30.11.2011, 10:54 Uhr
Eklat im Iran: Regimetreue Studenten hatten die britische Botschaft gestürmt und verwüstet. Auch auf die USA und Israel richtet sich der Zorn der Demonstranten (Quelle: Reuters)
Nach der Erstürmung der britischen Botschaft in Teheran durch Studenten will Großbritannien seine diplomatische Vertretung in der iranischen Hauptstadt vorerst schließen. Das gesamte Personal werde abgezogen, berichtete der Fernsehsender BBC unter Berufung auf diplomatische Quellen. Der Vorfall ist der vorläufige Höhepunkt einer ganzen Serie von Querelen zwischen den beiden Ländern.
Laut BBC sollen die Botschaftsmitarbeiter zunächst in die Vereinigten Arabischen Emirate ausreisen. Bereits am Vormittag sollen erste Diplomaten mit einem Flugzeug nach Dubai gebracht werden. Im Lauf des Tages werden dann alle Mitarbeiter der Vertretung ausgeflogen, hieß es. Auch Norwegen schließt seine Botschaft. Als Begründung gab die Regierung in Oslo Sicherheitsbedenken an.
Trotz starker Polizeipräsenz vor der britischen Botschaft war es regierungstreuen Demonstranten am Dienstag zweimal gelungen, auf das Botschaftsgelände in Teheran vorzudringen. Sie verwüsteten Büros, verbrannten Dokumente und ersetzten die britische durch die iranische Flagge. Erst am Abend räumte die Polizei das Gelände. Die Proteste richteten sich gegen die jüngste Verschärfung britischer Sanktionen wegen des iranischen Atomprogramms.
Der britische Premierminister David Cameron machte die iranische Regierung für den Vorfall verantwortlich und drohte dem Land mit "ernsten Konsequenzen". Der Angriff sei "empörend" und "nicht zu entschuldigen", erklärte Cameron am Dienstagabend. US-Präsident Barack Obama bezeichnete den Angriff als "inakzeptabel". Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) bestellte den iranischen Botschafter in Berlin ein.
Zwischenzeitlich befanden sich sechs Botschaftsangestellte in der Gewalt der Studenten in Teheran. zum Video
Die iranischen Studenten kündigten ihrerseits am Dienstagabend eine noch härtere Konfrontation an. Ihre Sprecher warfen den Mitarbeitern der britischen Botschaft Spionage vor und forderten, die diplomatischen Beziehungen zu Großbritannien zu beenden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Ein Grund für die Wut der Studenten sei Tod eines iranischen Atomwissenschaftlers vor einem Jahr gewesen. Nach ihrer Ansicht wurde der Mann von israelischen und britischen Geheimdienstmitarbeitern ermordet.
Am Sonntag hatte das iranische Parlament über einen Gesetzentwurf entschieden, wonach der britische Botschafter ausgewiesen und die diplomatischen Beziehungen eingeschränkt werden sollen. Der Schritt war eine Reaktion auf die Sanktionen, die Großbritannien gemeinsam mit den USA und Kanada gegen Iran verhängt hatten. Sie sahen ihren Verdacht, dass der Iran heimlich an Atomwaffen arbeitet, durch einen Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde bestätigt.
Die Spannungen zwischen dem Iran und insbesondere Großbritannien halten seit Jahren an. Zuletzt habe es einen Streit über die Eigentumsrechte an dem Gartengelände des britischen Botschaftskomplexes gegeben, wo die Diplomaten wohnen, berichtet die Agentur Fars. Im November 2009 hielt die iranische Marine fünf britische Segler fest. Im März 2007 nahm der Iran 15 britische Matrosen gefangen, die in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen sein sollen. 2004 hatte Iran im Schatt al-Arab, dem Mündungsfluss von Euphrat und Tigris, drei britische Patrouillenboote aufgebracht.
Quelle: AFP , dpa
Lümmi schrieb:
am 30. November 2011 um 19:28:57
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Iran
Es wird Zeit das diesen Iranischen Fanatikern mal endlich jemand aufs
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Blümchen schrieb:
am 30. November 2011 um 17:42:27
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@Goldfinger
Sie haben Recht , aber der auferstandene Zeitgeist der 30 er Jahre verlangt nach Krieg und das ist jetzt die Mehrheit !
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Rose schrieb:
am 30. November 2011 um 17:39:38
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@realist
Welches Land hat der iran in den letzten 60 Jahren angegriffen ? Wieviel Länder wurden von den Gutmenschen im gleichenZeitraum im
Namen der Demokratie zerbomt ? Wie sieht es mit Folter und TodesStrafe bei unseren Freunden in den USA und Guantanamo aus?
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