15.03.2010, 14:36 Uhr
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad besichtigt die Anlage zur Urananreicherung in Natans (Foto: dpa)Der Iran will innerhalb eines Jahres zehn neue Uran-Anreicherungsanlagen errichten. Das hat der Leiter der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, angekündigt. Damit spitzt das Land den Atomstreit mit dem Westen weiter zu. Schon im Vorjahr hatte Teheran Bedarf für zehn Anlagen angemeldet, doch wurden bisher nur Standorte ausgewählt.
Am Montag will Salehi zudem die Internationale Atombehörde in Wien (IAEA) zudem über den Beginn der umstrittenen Urananreicherung informieren. Diese solle am Dienstag in der Anlage Natans in Anwesenheit von Inspektoren der IAEA beginnen, erklärte Salehi.
Am Sonntag hatte der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad den Westen bereits brüskiert, als er die Atomenergiebehörde seines Landes anwies, mit der Herstellung von hoch angereichertem Uran zu beginnen. Salehi will am Montag die Internationale Atombehörde in Wien (IAEA) über den Beginn informieren. Die Urananreicherung solle am Dienstag in der Anlage Natans in Anwesenheit von Inspektoren der IAEA beginnen, erklärte er.
IranAhmadinedschad droht Westen
SicherheitskonferenzIran stellt im Atomstreit Bedingungen
Ahmadinedschad sagte, der Iran bleibe im Atomstreit mit der Weltgemeinschaft weiterhin offen für Kompromisse. Sein Land werde aber - für die Nutzung in einem Forschungsreaktor bei Teheran - mit der Anreicherung auf einen Grad von 20 Prozent starten, wenn der Westen nicht aufhöre, mit dem Iran "Spielchen zu spielen".
Auch Salehi betonte am Sonntag, Teheran sei gezwungen, die Anreicherung selbst vorzunehmen, da es kein anderes Abkommen gegeben habe. "Wir sind weiter zu einem Abkommen über einen Austausch bereit und wann immer eine Übereinkunft getroffen wird und sobald wir den Brennstoff aus dem Ausland erhalten, werden wir den Anreicherungsprozess (auf 20 Prozent) stoppen", sagte Salehi weiter.
Die Weltgemeinschaft fordert, dass der Anreicherungsprozess nicht im Iran, sondern unter internationaler Kontrolle in Russland und Frankreich erfolgt. Im Grunde ist der Iran damit einverstanden, stellt aber unter anderem Bedingungen hinsichtlich des Übergabeortes, des Zeitraums für Rücklieferungen und der Menge. Ein Vermittlungsversuch auf der Münchner Sicherheitskonferenz scheiterte.
Am Montag wurde zudem bekannt, dass der Iran mit der Serienproduktion von Drohnen begonnen hat. Die unbemannten Flugzeuge würden sowohl für Aufklärungsflüge als auch für Präzisionsangriffe geeignet sein, wurde Verteidigungsminister Ahmad Wahidi im staatlichen Fernsehen zitiert. Zwei Produktionslinien seien hochgefahren worden. Vor einem Jahr hatte Teheran bereits bekanntgegeben, man habe eine Drohne entwickelt, das mit einer Reichweite von 1000 Kilometern auch Israel erreichen könnte.
Ein ranghoher Luftwaffenkommandeur erklärte am Montag überdies, das Land werde in Kürze ein Raketenabwehrsystem aufbauen. Dies sei leistungsstärker als das russische S-300-System, das Iran bei Moskau bestellt, aber nie erhalten hatte, sagte General Heschmatollah Kasiri der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA.
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Quelle: dpa
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