Keine Atomwaffen im Iran? Präsident Ahmadinedschad behauptet dies (Foto: imago)
Zwei Wochen vor den neuen Verhandlungen mit den fünf Veto-Mächten im UN-Sicherheitsrat und Deutschland hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad gegenüber dem US-Sender NBC gesagt, sein Land benötige keine Atomwaffen. "Wir glauben, dass Atomwaffen der Vergangenheit angehören", sagte Ahmadinedschad - ohne jedoch auf Nachfrage die Entwicklung solcher Waffen auszuschließen.
"Wir sehen keine Notwendigkeit für diese Art von Waffen", sagte Ahmadinedschad. Dagegen werde der Iran die Urananreicherung "für friedliche Zwecke niemals aufgeben".
Heimliche Entwicklung von Atomwaffen?
Mehrere westliche Länder hegen den Verdacht, der Iran betreibe neben seinem Programm zur zivilen Nutzung der Atomenergie zugleich heimlich die Entwicklung von Atomwaffen. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien stellte nach anderslautenden Berichten klar, sie verfüge über "keine konkreten Beweise", dass Teheran an einem militärischen Atomprogramm arbeite.
Verhandlungen der Sechsergruppe
Für den 1. Oktober ist eine Wiederaufnahme der Verhandlungen der sogenannten Sechsergruppe der UN mit dem Iran über das Atomprogramm vereinbart. Die Führung legte dafür ein Grundsatzpapier vor, das jedoch von Washington als unzureichend eingestuft wurde.
"Wir bedauern, dass Menschen getötet wurden"
Ahmadinedschad äußerte sich gegenüber NBC zudem bedauernd darüber, dass bei Protesten der Opposition seines Landes nach seiner Wiederwahl zahlreiche Demonstranten getötet worden waren. "Wir bedauern alle, dass Menschen getötet wurden", sagte Ahmadinedschad.
4000 Festnahmen
Nach dem Wahlgang vom 12. Juni hatte es in Teheran und anderen iranischen Städten die größten Demonstrationen seit der Islamischen Revolution 1979 gegeben. Nach offiziellen Angaben wurden rund 30 Menschen getötet, nach Angaben der Opposition 69. Den Behörden zufolge gab es 4000 Festnahmen, etwa 150 Beteiligte an den Protesten sitzen nach wie vor im Gefängnis.
Prominenter Geistlicher erschossen
In der iranischen Provinzhauptstadt Sanandadsch wurde unterdessen ein prominenter Geistlicher von Unbekannten erschossen. Mullah Mohammed Scheich Olislam, der Vertreter der nordwest-iranischen Provinz Kurdistan im sogenannten Expertenrat, wurde in einer Moschee durch zwei Kopfschüsse getötet, wie die amtliche Nachrichtenagentur IRNA meldete. Der aus 86 Geistlichen bestehende Expertenrat ernennt den obersten Führer des Landes und kann ihn auch entlassen. Die Mitglieder werden von der Bevölkerung gewählt.