicht weggeräumte Hundehaufen ist in Israel fast so saftig wie in New York: Sie liegt gegenwärtig bei gut 130 Euro.

Hundekot auch gesundheitsschädlich

Liegengelassene Hundehaufen sind nicht nur ärgerlich, sondern können auch gesundheitsschädlich sein. Bar-On zeigt zwei Gläser mit langen weißen Spul- und Bandwürmern, mit denen sich über den Kot auch Menschen infizieren können. "Wenn Hunde etwa einen Haufen in einen Sandkasten setzen, können auch Kleinkinder krank werden, wenn sie den Sand in den Mund stecken", sagt sie.

"Ein weltweites Problem"

Die DNA-Datei solle jedoch künftig auch für andere Zwecke dienen, etwa der Erforschung von Erbkrankheiten bei Hunden. Bei Mischlingshunden könne man so auch Vater und Mutter identifizieren, erklärt die Tierärztin. Es gebe auch ein großes internationales Interesse an dem Projekt. "Wenn ich auf Konferenzen gehe, werde ich von Tierärzten aus aller Welt darauf angesprochen", sagt Bar-On stolz. "Immerhin ist Hundekot ein weltweites Problem."


Von Sara Lemel, dpa  

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