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Iran-Konflikt: "Der Bad Guy ist eindeutig der Iran"

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"Der Bad Guy ist eindeutig der Iran"

02.03.2012, 10:40 Uhr | Von Christian Kreutzer, München

Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln in der Straße von Hormus (Quelle: Reuters)

Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln in der Straße von Hormus (Quelle: Reuters)

Bricht ein Krieg am Persischen Golf aus? Omid Nouripour ist sicherheitspolitischer Sprecher der Grünen und Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestages. Nouripour wurde 1975 in der iranischen Hauptstadt Teheran geboren. Im Alter von 13 Jahren floh er mit seiner Familie nach Deutschland. In seine alte Heimat hat Nouripour noch zahlreiche Kontakte. t-online.de sprach mit Nouripour am Rande der Münchener Sicherheitskonferenz über die augenblickliche Krise und die möglichen Folgen.

Die Fragen stellte Christian Kreutzer

t-online.de: Herr Nouripour, steht die Welt vor einem Krieg um Irans Atomprogramm?

Omid Nouripour: Ich hoffe nicht, aber wir waren noch nie so kurz davor. Es sieht so aus, als würde die israelische Politik den Boden der Rationalität verlassen und einen Militärschlag in Erwägung ziehen, der das iranische Atomprogramm gar nicht stoppen kann - mit unabsehbaren politischen Konsequenzen für die ganze Region.

Video
Der Iran demonstriert seine militärische Stärke

Teheran lässt ausgedehnte Manöver-Übungen durchführen und das ganz in der Nähe einer wichtigen Ölverbindung. zum Video

Was treibt Ministerpräsident Benjamin Netanjahu an?

Ich befürchte, das ist eher innenpolitisch motiviert. Ich verstehe sehr gut, dass die Israelis in großer Aufregung sind. Eine iranische Atombombe ist eine Gefahr für Israel, die man sehr sehr ernst nehmen muss. Aber die nicht-militärischen Druckmittel sind längst nicht ausgeschöpft. Es wäre töricht, jetzt einen Militärschlag zu unternehmen.

Ist die Krise nicht vor allem Irans Schuld? Das Regime spielt seit Jahren mit seiner Atom-Option.

Natürlich. Der "Bad Guy" in diesem Spiel ist eindeutig der Iran, das ist gar nicht die Frage. Die Frage ist: Haben wir die Gelassenheit und die Rationalität damit auch klug umzugehen? Das scheint mir nicht immer der Fall zu sein. Dass das Problem der Iran ist, ist unbestritten. Aber wir dürfen auch nicht auf jede Provokation eingehen.

Omid Nouripour (Quelle: dpa) Omid Nouripour (Quelle: dpa)Was könnte in den kommenden Wochen passieren?

Im schlechtesten Fall gibt es einen Militärschlag gegen den Iran, der dazu führen wird, dass die Iraner ihren kalten Krieg mit Saudi-Arabien in den verschiedenen Nachbarländern eskalieren lassen - vom Libanon bis Bahrein. Ich hoffe aber, dass die Sanktionen oder vielleicht noch weitergehende Sanktionen den Druck so weit anheben, dass die Iraner bereit sind, ein ernsthaftes Gespräch zu führen.

Bisher haben sich die Iraner in solchen Situationen eher durch ihre Hinhaltetaktik ausgezeichnet.

Das größte Problem im Iran ist, dass die Macht nicht homogen ist. Es ist nicht einfach, mit einer Seite eine Vereinbarung zu treffen und gleichzeitig sicher zu sein, dass eine andere Seite innerhalb der Machtstrukturen das nicht hintertreibt. Der Staatspräsident und der Revolutionsführer bekriegen sich ziemlich offen.

Wie sollte sich Deutschland im Falle eines Krieges dazu stellen?

Ich will darüber gar nicht nachdenken, weil das fatal wäre. Natürlich ist Israel ein Land, dem wir sehr verpflichtet sind und wir müssen alles dazu beitragen, was wir können, dass Israels Sicherheit auch gewährleistet ist. Das Größte, was wir im Moment dazu tun können, ist, Israel von einer solchen Dummheit abzuhalten.

Sie haben gute Kontakte in den Iran. Wie erleben die Menschen dort die augenblickliche Krise?

Die Verunsicherung ist sehr groß, die wirtschaftliche Lage durch die schlechte Wirtschaftspolitik von Präsident Ahmadinedschad miserabel und die Sanktionen der EU verunsichern die Leute noch mehr. Der Punkt aber ist, dass ein Militärschlag die Zerrissenheit im Land vorübergehend zugunsten von Ahmadinedschad aufheben würde. Die Möglichkeit, dass viele Menschen, die diese Regierung hassen, sich um sie gruppieren, weil ihr Land im Krieg ist, ist weiterhin da.

Das heißt, ein Krieg wäre schlecht für die Grüne Revolution?

Ein Krieg wäre das Ende aller Freiheitsbestrebungen im Land, weil das die ultimative Ausrede wäre, politisch unliebsame Menschen aus dem Weg zu räumen.


Quelle: t-online.de

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Kommentare (362)

zum Forum

Thema: "Iran-Konflikt: "Der Bad Guy ist eindeutig der Iran""

ichbinfrei schrieb: am 5. Februar 2012 um 19:16:11
(88) (53) iran
der iran ist ein souveräner staat, der nicht im geringsten den versuch unternimmt an einer a-bombe zu basteln. Ist mal wieder typisch
für die deutschen Medien, die gleichgeschaltet alles nachplappern was Israel von sich gibt. Wo sind die Beweise für die Atombombe? Es gibt sie schlicht und einfach nicht. Alles was der Iran will, ist eine friedliche Nutzung der Atomkraft und dazu hat der Iran das gleiche recht wie alle anderen souveränen Staaten wie zb. Russland, China oder USA auch.
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the brain guy schrieb: am 5. Februar 2012 um 18:42:21
(46) (17) Das hier
USS Abraham Lincoln , Atomreaktor, 90 Flieger, Raketensysteme, sehr friedfertig.........Die Welt als Schachbrett, Buch von Zbigniew
Brzezinski, ein übler Brandstifter, sehr aufschlußreich.
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Relax schrieb: am 5. Februar 2012 um 17:23:26
(27) (34) Iran
Atomwaffen ! Wir Reden von Ländern die sie haben oder nicht haben,wir Reden von Abschreckung/Angst von nackter Zerstörung,fragt die
noch lebenden Japaner wie es ist,es gibt sie noch ! Wir reden über Spritpreise,Euro und irgend einen anderen Schwachsinn,böses Amerika,Schuld den Juden,Armut,Welthunger und Kinderarbeit sind nicht in Ordnung aber von uns gemacht und nur durch unsere Gier wird dies möglich. Aber die Gier der Religionsmacht ist der Wahnsinn,hatten wir nur ohne Atom !
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