17.05.2010, 14:27 Uhr
Ahmadinedschad lässt sich mit seinen Kollegen Recep Tayyip Erdogan und Luiz Inácio Lula da Silva nach dem Abkommen feiern (Foto: Reuters)
Der Iran hat im Atomstreit offenbar eingelenkt. Das Land kündigte an, es wolle sein Uran jetzt im Ausland anreichern lassen. Ein entsprechendes Abkommen sei mit der Türkei und Brasilien unterzeichnet worden, sagte Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast in Teheran.
Demnach bringt der Iran schwach angereichertes Uran in die Türkei und erhält im Gegenzug Brennstäbe für Atomreaktoren. In Teheran hatten sich der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad, der brasilianische Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva und der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan zu einem Dreiergipfel getroffen.
Das Abkommen gilt international als "letzte Chance" Teherans, neue drohende Sanktionen zu verhindern. Die Vereinbarung zeige, dass der Iran an "Verständnis und Kooperation anstatt an Konfrontation mit der internationalen Gemeinschaft" interessiert sei, betonte Mehmanparast. Aber die internationale Gemeinschaft zeigt sich skeptisch gegenüber dem angeblichen Zugeständnis Ahmadinedschads im Atomstreit.
Kernpunkt der Unterredungen des Dreiergipfels in Teheran war ein Vorschlag der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, wonach der Iran sein Uran im Ausland anreichern lassen soll. Dadurch sollen Bedenken der USA und ihrer Verbündeten über das iranische Nuklearprogramm ausgeräumt werden. Sie verdächtigen Teheran, heimlich am Bau einer Atombombe zu arbeiten und fordern mehr Transparenz.
Laut Abkommen sollen 1200 Kilogramm schwach angereichertes Uran innerhalb eines Monats aus dem Iran in die Türkei gebracht und dort unter internationaler Aufsicht aufbewahrt werden. Falls der Iran die Brennstäbe für einen medizinischen Reaktor in Teheran nicht innerhalb eines Jahres erhält, ist die Türkei verpflichtet, das Uran "sofort und bedingungslos" an den Iran zurückzugeben, sagte der iranische Außenminister Manouchehr Mottaki. Die Brennstäbe werden in Frankreich hergestellt. Das Uran aus dem Iran ist mit 3,5 Prozent nur schwach angereichert; die Brennstäbe enthalten unter 20 Prozent. Zur Produktion von Atomsprengköpfen ist ein Anreicherungsgrad von mindestens 90 Prozent nötig.
Trotz der Einigung über eine Uran-Anreicherung im Ausland will Teheran aber weiterhin selbst radioaktives Material anreichern. Der Iran werde die Produktion von auf 20 Prozent angereichertem Uran "auf seinem Territorium" fortsetzen, sagte Mehmanparast nach der Unterzeichnung. Der Iran hatte im Februar selbst damit begonnen, Uran anzureichern. Dies hatte für scharfe Kritik des Westens gesorgt. Der Iran betonte, er nutze sein Atomprogramm allein zu friedlichen Zwecken.
Ahmadinedschad forderte die baldige Wiederaufnahme der Atomgespräche mit der Sechsergruppe - die fünf Mitglieder des Sicherheitsrates, USA, Großbritannien, Frankreich, Russland, China plus Deutschland. "Jetzt haben sie keine Ausrede mehr", sagte er. "Die Zeit ist reif für die Sechsergruppe, die Gespräche auf der Grundlage von gegenseitigem Respekt wieder aufzunehmen." Irans oberster Atom-Unterhändler Ali-Akbar Salehi forderte ebenfalls eine Fortsetzung der Atomgespräche. "Der Iran hat seinen guten Willen gezeigt, jetzt sind die Weltmächte an der Reihe, ihren guten Willen zu zeigen", sagte er.
Russland kündigte unterdessen eine genaue Prüfung der Berichte über eine Einigung im Atomstreit der internationalen Gemeinschaft mit Teheran an. Bis dahin werde sich Moskau nicht zu einem angeblichen Abkommen zwischen Brasilien und der Türkei sowie dem Iran äußern. Das sagte ein Mitarbeiter des russischen Außenministeriums nach Angaben der Agentur Interfax. "Uns liegen bisher keine offiziellen Informationen vor, daher halten wir uns mit Reaktionen zurück." Russland, das Vetomacht im UN-Sicherheitsrat ist, hatte dem Iran zuletzt gemeinsam mit weiteren Staaten im Atomstreit mit Sanktionen gedroht.
Die EU reagierte ebenfalls zurückhaltend auf Irans Bereitschaft zum Austausch von Uran. Die Hauptbesorgnis gelte nicht dem Uran für Forschungsreaktoren, sondern dem Atomprogramm selbst, sagte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy am Rande eines EU-Lateinamerika-Gipfels in Madrid. Seit sieben Monaten habe Iran dabei versagt, die Bedenken gegen seine wahren Ambitionen auszuräumen, sagte Van Rompuy. Notwendig sei nun zunächst, dass die iranische Regierung ihre Vorschläge schriftlich bei der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien vorlege.
Auch die Bundesregierung zeigte sich noch distanziert. Es bleibe nach wie vor wichtig, dass zwischen dem Iran und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) eine Vereinbarung abgeschlossen werde, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Christoph Steegmans. "Das kann nicht ersetzt werden durch ein Abkommen mit Drittstaaten." Der springenden Punkt bleibt aus Sicht der Bundesregierung die Frage der Anreicherung nuklearen Materials im Land selbst. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Andreas Peschke, bekräftigte, dass die Forderungen der IAEO erfüllt werden müssten. "Der Iran bleibt dazu aufgerufen, seinen Verpflichtungen nachzukommen."
Frankreich zeigte sich ebenfalls skeptisch zum angeblichen Zugeständnis Teherans im Atomstreit. "Der ins Auge gefasste Austausch von Uran ist nur eine vertrauensbildende Maßnahme", erklärte das Außenministerium. "Täuschen wir uns nicht: Eine mögliche Lösung der Frage des Teheran-Forschungsreaktors würde das Problem des iranischen Atomprogramms in keiner Weise regeln."
Quelle: dapd , dpa , AFP
dieblaueneu schrieb:
am 17. Mai 2010 um 16:33:33
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Eingigung
Die Matcho-Versammlung geführt von den Ur-Machos des Islam unternimmt nichts weiter als einen Täuschungsversuch.Klar wollen sie
die bombe und die werden sie bekommen, entweder im Präventivschlag oder sie bauen sie selbst. Der an den inneren widerprüchen wieder einmal zerfallende -parasitäre Banken-, und Finanzmarkt- steht bereit.
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Gerd schrieb:
am 17. Mai 2010 um 15:01:31
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vom 17.05.2010 Iran lenkt im Atomstreit ein bisschen ein
Als Einladung nur eine Frage zu Erinnerung.
Was wäre wenn der Iran noch ein treuer
Freund der USA wie zu Shahs Zeiten wäre. Nur den Shah haben die USA in ihrer ewigen arroganten Fehleinschätzung über die Klinge springen lassen. Die Quittung kam gleich mit der islamischen Revolution und Chomeini. Davon spricht keiner mehr, weiß keiner mehr…..
Was will die USA, an den Ölhähnen der iranischen Ölfelder drehen? Bauen und drehen doch schon jetzt nur USA Techniker, weiß auch keiner. Wer lügt nun mehr..
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Ts schrieb:
am 17. Mai 2010 um 14:28:20
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Bravo an die Türkei + Brasilien
Was Deutschland nicht geschaft hat, hat die Türkei + Brasilien geschaft, Bravo
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