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Ahmadinedschad will erstmals Frauen ins Kabinett holen
17.08.2009, 08:44 Uhr
Präsident Ahmadineschad stellt sein Kabinett zusammen - auch Frauen sollen dabei sein (Foto: Reuters)
Nach seiner umstrittenen Wiederwahl will der
iranische
Präsident Mahmud Ahmadinedschad mindestens zwei Frauen in seine Regierung berufen. Er werde dem Parlament Fatemeh Adschorlu für das Ministerium für soziale Sicherung und Marsieh Wahid Dastdscherdi für das Gesundheitsministerium vorschlagen, sagte Ahmadinedschad im iranischen Fernsehen.
Es werde "mehr jüngere Mitglieder" und "noch andere Frauen" im Kabinett geben, sagte er. Wenn das Parlament zustimmt, wäre es das erste Mal seit der Islamischen Revolution im Jahr 1979, dass Frauen einen Ministerposten erhalten.
Präsident will Minister am Mittwoch vorschlagen
Adschorlu ist selbst Abgeordnete, Dastdscherdi ist Medizinprofessorin an der Universität. Ahmadinedschad will dem Parlament am Mittwoch seine Kabinettsliste vorlegen. Für die Wahl der vorgeschlagenen Minister reicht die einfache Mehrheit im Parlament. Ahmadinedschad war nach seiner umstrittenen Wiederwahl Mitte Juni am 5. August für eine zweite Amtszeit vereidigt worden. Zu Berichten, wonach der Chef-Atomunterhändler Said Dschalili neuer Außenminister und damit Nachfolger von Manuchehr Mottaki werden soll, nahm er nicht Stellung.
Prozesse gegen Oppositionelle gehen weiter
Unterdessen wurde vor dem Revolutionsgericht in Teheran am Sonntag der Prozess gegen verhaftete Oppositionelle fortgesetzt. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars standen 28 Regierungsgegner, darunter eine Frau, vor Gericht. Ihnen wird die "Teilnahme an illegalen Demonstrationen", "Zerstörung öffentlichen Eigentums" und die "Verletzung von Polizisten" vorgeworfen.
110 Menschen vor Gericht
In vorherigen Prozessen mussten sich seit dem 1. August bereits insgesamt 110 Menschen vor dem Teheraner Gericht verantworten, die gegen die umstrittene Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad protestiert hatten. Darunter waren führende Reformer, politische Aktivisten, eine junge französische Lektorin sowie zwei Mitarbeiter der französischen und britischen Botschaft.
Internationale Empörung
Im Zuge der Proteste gegen die Wahlen am 12. Juni waren mindestens 4000 Menschen festgenommen worden. Derzeit sitzen noch rund 300 von ihnen im Gefängnis. Oppositionsführer sprechen von reinen "Schauprozessen", auch international stoßen die Verfahren auf Empörung.
Quelle: dpa
, AFP